Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Spanien, Deutschland

BARCELONA - In der von Spanien fortstrebenden Region Katalonien konnten die rund 5,6 Millionen Wahlberechtigten am Sonntag zwischen einer Fortsetzung der Konfrontation mit dem Rest des Landes oder einem Ausgleich wählen.

14.02.2021 - 16:03:31

Richtungswahl im gespaltenen Katalonien. Umfragen sahen Befürworter und Gegner einer Abspaltung der wirtschaftsstarken Region in etwa gleich stark. Die für die Unabhängigkeit eintretenden Parteien konnten dennoch auf eine Mehrheit der Sitze hoffen, weil das Wahlrecht Stimmen aus ländlichen Gebieten mit traditionell eher separatistischer Wählerschaft mehr Gewicht gibt als denen in Großstädten wie Barcelona. Eine Regierungsbildung könnte schwierig werden. Die Wahlbeteiligung war wegen der Corona-Pandemie deutlich niedriger als bei früheren Wahlen.

Drei Parteien lagen Umfragen zufolge in der Wählergunst in etwa gleich auf. Das waren zunächst die linke ERC und die liberal-konservative JuntsxCat, die bisher eine Minderheitsregierung bildeten. Beide fordern die Unabhängigkeit Kataloniens, aber mit einem gewichtigen Unterschied. ERC will die Unabhängigkeit möglichst auf dem Verhandlungsweg mit Madrid erreichen, während JuntsxCat mit zivilem Ungehorsam und Widerstand hofft, dass ein entnervtes Spanien irgendwann nicht anders kann, als Katalonien freizugeben.

Der letzte Versuch, die Unabhängigkeit auf Biegen und Brechen zu erreichen, scheiterte 2017 kläglich, als sich die Region nach einem Referendum, das in der Verfassung nicht vorgesehen ist, kurzzeitig von Spanien lossagte. Katalonien wurde prompt unter Zwangsverwaltung Madrids gestellt. Die Anführer flohen entweder wie der damalige Regionalpräsident Carles Puigdemont nach Belgien oder sie wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.

Die Spaltung der Gesellschaft verschärfte sich, die Wirtschaft wurde durch die Instabilität in Mitleidenschaft gezogen und der Unabhängigkeit kam man keinen Millimeter näher. "Die separatistischen Parteien wagen es einfach nicht, den Menschen zu sagen: Das war alles nichts, die Unabhängigkeit ist nicht zu erreichen", sagt der Politologe Oriol Bartomeus.

Die dritte Kraft, die so stark wie ERC und JuntsxCat werden könnte, sind die seit einem Jahr in Madrid regierenden Sozialisten. Erst kurz vor der Wahl zauberten sie ihren Trumpf aus dem Ärmel und stellten den bekannten, aber wegen der Corona-Politik nicht unumstrittenen bisherigen Gesundheitsminister Salvador Illa als ihren Spitzenkandidaten auf. Der ruhig auftretende Katalane will die seit Jahren andauernde Konfrontation durch Verhandlungen mit den Separatisten beenden. "Wählen sie mit Hoffnung", sagte er nach der Stimmabgabe in Barcelona.

Der wahrscheinlichste Partner dafür wäre die ERC, deren Abgeordnete im Nationalparlament in Madrid schon jetzt die Minderheitsregierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez unterstützten. Aber wie alle anderen separatistischen Parteien hat die ERC schriftlich einen Pakt mit Illa ausgeschlossen.

Rechts von der Mitte musste Spaniens größte Oppositionspartei, die Volkspartei, zittern. Umfragen sahen die rechtspopulistische Vox, die am radikalsten gegen Autonomierechte eintritt, gleichauf oder sogar vorn. Die liberale Partei Ciudadanos, die bei der Wahl 2017 noch viele Abspaltungsgegner für sich gewinnen konnte, inzwischen aber nach rechts driftete, dürfte einen Absturz erleben.

