Rotes Fort Delhi: Warum Lal Qila Reisende aus Deutschland fasziniert
03.06.2026 - 12:36:10 | ad-hoc-news.deWenn sich am späten Nachmittag das Licht über Delhi golden färbt, scheinen die gewaltigen Sandsteinmauern des Roten Forts Delhi – des berühmten Lal Qila („Rote Festung“) – förmlich zu glühen. Zwischen den Toren, Höfen und Marmorpavillons dieser Anlage haben Mogulkaiser regiert, Kolonialmächte geherrscht und moderne Staatschefs Geschichte geschrieben. Wer heute als Besucher aus Deutschland durch die gewaltigen Wehranlagen eintritt, spürt, dass dieses Monument weit mehr ist als eine Sehenswürdigkeit: Es ist ein Schlüssel zum Verständnis Indiens.
Rotes Fort Delhi: Das ikonische Wahrzeichen von Delhi
Das Rote Fort Delhi ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Indiens und ein zentrales Wahrzeichen der Millionenmetropole Delhi. Die monumentale Festungsanlage aus rotem Sandstein erstreckt sich entlang des Yamuna-Flusses und bildet mit ihren gewaltigen Mauern, Toren und Innenhöfen eine eigene Welt innerhalb des hektischen Stadtgefüges. Für Reisende aus Deutschland ist das Fort ein idealer Einstieg in die Mogulgeschichte und in die politische Symbolik des modernen Indien.
International ist das Rote Fort als UNESCO-Welterbestätte anerkannt. Dieser Status unterstreicht seinen außergewöhnlichen universellen Wert als Meisterwerk der Mogularchitektur und als Schauplatz wichtiger historischer Ereignisse. Die UNESCO hebt hervor, dass die Anlage einen Höhepunkt islamisch-indischer Baukultur markiert und gleichzeitig Einflüsse persischer und regionaler Traditionen harmonisch vereint. Wer bereits Bauten wie das Taj Mahal aus Fotos oder Reisen kennt, erkennt im Roten Fort die gleiche künstlerische Handschrift – nur in viel größerer städtebaulicher Dimension.
Für die indische Nation hat Lal Qila bis heute enorme symbolische Bedeutung. Hier proklamierte der erste Premierminister des unabhängigen Indien, Jawaharlal Nehru, 1947 die Unabhängigkeit. Bis heute wird am 15. August, dem indischen Unabhängigkeitstag, von den Mauern des Roten Forts die Nationalflagge gehisst und eine zentrale Rede des Premierministers gehalten. Wer zur richtigen Zeit reist, kann die Vorbereitungen oder – mit etwas Glück – sogar die Atmosphäre rund um diesen Feiertag erleben.
Geschichte und Bedeutung von Lal Qila
Der Ursprung des Roten Forts liegt in der Blütezeit des Mogulreichs. Auftraggeber war Kaiser Shah Jahan, derselbe Herrscher, der auch das Taj Mahal in Agra errichten ließ. In der Mitte des 17. Jahrhunderts beschloss er, die Hauptstadt von Agra nach Delhi zu verlegen und eine neue Residenzstadt zu schaffen. So entstand Shahjahanabad, das heutige Alt-Delhi, mit dem Roten Fort als politischem und kulturellem Zentrum.
Der Bau von Lal Qila begann in den 1630er-Jahren und wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts weitgehend abgeschlossen. Damit ist das Fort rund zwei Jahrhunderte älter als das Deutsche Reich, das 1871 gegründet wurde. Für deutsche Reisende hilft dieser Vergleich, die zeitliche Dimension einzuordnen: Als in Delhi bereits feinste Marmorhallen mit filigranen Einlegearbeiten entstanden, war Brandenburg-Preußen noch ein relativ junger Staat und das Heilige Römische Reich deutscher Nation im Niedergang.
Über gut 200 Jahre diente das Rote Fort als Hauptresidenz der Mogulkaiser. Hier wurden Hofzeremonien abgehalten, Allianzen geschlossen, Dichter gefördert und politische Entscheidungen getroffen. Schriftquellen und Berichte ausländischer Gesandter schildern den Glanz dieser Zeit: prächtige Audienzhallen, kunstvolle Gärten und eine höfische Kultur, die Musik, Dichtung und Architektur eng miteinander verwob.
Mit dem allmählichen Niedergang des Mogulreiches und dem Aufstieg der Britischen Ostindien-Kompanie verschob sich die politische Macht. Nach dem großen indischen Aufstand von 1857, der in westlichen Quellen lange als „Sepoy-Aufstand“ bezeichnet wurde, verlor das Fort seine Funktion als Kaiserresidenz. Die Briten nutzten die Anlage fortan militärisch, zahlreiche Bauteile wurden verändert oder zerstört. Für heutige Besucher ist dieses Schichtenmodell aus Machtwechseln sichtbar: Mogularchitektur trifft auf koloniale Einbauten und spätere Restaurierungsversuche der indischen Behörden.
