Regierungen, Nordafrika

ABIDJAN - Kanzlerin Angela Merkel und Staats- und Regierungschefs aus Dutzenden anderen Staaten suchen am Mittwoch nach Wegen für bessere Lebensperspektiven der Jugend in Afrika.

29.11.2017 - 06:32:23

Merkel bei EU-Afrika-Gipfel - Mehr Perspektiven, weniger Migration?. Beim EU-Afrika-Gipfel in der Wirtschaftsmetropole des westafrikanischen Landes Elfenbeinküste wird über eine verstärkte Zusammenarbeit der Kontinente beraten. Deutschland und die anderen EU-Staaten erhoffen sich auch einen Rückgang der Migration über das Mittelmeer.

Die Interessen sind äußerst unterschiedlich. Ein Überblick:

DEUTSCHLAND UND DIE EUROPÄISCHE UNION: Kanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU wollen sich für bessere Bildungschancen für junge Menschen in Afrika einsetzen und mehr Jugendaustausch ermöglichen. Wenn Europa seine Außengrenzen schütze und Schleppern das Handwerk lege, heiße das nicht, dass legaler Austausch nicht gefördert werde, sagt Merkel. Möglich sein sollen Hilfen bei der Berufsausbildung und eine Unterstützung für Universitäten, auch durch Studienmöglichkeiten. Voraussetzung dafür sind Erfolge im Kampf gegen Korruption und die Einhaltung von Menschenrechten. Um mehr private Investitionen anzukurbeln, dürfte Berlin auch den EU-Afrika-Fonds nochmals aufstocken.

Durch bessere Lebensbedingungen in den Herkunftsländern erhofft sich die EU, dass der Migrationsdruck auf Deutschland und Europa aus Afrika abnimmt. Die Kooperation mit Transitländern wie Libyen, von wo aus die meisten Menschen zum gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa starten, spielt aber ebenfalls eine Rolle, ebenso wie eine bessere Kooperation der Herkunftsländer bei der Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern und Wirtschaftsflüchtlingen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker rief zum Gipfel dazu auf, bei den Hilfen für Afrika nicht zu knausern. "Jeder Euro ist eine Investition in unser aller Zukunft, in Chancen für junge Menschen, in Ernährungssicherheit und ein besseres Grenzmanagement", sagte der Luxemburger der "Welt".

AFRIKA: Die Erwartungen Afrikas sind so vielfältig wie die 55 Staaten des Kontinents unterschiedlich sind. Die Anrainer der Sahelzone - Mali, Niger, Tschad, Burkina Faso und Mauretanien - hoffen, dass die Europäer den Löwenanteil ihrer Truppe "G5 Sahel" finanzieren, die unter anderem den islamistischen Terrorismus bekämpfen soll. Viele der ärmeren Staaten hoffen auf mehr Entwicklungshilfe seitens der Europäer - auch wenn es beim Gipfel offiziell keine Finanzzusagen geben soll. Länder wie Uganda oder Äthiopien, die jüngst Hunderttausende afrikanische Flüchtlinge aufgenommen haben, hoffen ebenfalls auf mehr als Lippenbekenntnisse von den Europäern. Die weiter entwickelten Staaten wie Kenia oder Südafrika indes setzen eher darauf, mehr Geschäfte mit den Europäern zu machen.

DIE NICHTREGIERUNGSORGANISATIONEN:

Keine Abschottung vor Flüchtlingen, keine Deals mit Diktatoren und kein Handel zulasten von Kleinbauern: Hilfsorganisationen fordern eine radikale Abkehr von der bisherigen Politik Europas. Viele der aktuellen Kooperationen dienten nur der Eindämmung der illegalen Migration und der Förderung der europäischen Wirtschaft.

Als Beispiel nennen Hilfsorganisationen wie Brot für die Welt, Medico International und Pro Asyl die EU-Unterstützung für das nordafrikanische Transitland Libyen. Sie steht seit Monaten in der Kritik, weil es immer wieder Berichte darüber gibt, dass an der Flucht nach Europa gehinderte Menschen dort in Lagern vergewaltigt, gefoltert oder sogar getötet werden.