Der Wahlausgang hat nach Einschätzung der Zeitung "La Vanguardia" Auswirkungen auf ganz Spanien. Ein Sieg von JuntsxCat würde nicht nur weitere Konfrontation in Katalonien bedeuten, sondern könnte auch Sánchez das Leben schwer machen. Denn je stärker die kompromisslosen Verfechter der Unabhängigkeit werden, desto geringer wird der Spielraum für die ERC bei der Suche nach einer Verhandlungslösung des Konflikts. Und auch die Unterstützung für die Regierung Sánchez in Madrid könnte auf wachsenden Widerstand innerhalb der ERC stoßen. Aber das Gesprächsangebot der Sozialisten auszuschlagen, könnte sich langfristig als tragisch erweisen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Spanien und Niederlande werden Hochinzidenzgebiete. Auch die Niederlande fallen dann in diese Kategorie, die verschärfte Auflagen bei der Rückreise nach Deutschland vorschreibt, wie das Robert Koch-Institut am Freitag bekanntgab. Die Entscheidung folgt auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden Ländern in den vergangenen Wochen. BERLIN/MADRID - Die Bundesregierung stuft mit Spanien das beliebteste Urlaubsland der Deutschen von Dienstag an als Corona-Hochinzidenzgebiet ein. (Boerse, 23.07.2021 - 21:04) weiterlesen...

Bundesbankpräsident hält EZB-Beschlüsse für zu weitgehend. Ihm sei "die potenziell zu lange Fortschreibung des Niedrigzinsumfelds zu weitgehend", sagte er der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstagausgabe) zur Begründung. Es herrsche im EZB-Rat aber Einigkeit, "dass eine expansive Geldpolitik derzeit angemessen ist", so Weidmann. FRANKFURT - Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat gegen die geldpolitischen Beschlüsse des EZB-Rats am Donnerstag gestimmt. (Wirtschaft, 23.07.2021 - 18:45) weiterlesen...

Europa Schluss: Konjunktur und Quartalsberichte treiben an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte um 1,23 Prozent auf 4109,10 Zähler. Nach einem heftigen Kursrücksetzer zum Wochenanfang ging es anschließend nur noch bergauf mit den Kursen. Auf Wochensicht verbuchte der Index einen Gewinn von 1,8 Prozent. PARIS/LONDON - Robuste Konjunkturdaten und überwiegend erfreuliche Quartalsberichte von Unternehmen haben Europas Börsen am Freitag weiteren Auftrieb beschert. (Boerse, 23.07.2021 - 18:04) weiterlesen...

Mallorcas Tourismusbranche blickt mit Bangen in die Zukunft. "Ich bin geschockt", sagte Beatrice Ciccardini, Wirtin vom Lokal "Zur Krone" am Ballermann. "Ich hatte das nicht erwartet, nachdem wir anfangs so gut dastanden bei den Inzidenzen", sagte sie am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Sie selbst habe eine Reise mit ihrem Sohn nach Deutschland gebucht, die sie nun stornieren werde, weil er sonst in Quarantäne müsste. Die Entscheidung der Bundesregierung sei aber wohl unausweichlich gewesen, sagt die Wirtin resigniert. PALMA - Tourismusunternehmen auf Mallorca blicken nach der Einstufung ganz Spaniens als Hochinzidenzgebiet mit Bangen auf den Rest der Sommersaison. (Boerse, 23.07.2021 - 18:00) weiterlesen...

Aktien Europa Schluss: Konjunkturdaten und Quartalsberichte treiben Kurse an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte um 1,23 Prozent auf 4109,10 Zähler. Nach einem heftigen Kursrücksetzer zum Wochenanfang ging es anschließend nur noch bergauf mit den Kursen. Auf Wochensicht verbuchte der Index einen Gewinn von 1,8 Prozent. PARIS/LONDON - Robuste Konjunkturdaten und erfreuliche Quartalsberichte von Unternehmen haben Europas Börsen am Freitag weiteren Auftrieb beschert. (Boerse, 23.07.2021 - 17:59) weiterlesen...

EU will in Kalifornien Büro für Kontakte zu Tech-Unternehmen eröffnen. Das in San Francisco geplante Büro solle Kontakte zur Technologiebranche erleichtern, bestätigten EU-Vertreter am Freitag in Brüssel. BRÜSSEL - Die EU will wegen der wachsenden Bedeutung von Unternehmen wie Apple , Google und Facebook eine Vertretung im US-Bundesstaat Kalifornien aufbauen. (Boerse, 23.07.2021 - 17:53) weiterlesen...