Mit der Unabhängigkeit Indiens 1947 erhielten Lal Qila und seine Mauern eine neue, symbolische Rolle. Jawaharlal Nehru wählte bewusst das Rote Fort als Kulisse für die Proklamation der Unabhängigkeit und seine berühmte Rede „Tryst with Destiny“. Seitdem gilt das Fort als eine Art Bühne für die indische Demokratie. Für Reisende aus Deutschland, die etwa das Brandenburger Tor als symbolischen Ort der deutschen Einheit kennen, ist dieser Aspekt besonders spannend: beide Bauwerke stehen für politische Wendepunkte und nationale Selbstvergewisserung.
In den 2000er-Jahren wurde das Rote Fort in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen. Dies führte zu verstärkten Erhaltungs- und Restaurierungsprogrammen durch den Archaeological Survey of India, die zentrale Denkmalbehörde des Landes. Für Besucher bedeutet das: Viele Bereiche der Anlage sind heute strukturiert erschlossen, Beschilderungen erläutern die wichtigsten Gebäude, und es gibt Bemühungen, das historische Erscheinungsbild so authentisch wie möglich zu bewahren.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch verbindet das Rote Fort Delhi militärische Funktionalität mit höfischer Pracht. Von außen wirken die bis zu rund 30 m hohen roten Sandsteinmauern wehrhaft und schlicht, mit Bastionen, Türmen und Toranlagen. Im Inneren entfaltet sich jedoch eine Welt aus Marmor, filigranen Ornamenten, Wasserläufen und Gärten, die eher an einen Palast als an eine Festung erinnert.
Ein zentraler Zugriffspunkt für Besucher ist das Lahore Gate, das wichtigste Tor der Anlage. Sein Name erinnert daran, dass die historische Handelsroute einst weiter nach Lahore führte, das heute in Pakistan liegt. Wer durch dieses Tor tritt, gelangt zunächst in eine überdachte Basarstraße, die sogenannte Chatta Chowk. Hier wurde in der Mogulzeit Luxusware gehandelt; heute finden sich Souvenirgeschäfte, Textilien und Kunsthandwerk, die Reisende aus Deutschland mit nach Hause nehmen können.
Hinter den inneren Toren öffnet sich der Blick auf weite Höfe und die eigentlichen Palastbereiche. Besonders eindrucksvoll sind die Hallen und Pavillons aus weißem Marmor, die mit Einlegearbeiten aus Halbedelsteinen geschmückt sind. Dieses Kunsthandwerk, das auch im Taj Mahal sichtbar ist, verbindet florale Motive mit kalligrafischen Elementen und steht stellvertretend für den Höhepunkt der Mogulkunst. Viele Reiseführer und Kunsthistoriker betonen, dass diese Kombination aus strenger Geometrie, Wasserarchitektur und ornamentaler Finesse den einzigartigen Charakter der Mogulresidenzen ausmacht.
Zu den wichtigsten Gebäuden innerhalb des Forts gehören:
Diwan-i-Aam – die „Halle der öffentlichen Audienz“. Hier empfing der Mogulkaiser Untertanen und Gesandte, die Petitionen vortrugen oder Entscheidungen erwarteten. Die Halle ist durch Bögen gegliedert und öffnet sich zu einem großen Hof. Man kann sich gut vorstellen, wie der Kaiser auf erhöhtem Thron saß und die Menge zu seinen Füßen versammelt war.
Diwan-i-Khas – die „Halle der privaten Audienz“. Dieser kleinere, aber kostbarer ausgestattete Pavillon diente vertraulichen Gesprächen mit wichtigen Würdenträgern. Historische Berichte erwähnen einen legendären Pfauenthron, der hier gestanden haben soll – ein Meisterwerk aus Gold und Edelsteinen, das jedoch im Laufe der Geschichte verloren ging. Die Inschrift im Pavillon wird oft mit dem berühmten Vers in Verbindung gebracht: „Wenn es ein Paradies auf Erden gibt, dann ist es dies, es ist dies, es ist dies.“
Rang Mahal und Khas Mahal – Wohn- und Vergnügungsbereiche des Hofes. Diese Gebäude zeigen, wie sehr Wasser und Kühlung in der Architektur Delhis eine Rolle spielten: Kanäle, Becken und Brunnen waren so angelegt, dass sie das Mikroklima der Räume verbessern konnten. Wer aus Deutschland im heißen Sommer nach Delhi reist, bekommt hier eine anschauliche Vorstellung davon, wie wichtig klimagerechtes Bauen in vormoderner Zeit war.
