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AUSBLICK: EZB dürfte Einstieg in den Ausstieg aus Wertpapierkäufen beschließen

24.10.2017 - 09:46:25

AUSBLICK: EZB dürfte Einstieg in den Ausstieg aus Wertpapierkäufen beschließen. FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird an diesem Donnerstag (26. Oktober) aller Voraussicht nach den Einstieg in den Ausstieg aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik beschließen. Dies erwarten viele Fachleute, da EZB-Präsident Mario Draghi eine Entscheidung bereits angekündigt hat. Unklar ist jedoch, was die EZB genau beschließen wird, wie sie also das Abschmelzen ihrer Wertpapierkäufe ausgestalten wird. Allgemein wird damit gerechnet, dass der Ausstieg langsam von statten gehen wird und die Notenbank sich größtmögliche Flexibilität erhalten will.

Fest erwartet wird, dass die EZB ihre Wertpapierkäufe auch im kommenden Jahr fortführen wird, allerdings in geringerem Umfang. Dies legt vor allem die konjunkturelle Entwicklung nahe, die in den vergangenen Quartalen sehr solide war. Die Preisentwicklung spricht dagegen eher nicht für eine Reduzierung der Käufe. Denn nach wie vor ist das Inflationsziel der EZB von knapp zwei Prozent nicht in Reichweite. Dass die Notenbank damit rechnet, ihr Preisziel in absehbarer Zeit wieder zu erreichen, hat laut Experten etwas von Zweckoptimismus. Denn die EZB steht vor dem Problem, dass die kaufbaren Wertpapiere langsam knapp werden.

Zurzeit investiert die Notenbank jeden Monat 60 Milliarden Euro vor allem in Staatsanleihen, aber auch in andere öffentliche Wertpapiere, Unternehmensanleihen, Covered Bonds und Kreditverbriefungen. Setzt die EZB die Käufe in dem bisherigen Tempo fort, drohen im Laufe des kommenden Jahres Knappheiten etwa am Markt für deutsche Bundesanleihen. Ausschlaggebend sind Obergrenzen, die sich die EZB zwar selbst auferlegt hat, die nach Meinung von Fachleuten aber nicht einfach überschritten werden können, da sich die EZB ansonsten rechtlich angreifbar macht.

Viele Analysten gehen deshalb davon aus, dass der monatliche Kaufbetrag zu Jahresbeginn auf 30 Milliarden Euro halbiert wird. Allerdings werden auch stärkere oder schwächere Reduzierungen für möglich gehalten. Offen ist auch die Frage, für wie lange die Notenbank ihre Käufe verlängert und ob sie ein Enddatum vorgibt. Letzteres halten die meisten Analysten für unwahrscheinlich, da dies den Spielraum der EZB unnötig verringern würde. Erwartet wird vielmehr eine Verlängerung der Käufe um sechs oder neun Monate mit der Option einer abermaligen Verlängerung.

"Wir rechnen damit, dass die EZB jede Vorfestlegung vermeiden, sich also eine hohe geldpolitische Flexibilität bewahren wird", sagt Alexander Krüger, Chefvolkswirt vom Bankhaus Lampe. Ähnlich urteilt Andrew Bosomworth vom Vermögensverwalter Pimco. Wie auch viele andere Experten erwartet Bosomworth, dass die EZB ihr Zinsversprechen stark hervorheben wird. Dieses besagt, dass die Leitzinsen auch nach dem Ende der Wertpapierkäufe noch lange an der Nullgrenze liegen werden. Eine Reduzierung der Notenbankbilanz, wie sie seit diesem Monat die US-Zentralbank Fed in Angriff nimmt, erwartet Pimco erst ab dem Jahr 2020. Die Bilanzsumme der EZB beträgt zurzeit 4,3 Billionen Euro, davon entfallen 2,2 Billionen Euro auf die Wertpapierkäufe.

Marktverwerfungen infolge der reduzierten Geldschwemme erwartet kaum ein Analyst. Die Märkte seien auf die Änderungen gut vorbereitet, sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt vom Bankhaus Berenberg. Im Grund gehe es nur noch um die Entscheidung, ob die EZB die Käufe länger mit geringerem monatlichem Volumen oder kürzer mit höheren Monatsbeträgen laufen lassen wolle. Unter dem Schlagwort "lower for longer" erwarten viele Fachleute eine etwas längere Laufzeit mit geringeren Kaufbeträgen. Hiermit würde die EZB die Erwartungen auf eine erste Zinsanhebung weit ins Jahr 2019 verschieben, sagt Schmieding.

@ dpa.de

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