Organisationen wie das katholische Hilfswerk Misereor und das globalisierungskritische Netzwerk Attack kritisieren die derzeitigen Wirtschaftspartnerschaften (EPA) der EU mit Afrika. "Nach wie vor werden afrikanischen Ländern politische Maßnahmen auferlegt, die vor allem im Interesse der EU-Staaten sind und nicht dazu beitragen, den Kontinent aus der sozialen und ökonomischen Krise und aus der Abhängigkeit herauszuführen", meint Pirmin Spiegel von Misereor. So führten die bestehenden Wirtschaftsabkommen zur Zerstörung lokaler Märkte, weil EU-Importe wie Milchpulver, Tomatenpaste oder Geflügel dort die Produkte von Kleinbauernfamilien verdrängten.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Deutsche Wirtschaft kritisiert Strafzoll-Pläne der US-Regierung Das Vorhaben der US-Regierung, hohe Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu erheben, stößt bei deutschen Wirtschaftsvertretern auf Unverständnis. (Politik, 17.02.2018 - 08:52) weiterlesen...

Sonderermittler Mueller klagt 13 Russen an (Wirtschaft, 16.02.2018 - 22:30) weiterlesen...

Südafrikas Präsident Ramaphosa verspricht Kampf gegen Korruption. Nach einer Ära des schwindenden Vertrauens in die Institutionen und die Führer des Landes stehe nun eine neue Dämmerung bevor, sagte Ramaphosa in seiner ersten Rede zur Lage der Nation am Freitagabend. In diesem Jahr werde man das Blatt wenden, wenn es um Korruption im öffentlichen Sektor geht. Er wolle eine Gesellschaft bauen, "die von Anstand und Integrität geprägt ist und die die Plünderung öffentlicher Gelder nicht toleriert". Zudem versprach Ramaphosa, die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen. KAPSTADT - Einen Tag nach seiner Wahl hat Südafrikas neuer Präsident Cyril Ramaphosa einen Neubeginn für das Land versprochen. (Wirtschaft, 16.02.2018 - 20:35) weiterlesen...

ROUNDUP/Wahleinmischung: Sonderermittler Mueller klagt 13 Russen an. Sie würden wegen Bundesverbrechen angeklagt und wegen des Versuchs, dem politischen System der USA zu schaden, sagte der stellvertretende Chefankläger Rod Rosenstein am Freitag vor Medien. WASHINGTON - US-Sonderermittler Robert Mueller hat 13 Russen wegen des Versuchs angeklagt, die Präsidentschaftswahl 2016 zu beeinflussen. (Wirtschaft, 16.02.2018 - 20:30) weiterlesen...

US-Handelsminister schlägt Strafzölle für Stahlimporte vor. US-Handelsminister Wilbur Ross veröffentlichte am Freitag seine Vorschläge, die er vor einem Monat US-Präsident Donald Trump vorgelegt hatte. "Die Frage war, ob die Nationale Sicherheit beeinträchtigt ist. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass sie das ist", sagte Ross. Aluminium und Stahl spielen in den USA eine große Rolle für die Rüstungsindustrie. WASHINGTON - Die USA erwägen zum Schutz ihrer heimischen Wirtschaft hohe Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte. (Wirtschaft, 16.02.2018 - 18:49) weiterlesen...

May will in München über Zukunft der Beziehungen zur EU reden. Das kündigte sie am Freitag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin an. Dies werde vor allem die Zusammenarbeit in der Außen- und Sicherheitspolitik betreffen, aber auch Wirtschafts- und Handelsfragen. BERLIN - Die britische Premierministerin Theresa May will auf der Münchner Sicherheitskonferenz am Samstag ihre Pläne für das künftige Verhältnis zur EU nach dem Brexit darlegen. (Wirtschaft, 16.02.2018 - 18:13) weiterlesen...