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ANKARA - Der wegen der taumelnden Landeswährung und damit verbundener Wirtschaftsprobleme unter Druck stehende türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan tauscht den Finanzminister aus.

02.12.2021 - 09:54:01

Türkischer Präsident Erdogan tauscht Finanzminister aus. Lutfi Elvan verlässt das Amt nach nur etwas mehr als 12 und wird durch Nureddin Nebati ersetzt, wie aus einer offiziellen Mitteilung vom Mittwochabend hervorgeht.

Der Kurs der türkischen Lira ist am Donnerstagmorgen nach der Entlassung des Finanzministers gesunken. Die Währung verlor im Handel mit dem US-Dollar und dem Euro jeweils mehr als ein Prozent an Wert, rutschte aber nicht auf Rekordtiefstände, die zuletzt im Verlauf der Woche erreicht worden waren.

Die Talfahrt der türkischen Lira hatte sich in den vergangenen Tage zeitweise stark beschleunigt. Mittlerweile hat die türkische Währung seit Beginn des Jahres zum Dollar etwa 80 Prozent an Wert verloren und zum Euro fast 70 Prozent. Obwohl die türkische Notenbank am Vortag mit einer Intervention am Devisenmarkt gegen den Verfall der heimischen Währung anzukämpfen versuchte, ging es mit dem Kurs weiter nach unten. Zuletzt wurden für einen Dollar 13,49 Lira gezahlt und für einen Euro 15,27 Lira.

"Beobachter spekulieren darüber, dass Elvan gehen musste, weil er der Niedrigzins-Politik des Präsidenten kritisch gegenüberstand", sagte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Der türkische Präsident hat zuletzt trotz einer hohen Inflation immer wieder Zinssenkungen gefordert und zuletzt mehrfach für personelle Wechsel in der Führungsetage der türkischen Notenbank gesorgt.

Für zusätzlichen Druck hatte am Dienstagabend ein Interview Erdogans beim Staatssender TRT gesorgt, in dem er bis zu den für 2023 geplanten Wahlen niedrigere Zinsen versprochen hatte. Mittlerweile leidet die Wirtschaft des Landes schwer unter dem Wertverfall der heimischen Währung. Die Preise für Lebensmittel, Wohnraum und vieles mehr steigen in der Türkei stark an. Die Inflation ist zuletzt auf etwa 20 Prozent gestiegen.

@ dpa.de

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