Typisch für Mogularchitektur sind auch die geometrisch angelegten Gärten, die symbolisch auf die Vorstellung eines Paradiesgartens anspielen. Wasserläufe, Wege und Pflanzungen folgen strengen Achsen, während Pavillons und Terrassen Aussichten ins Freie eröffnen. Verglichen mit barocken Schlossgärten in Deutschland, etwa in Potsdam oder Herrenchiemsee, wirkt die Gestaltung zurückhaltender, doch die zugrundeliegende Idee – Macht, Ordnung und Harmonie durch Landschaft zu inszenieren – ist ähnlich.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Materialwahl. Der rote Sandstein der Außenmauern steht in starkem Kontrast zu den weißen Marmorelementen im Inneren. Dieser Farbwechsel erzeugt nicht nur einen dramatischen Eindruck, sondern symbolisiert auch das Spannungsfeld von militärischer Stärke und höfischer Eleganz. Viele Reiseberichte und Fotostrecken nutzen diesen Kontrast, um die Anlage eindrucksvoll in Szene zu setzen.
Heute findet im Roten Fort zudem eine Licht- und Tonshow („Sound & Light Show“) statt, bei der abends die Geschichte des Forts in mehreren Sprachen erzählt wird. Diese Shows werden in regelmäßigen Abständen überarbeitet und kombinieren Projektionen, Musik und Erzählstimmen. Für Reisende aus Deutschland, die sich nach einem heißen Tag in der Stadt noch einmal die wichtigsten Stationen der Geschichte vor Augen führen möchten, ist das ein atmosphärischer Abschluss des Besuchs. Da sich Zeiten und Sprachen ändern können, empfiehlt es sich jedoch, die aktuellen Angaben vor Ort oder über offizielle Kanäle zu prüfen.
Rotes Fort Delhi besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise: Das Rote Fort liegt im alten Stadtteil von Delhi, nicht weit vom Fluss Yamuna und in der Nähe belebter Basare wie Chandni Chowk. Vom internationalen Flughafen Indira Gandhi (DEL) ist es je nach Verkehrslage in etwa 45–90 Minuten mit Taxi oder App-basierten Fahrdiensten erreichbar. Aus Deutschland kommend bieten große Airlines direkte oder umsteigefreie Verbindungen nach Delhi an, meist von Frankfurt, München oder gelegentlich Berlin aus. Die Flugzeit liegt typischerweise bei rund 7–8 Stunden. Innerhalb Delhis ist die Anfahrt per Metro eine stressarme Option: Die nächstgelegene Metrostation befindet sich in fußläufiger Distanz, konkrete Linienführungen können sich im Laufe der Jahre ändern, daher auf aktuelle Stadtpläne und Hinweise des örtlichen Nahverkehrs achten.
- Öffnungszeiten: Das Rote Fort ist in der Regel täglich tagsüber für Besucher geöffnet, häufig von den Morgenstunden bis zum späten Nachmittag oder frühen Abend. Für die Sound-&-Light-Show gelten separate Abendzeiten. Da sich Öffnungszeiten aufgrund von Feiertagen, Sicherheitsmaßnahmen oder Restaurierungen ändern können, sollten Reisende die aktuellen Zeiten unmittelbar vor dem Besuch über offizielle Informationsquellen des Forts oder über die zuständigen indischen Kulturbehörden prüfen. Besonders rund um den indischen Nationalfeiertag am 15. August kann es zu temporären Sperrungen kommen.
- Eintritt: Für ausländische Besucher gelten am Roten Fort gesonderte Eintrittspreise, die sich von denen für indische Staatsbürger unterscheiden. Üblicherweise zahlen internationale Gäste einen höheren Betrag, der häufig in der lokalen Währung (Indische Rupie) ausgewiesen ist. Da Eintrittspreise im Laufe der Zeit angepasst werden, empfehlen offizielle Stellen und seriöse Reiseführer, sich vorab über die jeweils aktuelle Höhe zu informieren. Für Reisende aus Deutschland empfiehlt es sich, einen Richtwert in Euro im Kopf zu haben, aber Wechselkursänderungen zu berücksichtigen. Kartenzahlung ist an vielen Kassen zunehmend möglich, dennoch ist es sinnvoll, etwas Bargeld in Rupien bereitzuhalten.
