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Regierungen, Deutschland

BEIRUT - Deutschland will dem Libanon nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut nur dann langfristig helfen, wenn es weitreichende Reformen in dem Krisenland gibt.

12.08.2020 - 18:51:59

Deutschland will dem Libanon helfen - verlangt aber Reformen. Die Bundesregierung und die EU seien weiter zu Hilfen bereit, sagte Maas am Mittwoch bei einem Besuch am Ort der Katastrophe. Sie erwarteten jedoch, dass etwa bei Wirtschaftsreformen und der Korruptionsbekämpfung "Worten jetzt auch Taten folgen". Die Wut der Libanesen sei nachvollziehbar.

BEIRUT - Deutschland will dem Libanon nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut nur dann langfristig helfen, wenn es weitreichende Reformen in dem Krisenland gibt. Die Bundesregierung und die EU seien weiter zu Hilfen bereit, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Mittwoch bei einem Besuch am Ort der Katastrophe. Sie erwarteten jedoch, dass etwa bei Wirtschaftsreformen und der Korruptionsbekämpfung "Worten jetzt auch Taten folgen". Die Wut der Libanesen sei nachvollziehbar.

"Das hat sich auch auf der Straße in Beirut gezeigt, dass es nicht viel in diesem Land gibt, was bleiben kann, wie es ist", sagte Maas weiter. "Jeder im Libanon muss erkennen, dass es so nicht weitergehen kann, dass das Land große Reformen braucht."

Der Außenminister traf sich am Nachmittag unter anderem mit Staatschef Michel Aoun. Nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA erklärte der Präsident, sein Land sei dabei, die notwendigen Reformen umzusetzen und die Korruption zu bekämpfen.

Nach seiner Ankunft hatte Maas am Flughafen zunächst dem libanesischen Roten Kreuz einen Scheck in Höhe von einer Million Euro übergeben. Das Geld ist der erste Teil der zugesagten deutschen Soforthilfe in Höhe von 20 Millionen Euro. Es soll unter anderem betroffene Familien unterstützen, aber auch dem Kampf gegen die Corona-Pandemie dienen.

Darüber hinaus stehen bereits weitere drei Millionen Euro zur Auszahlung an UN-Organisationen bereit. An Bord der Maschine wurden auch Hygieneartikel transportiert, die zu einer vom Auswärtigen Amt finanzierten Hilfslieferung des Deutschen Roten Kreuzes in Höhe von 1,5 Millionen Euro zählen.

Viele Libanesen machen die politische Elite für die verheerende Explosion mit mindestens 171 Toten und mehr als 6000 Verletzten verantwortlich. Sie werfen ihr Versagen, Korruption und Selbstbereicherung vor. Ausgelöst worden sein soll die Explosion durch große Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat, die im Hafen gelagert wurden.

Das Land am Mittelmeer leidet seit Monaten unter einer der schwersten Wirtschaft- und Finanzkrisen seiner Geschichte. Viele Menschen sind in die Armut abgerutscht. Weil dem Libanon unter anderem der Staatsbankrott droht, ist er dringend auf internationale Hilfe angewiesen.

In den vergangenen Tagen kam es in Beirut mehrfach zu Protesten, die weitreichende politische Reformen verlangten. Als Reaktion auf die Detonation und gewaltsame Anti-Regierungsproteste erklärte Premier Hassan Diab am Montag den Rücktritt des Kabinetts.

Maas zeigte sich am Katastrophenort sichtlich geschockt vom Ausmaß der Zerstörung. Bei der Explosion wurden große Teile des Hafens und der umliegenden Wohngebiete massiv zerstört. So riss die Wucht der Detonation auf dem Hafengelände einen riesigen Krater auf.

"Es ist noch einmal etwas anderes, mit eigenen Augen zu sehen, was hier vor wenigen Tagen in Beirut geschehen ist", sagte Maas. "Das Maß an Verwüstung und an Zerstörung ist für Menschen, die in Deutschland leben, nahezu unvorstellbar."

Die Explosionskatastrophe und die Corona-Pandemie haben auch Libanons Gesundheitssystem in eine tiefe Krise gestürzt. Mehr als die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen in Beirut sei nach der Detonation nicht mehr funktionsfähig, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Mittwoch mit. Die Zahl der täglich neu registrierten Corona-Fälle war am Vortag mit 309 zugleich auf ein Rekordhoch geklettert.

Die Diakonie Katastrophenhilfe rief zu verstärkter Hilfe für den Libanon auf. Wegen der schweren Zerstörungen werde sich die Not in dem Land in den kommenden Monaten dramatisch verschärfen, insbesondere die Situation der über eine Million im Land lebenden syrischen Flüchtlinge, warnte die Hilfsorganisation in Berlin.

Siemens bot dem Libanon die kostenlose Lieferung und Betrieb von zwei Gasturbinen für eine Notstromversorgung an. Damit könnten etwa 150 000 Menschen mit Strom versorgt werden, erklärte das Unternehmen. Lieferung und Inbetriebnahme seien in den kommenden sechs bis zwölf Monaten geplant. Die Anlagen sollten für ein Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die schlechte Stromversorgung war im Libanon schon vor der Explosion eines der größten Probleme.

@ dpa.de

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