Regierungen, Spanien

BARCELONA / MADRID - Der Konflikt um die nach Unabhängigkeit strebende spanische Region Katalonien zieht immer weitere Kreise.

06.10.2017 - 05:27:23

Katalonien-Konflikt zieht immer weitere Krise - Banken wandern ab. Auch der Bankensektor zieht nun Konsequenzen aus der unsicheren Lage: Die fünftgrößte Bank des Landes, Banco Sabadell, will aus der Region abwandern und ihren Hauptsitz nach Alicante an der Costa Blanca verlegen, wie das Geldhaus am Donnerstag bei einer Sondersitzung entschied.

Medien berichteten, die Großbank La Caixa wolle wahrscheinlich ebenfalls die Region verlassen und in Mallorcas Hauptstadt Palma umziehen. Die Entscheidung soll am Freitag fallen. Die Aktienkurse der Banken waren zuletzt im Zuge der Krise stark gefallen.

Nach einem Bericht der Zeitung "El Mundo" plant die spanische Regierung die Verabschiedung eines Dekrets, das Geldinstituten und Firmen den Weggang aus Katalonien erleichtern soll. Demnach würde eine Entscheidung des Aufsichtsrats für einen Ortswechsel ausreichen, eine Gesellschafterversammlung müsste nicht mehr einberufen werden, so das Blatt unter Berufung auf Finanzkreise.

Die Katalanen hatten sich am Sonntag bei einem umstrittenen und von der Justiz untersagten Referendum mit deutlicher Mehrheit für eine Abspaltung der wirtschaftsstarken Region von Spanien ausgesprochen. Allerdings hatten nur 42 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen.

Die Regierung in Madrid hatte wochenlang mit allen Mitteln versucht, die Volksabstimmung zu verhindern und lehnt bislang jeden Dialog mit der Führung der Regionalregierung ab. Diese hat für Montag eine Parlamentssitzung angesetzt, bei der die Unabhängigkeit erklärt werden könnte. Jedoch hat das Verfassungsgericht die Sitzung mittlerweile verboten.

Wegen der prekären Situation wurde auch der für den 10. Oktober geplante vierte Gipfel der EU-Südstaaten verschoben. Er soll nun Anfang Dezember stattfinden, wie der staatliche zyprische Rundfunk (RIK) unter Berufung auf die zyprische Staatspräsidentschaft mitteilte. Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades und der spanische Regierungschef Mariano Rajoy hätten sich am Donnerstag bei einem Telefongespräch darauf geeinigt. Über die Verschiebung des Treffens wurden auch die Regierungen Frankreichs, Griechenlands, Italiens, Portugals und Maltas informiert, hieß es.

Der Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen, Karl-Heinz Lambertz, betonte derweil, er halte eine Vermittlung der Europäischen Union für sinnvoll. Dass man von Europa aus eine Person oder eine Gruppe bestimmt, die versucht, eine Lösung zu erarbeiten, fände ich sinnvoll und wünschenswert", sagte der Belgier der "Frankfurter Rundschau" (Freitag).

Lambertz räumte aber ein, dass es derzeit schwer vorstellbar sei, wie ein Kompromiss zwischen Barcelona und Madrid aussehen könnte. "Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich da noch nicht so klar, was die Landefläche sein könnte. Momentan befinden wir uns in eine Eskalationsphase."

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

WDH/ROUNDUP: Euro-Finanzminister einigen sich auf Guindos für EZB-Vizeposten. (Im ersten Absatz wurde der Termin für das Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs berichtigt.) WDH/ROUNDUP: Euro-Finanzminister einigen sich auf Guindos für EZB-Vizeposten (Wirtschaft, 19.02.2018 - 21:10) weiterlesen...

Merkel sieht Finanzlage der EU nach Brexit kritisch. Die finanzielle Lage sei "sehr fordernd", sagte die CDU-Vorsitzende am Montag vor einem Treffen mit dem luxemburgischen Premierminister Xavier Bettel. Sie nannte die Verteidigungspolitik, Migration und die Bekämpfung von Fluchtursachen als große finanzielle Aufgaben. Nicht alle EU-Mitgliedstaaten seien dafür, nach dem Austritt Großbritanniens mehr Geld auszugeben, sagte Merkel. BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die Finanzplanung der EU durch den bevorstehenden Brexit vor erheblichen Herausforderungen. (Wirtschaft, 19.02.2018 - 19:59) weiterlesen...

Euro-Finanzminister einigen sich auf Guindos für EZB-Vizeposten. Die Empfehlung für die Kandidatur des spanischen Wirtschaftsministers solle beim Ministertreffen am Dienstag offiziell bestätigt werden, hieß es am Montag in Brüssel. Die letztendliche Entscheidung treffen die EU-Staats- und Regierungschefs voraussichtlich bei ihrem Treffen Ende der Woche. BRÜSSEL - Die 19 Euro-Finanzminister haben sich auf den Spanier Luis de Guindos als künftigen EZB-Vizepräsidenten verständigt. (Wirtschaft, 19.02.2018 - 19:40) weiterlesen...

Merkel und Rutte wollen Herausforderungen in EU gemeinsam angehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Montagabend vor einem Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsident Mark Rutte, beide Seiten hätten in Europa immer konstruktiv zusammengearbeitet. Man wolle am Abend über den künftigen Finanzrahmen der EU sprechen, fügte die Kanzlerin hinzu. BERLIN - Deutschland und die Niederlande wollen die Herausforderungen in Europa trotz der langen Regierungsbildung in Deutschland weiterhin gemeinsam angehen. (Wirtschaft, 19.02.2018 - 19:35) weiterlesen...

Studie: EU könnte bis 2030 bis zu 34 Prozent erneuerbare Energien erreichen. Statt der bis zum Jahr 2030 anvisierten 27 Prozent Ökoenergie seien 34 Prozent kosteneffizient erreichbar - doppelt so viel wie 2015, heißt es in der am Montag veröffentlichten Modellrechnung der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA). BRÜSSEL - Die Europäische Union könnte einer Studie zufolge den Ausbau erneuerbarer Energien deutlich beschleunigen und dabei unter dem Strich Milliarden sparen. (Boerse, 19.02.2018 - 18:11) weiterlesen...

Grüne: Bund muss gesetzliche Grundlage für Gratis-ÖPNV schaffen. Derzeit könne keine Kommune eine Umlage oder Abgabe für den ÖPNV schaffen, weil die rechtliche Grundlage fehle, sagte Parteichef Robert Habeck am Montag in Berlin. Zudem müsse der Bund die Kommunen bei solchen Maßnahmen finanziell unterstützen. Es gebe keine Einheitslösung für alle. "Jede Kommune, jede Stadt, jedes Land wird verschiedene Maßnahmen bündeln müssen", sagte Habeck. Dazu gehöre auch ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und seine "Vergünstigung bis hin zur Kostenfreiheit". BERLIN - In der Debatte um schmutzige Stadtluft fordern die Grünen eine Gesetzesänderung für Städte und Gemeinden, die einen kostenlosen Nahverkehr anbieten wollen und können. (Wirtschaft, 19.02.2018 - 15:19) weiterlesen...