Tarife, Luftverkehr

Bei Ryanair stehen an diesem Freitag viele Maschinen still.

10.08.2018 - 06:46:06

Tausende kommen nicht ans Ziel - Pilotenstreik bei Ryanair begonnen. Die Piloten in einigen europäischen Ländern streiken. Doch auch am Schwerpunkt Deutschland werden noch einige der Billigflieger abheben.

Frankfurt/Main - Beim irischen Billigflieger Ryanair hat der bislang härteste Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens begonnen. Das bestätigte am Freitagmorgen ein Sprecher der deutschen Pilotengewerkschaft «Vereinigung Cockpit» (VC).

Tausende Kunden des irischen Billigfliegers Ryanair werden damit nicht an ihr gewünschtes Ziel kommen. Mitten in der Urlaubszeit haben die Piloten in mehreren europäischen Ländern ihre Streikaktionen abgestimmt. Das Unternehmen hat daraufhin von 2400 geplanten Flügen rund 400 gestrichen. Schwerpunkt ist Deutschland, wo wegen des auf 24 Stunden beschränkten Streiks der Vereinigung Cockpit (VC) 250 Flüge abgesagt wurden.

Vor allem am frühen Morgen wird dem Plan zufolge kaum ein Ryanair-Flieger von einem deutschen Flughafen abheben. Im Laufe des Tages sollen dann einige Flüge erfolgen mit Maschinen, die aus anderen, nicht bestreikten Ländern landen und auch wieder starten.

Europaweit sind rund 55.000 Passagiere betroffen, davon gut 42.000 in Deutschland. Sie konnten umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen. Weitere Entschädigungen lehnt Ryanair ab. Streiken wollten die Piloten in Deutschland, Schweden, Irland, Belgien und den Niederlanden.

Der Ausstand in Deutschland begann um 03.01 Uhr und am Samstag um 02.59 Uhr enden. Die Piloten streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter. Weitere Streiks in der Urlaubszeit hat die VC nicht ausgeschlossen, will sie aber mit einer Frist von 24 Stunden vorher ankündigen.

Ryanair habe offenbar mit massiven Ausfällen gerechnet und daher lieber gleich das gesamte Programm der deutschen Crews abgesagt, hatte ein Sprecher der Gewerkschaft «Vereinigung Cockpit» zuvor in Frankfurt erklärt. Das sei für das Unternehmen offenbar einfacher zu behandeln. Am Samstag soll der Betrieb wieder wie gewohnt laufen, hat Ryanair angekündigt.

Die abgestimmte Aktion ist der bislang größte Pilotenstreik in der Geschichte der größten Billig-Airline Europas, die erst seit Ende 2017 Gewerkschaften anerkennt. Vor zwei Wochen hatten zudem Flugbegleiter in Portugal, Spanien und Belgien über zwei Tage zusammen rund 600 Flüge mit knapp 100.000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Unter den europäischen Piloten haben bisher einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. Ryanair hatte daraufhin den Abzug von sechs Jets samt 300 Arbeitsplätzen nach Polen angekündigt.

Gewerkschaften und Ryanair beschuldigen sich gegenseitig, die seit rund sechs Monaten laufenden Verhandlungen zu blockieren. Die VC will bei der irischen Gesellschaft erstmals ein System aus Vergütungs- und Manteltarifvertrag etablieren und zieht dafür andere Fluggesellschaften als Muster heran. In den Vorschlägen sind zahlreiche Details etwa zu Dienstzeiten, Versetzungen oder Fixanteilen des Gehalts enthalten. Ryanair verweist auf vergleichsweise hohe Endgehälter ihrer Kapitäne und Copiloten. Das Unternehmen will keine Vereinbarungen treffen, die sein Niedrigkostenkonzept in Frage stellen würden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Tarifkonflikt - Warnstreik lässt Eurowings-Flüge in Düsseldorf ausfallen Im Tarifkonflikt bei Eurowings erhöht die Gewerkschaft den Druck auf die Lufthansa-Tochter: Etliche Flugzeuge blieben in Düsseldorf am Boden, weil Beschäftigte die Arbeit niederlegten. (Wirtschaft, 20.11.2018 - 16:38) weiterlesen...

Tarifkonflikt - Warnstreik: Eurowings-Flüge in Düsseldorf fallen aus. Etliche Maschinen der Lufthansa-Tochter blieben am Boden, weil Beschäftigte die Arbeit niedergelegten. Der Tarifkonflikt bei Eurowings hat am Dienstag die Planungen von zahlreichen Urlaubern und Geschäftsreisenden durcheinandergebracht. (Wirtschaft, 20.11.2018 - 12:56) weiterlesen...

Warnstreik am Düsseldorfer Airport - Ausfälle bei Eurowings. Im Rahmen eines Warnstreiks haben Beschäftigte der Lufthansa-Tochter am Morgen ihre Arbeit niedergelegt. Nach Angaben von Eurowings sind 18 Flüge betroffen, der Airport sprach am Morgen von 14 Verbindungen. Die Kunden seien vorab informiert worden, die Ticketschalter wurden zur Sicherheit dennoch mit mehr Mitarbeitern als sonst besetzt. Eurowings rät den Fluggästen, sich rechtzeitig am Airport einzufinden, da es zu Verzögerungen beim Check-in und im Sicherheitsbereich kommen kann. Düsseldorf - Eurowings-Passagiere am Düsseldorfer Flughafen müssen heute mit Flugausfällen rechnen. (Politik, 20.11.2018 - 09:14) weiterlesen...

Warnstreik bei Eurowings in Düsseldorf. Im Tarifstreit mit der Lufthansa-Tochter hat die Gewerkschaft Verdi das Kabinenpersonal für den frühen Morgen zum Warnstreik aufgerufen. Die Flugbegleiter der Airlines Eurowings und LGW sollen in der Zeit von 4.30 Uhr bis 12.30 Uhr die Arbeit niederlegen. Laut Eurowings fallen 18 Flüge aus. Andere Standorte sind nicht betroffen. Düsseldorf - Eurowings-Passagiere am Düsseldorfer Airport müssen sich heute auf Flugausfälle einstellen. (Politik, 20.11.2018 - 03:16) weiterlesen...

18 Flüge betroffen - Warnstreik bei Eurowings in Düsseldorf. Nun macht die Gewerkschaft ernst: Sie kündigt für diesen Dienstag einen Warnstreik am Düsseldorfer Airport an. Seit Monaten streiten Verdi und die Lufthansa-Tochter Eurowings um Arbeitszeiten und Dienstpläne der Flugbegleiter. (Wirtschaft, 19.11.2018 - 19:44) weiterlesen...

Verdi droht mit Streiks bei Eurowings: «Jederzeit denkbar». Im Tarifkonflikt um die rund 1000 Flugbegleiter bei der Billigtochter Eurowings sind die Fronten so verhärtet, dass die Gewerkschaft Verdi Verhandlungen absagt und sich für Streiks rüstet. Angesichts monatelanger ergebnisloser Gespräche «bereite man sich nun auf Arbeitskampfmaßnahmen vor», teilte Verdi in Berlin mit. Ein Datum wurde nicht genannt. Über Ausstände muss Verdi aber erst abstimmen. Berlin - Kunden des Lufthansa-Konzerns drohen die ersten Streiks seit Frühjahr vergangenen Jahres. (Politik, 15.11.2018 - 16:56) weiterlesen...