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Erst kam die Mikrofonpanne, dann der Konfettiregen.

28.07.2019 - 08:46:06

LGBTI-Bewegung - Konfetti und nackte Haut: Eine Million feiern CSD in Berlin. Mit einem Meer aus Regenbogenflaggen ist am Samstag die Parade zum Christopher Street Day in Berlin gestartet. Am Nachmittag waren es rund 150.000 Feiernde, insgesamt wurden es rund eine Million.

  • CSD Berlin - Foto: Paul Zinken

    Die Welt ist bunt. Foto: Paul Zinken

  • CSD Berlin - Foto: Jörg Carstensen

    «Jeder Aufstand beginnt mit deiner Stimme» lautet das Motto der diesjährigen Berliner CSD-Parade. Foto: Jörg Carstensen

CSD Berlin - Foto: Paul ZinkenCSD Berlin - Foto: Jörg Carstensen

Berlin - Konfetti, nackte Haut in der Sonne und überall Regenbogenfahnen: Rund eine Million Menschen haben nach Veranstalterangaben am Samstag den Christopher Street Day (CSD) in Berlin gefeiert.

Mit einer Mikrofonpanne und rund 20 Minuten Verspätung startete am Mittag die 41. Berliner CSD-Parade am Kurfürstendamm. Ziel war das Brandenburger Tor. Aber auch weit weg von der Paradestrecke waren vielerorts Regenbogenfahnen gehisst. Beim ersten Berliner CSD im Juni 1979 waren es 450 Teilnehmer.

Das Motto lautet in diesem Jahr «Stonewall 50 - Every riot starts with your voice» (deutsch: «Jeder Aufstand beginnt mit deiner Stimme»). Der Christopher Street Day erinnert jedes Jahr an Ereignisse vom 28. Juni 1969: Polizisten stürmten vor 50 Jahren die New Yorker Schwulen- und Lesbenbar «Stonewall Inn» in der Christopher Street und lösten dadurch einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen aus. Das diesjährige Motto soll insbesondere die frühen Aktivisten der LGBTI-Bewegung würdigen. LGBTI ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell und intersexuell.

Kurz bevor sich der Tross mit rund 100 Wagen in Bewegung setzte kamen noch einige Aktivisten der LGBTI-Bewegung zu Wort: «Stell dir vor du bist eine Frau und keiner glaubt es dir. Stell dir vor du bist ein Mann, aber erst ein Richter muss dir das bescheinigen», sagte Anastasia Biefang vom Arbeitskreis homosexueller Angehöriger der Bundeswehr e.V. bei der Eröffnung. Biefang wurde bekannt als erste transsexuelle Befehlshaberin der Bundeswehr.

Mit Plakaten wie «Kein Sex mit Nazis» und «Zur Hölle mit dem Patriarchat» setzen Teilnehmer aus aller Welt ein Zeichen für Gleichberechtigung und gegen Ausgrenzung.

Damit die Parade nicht im Müll versinkt, sammeln 130 Mitarbeiter und 60 Fahrzeuge der Berliner Stadtreinigung den ganzen Tag Abfall von den Straßen auf. Um die Sicherheit kümmern sich rund 800 Polizeibeamte, die an diesem Tag im Einsatz sind, wie eine Sprecherin mitteilte.

Trotz Erfolgen, wie der Abschaffung des «Schwulenparagraphen», der gleichgeschlechtlichen Sex unter Strafe stellte und der Einführung der Ehe für alle, werden Homosexuelle und Transgender noch immer Opfer feindseliger Angriffe. 225 Fälle, die sich auf sexuelle Orientierung bezogen, zählte alleine die Berliner Polizei 2018, im Vorjahr waren es 171. Das Beratungsprojekt Maneo registrierte im vergangenen Jahr sogar 382 solcher Fälle, was einem Anstieg um ein Drittel binnen zwei Jahren entspräche, wie es in einer Mitteilung heißt.

@ dpa.de