Stahl, Personalien

Bei dem in eine Führungskrise geschlitterten Industriekonzern Thyssenkrupp soll vorübergehend der langjährige Finanzchef Guido Kerkhoff für Kontinuität sorgen.

13.07.2018 - 11:28:24

Ringen um Stabilität - Kerkhoff wird Übergangschef bei Thyssenkrupp. Der Manager war enger Mitarbeiter des überraschend zurückgetretenen Konzernchefs Hiesinger.

Essen - In der Führungskrise bei Thyssenkrupp übernimmt mit Guido Kerkhoff ein langjähriger enger Mitarbeiter des zurückgetretenen Konzernchefs vorübergehend das Ruder.

Kerkhoff werde das Unternehmen führen, bis ein Nachfolger für Heinrich Hiesinger gefunden sei, teilte Thyssenkrupp in Essen mit. Die Entscheidung im Aufsichtsrat sei einstimmig gefallen, hieß es.

«Die Aufsichtsratsmitglieder sind sich einig, dass Thyssenkrupp vor allem Stabilität und Kontinuität braucht, um den eingeschlagenen Weg der Transformation erfolgreich fortsetzen zu können», sagte Aufsichtsratschef Ulrich Lehner.

Kerkhoff hat damit auch die Rückendeckung von Ursula Gather, die als Vertreterin der mächtigen Krupp-Stiftung im Aufsichtsrat des Konzerns sitzt. Die Stiftung ist mit einem Anteil von 21 Prozent wichtigste Aktionärin.

Nach dem überraschenden Rückzug von Hiesinger Ende vergangener Woche war zunächst über einen mangelnden Rückhalt durch die Stiftungschefin spekuliert worden. Hiesinger war zuvor von aktivistischen Investoren scharf attackiert worden, die einen schnelleren Umbau des Konzerns fordern. Zweitgrößter Thyssenkrupp-Aktionär ist mit einem Anteil von 18 Prozent der schwedische Investor Cevian, der auch im Aufsichtsrat des Konzerns vertreten ist.

Gather hatte sich bereits im Vorfeld, ebenso wie weitere Mitglieder des Stiftungskuratoriums, für Kontinuität beim Kurs des Unternehmens ausgesprochen. Bei einer geplanten Sitzung des Kuratoriums wird nach Informationen des «Handelsblatts» damit gerechnet, dass sich auch das Gremium für den Erhalt von Thyssenkrupp als Gesamtkonstrukt aussprechen wird.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Essener Traditionsunternehmen - Krise bei Thyssenkrupp: Wachsende Angst vor Zerschlagung. Ein erbitterter Machtkampf um den Kurs des Konzerns tobt. Während die Beschäftigten um ihre Jobs fürchten, macht sich an der Börse Vorfreude breit. Es gibt Rücktritte in Serie bei der Führungsriege von Thyssenkrupp. (Wirtschaft, 17.07.2018 - 16:40) weiterlesen...

Krise bei Thyssenkrupp: Wachsende Angst vor Zerschlagung. Dazu dürfe es nicht kommen, forderte Gesamtbetriebsratschef Wilhelm Segerath in Essen. Nach Vorstandschef Heinrich Hiesinger hatte auch der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Lehner das Handtuch geworfen. Für die Beschäftigten gehe es nun um die Sicherung der Arbeitsplätze, betonte Segerath. Zuvor war das Thyssenkrupp-Management von Anteilseignern mit der Forderung nach einem schnelleren Konzernumbau unter Druck gesetzt worden. Essen - In der Führungskrise bei Thyssenkrupp wächst die Angst vor einer Zerschlagung des Konzerns. (Politik, 17.07.2018 - 09:46) weiterlesen...

Essener Industriekonzern - Krise bei Thyssenkrupp: Wachsende Angst vor Zerschlagung. Dazu dürfe es nicht kommen, forderte Gesamtbetriebsratschef Wilhelm Segerath in Essen. Essen - In der Führungskrise bei Thyssenkrupp wächst die Angst vor einer Zerschlagung des Konzerns. (Wirtschaft, 17.07.2018 - 09:27) weiterlesen...

Essener Industriekonzern - Krise bei Thyssenkrupp: Aufsichtsratschef schmeißt hin. Nun dürften viele auf die Stiftung schauen. Übernehmen Finanzinvestoren bei Thyssenkrupp das Ruder? Nach dem Abgang des Vorstandschefs verlässt auch der Aufsichtsratschef den Industriekonzern. (Wirtschaft, 17.07.2018 - 07:57) weiterlesen...