- Beste Reisezeit: Delhi erlebt ausgeprägte Jahreszeiten. Die angenehmste Zeit für einen Besuch des Roten Forts liegt meist zwischen November und Februar, wenn die Temperaturen tagsüber oft zwischen etwa 15 und 25 °C liegen und der sonst drückende Sommerhitze fehlt. Der Sommer von April bis Juni kann sehr heiß werden, mit Temperaturen deutlich über 35 °C, gefolgt vom Monsun mit hoher Luftfeuchtigkeit und gelegentlichen starken Regenfällen. Viele erfahrene Asienreisende aus Deutschland bevorzugen daher die Wintermonate, reisen aber auch im Frühjahr oder Herbst, wenn die Hitze noch erträglich ist. Unabhängig von der Jahreszeit lohnt es sich, das Fort eher am Vormittag oder späten Nachmittag zu besuchen, um der größten Hitze und den Stoßzeiten zu entgehen.
- Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Kleidung, Fotografieren: In Delhi wird neben Hindi und anderen Regionalsprachen vor allem Englisch im offiziellen und touristischen Kontext genutzt. Mitarbeiter an Kassen, Guides und viele jüngere Inder sprechen zumindest grundlegendes Englisch, sodass sich Reisende aus Deutschland mit Englischkenntnissen gut verständigen können. Deutsch ist im Alltag kaum verbreitet. Bei Zahlungen haben sich Kreditkarten in vielen Hotels, Restaurants und größeren Läden etabliert; in kleineren Geschäften, bei Straßenständen oder in Rikschas ist Bargeld weiterhin wichtig. Mobile Payment über indische Apps ist für Touristen nur eingeschränkt nutzbar, während Apple Pay oder Google Pay zunehmend akzeptiert werden, jedoch nicht flächendeckend. Trinkgeld ist in Indien üblich, aber meist moderat: In Restaurants werden rund 5–10 % geschätzt, sofern kein Servicezuschlag ausgewiesen ist. Für einen Guide oder Fahrer sind kleine Beträge als Anerkennung üblich. Beim Besuch von Lal Qila ist eine respektvolle, nicht zu freizügige Kleidung ratsam: Schultern und Knie sollten besser bedeckt sein, sowohl aus kultureller Sensibilität als auch als Schutz vor Sonne. Für Foto- und Videoaufnahmen gelten oftmals Regeln, die bestimmte Bereiche oder professionelle Ausrüstung betreffen. Am besten werden die aktuellen Hinweise vor Ort beachtet, um Missverständnisse zu vermeiden.
- Einreisebestimmungen und Sicherheit: Für Reisende aus Deutschland ist für Indien in der Regel ein Visum erforderlich, das vorab online oder über die zuständigen Stellen beantragt werden muss. Die genauen Bestimmungen können sich ändern. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen, Gesundheits- und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Zudem ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportempfehlung sinnvoll, da die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland Kosten in Indien in der Regel nicht übernimmt. Das Rote Fort selbst ist ein stark frequentierter, bewachter Ort, Sicherheitskontrollen am Eingang sind üblich. Wie an anderen großen Sehenswürdigkeiten werden Besucher dazu angehalten, auf Taschen und Wertsachen zu achten.
- Zeitverschiebung: Indien nutzt eine einheitliche Zeitzone, die Indian Standard Time (IST), die 5,5 Stunden vor Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) liegt. Während der mitteleuropäischen Sommerzeit beträgt der Unterschied meist 3,5 Stunden. Wer aus Deutschland anreist, sollte den Jetlag einkalkulieren und am Ankunftstag leichte Aktivitäten einplanen, bevor ein ausführlicher Besuch des Roten Forts auf dem Programm steht.
Warum Lal Qila auf jede Delhi-Reise gehört
Für viele Reisende aus Deutschland ist Delhi zunächst vor allem Transitpunkt zum Taj Mahal oder zu den Stränden Goas. Doch wer die indische Hauptstadt ernst nimmt, entdeckt im Roten Fort einen Ort, an dem sich Geschichte, Architektur und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise überlagern. Lal Qila gehört auf jede Delhi-Reise, weil es ein Panorama der indischen Geschichte bietet – vom Mogulhof bis zur modernen Republik.
Beim Rundgang durch die Anlage wird die Vielfalt deutlich: Auf der einen Seite steht der Prunk des Mogulreichs, das mit reichen Dekoren, Wasserbecken und Gartenanlagen eine Welt höfischer Raffinesse inszenierte. Auf der anderen Seite stehen die Spuren kolonialer Nutzung und militärischer Umwidmung, die die Brüche der Geschichte spiegeln. Diese Vielschichtigkeit macht das Fort zu einem spannenden Lernort, insbesondere für Besucher aus Europa, die gewohnte Perspektiven auf Kolonialgeschichte hinterfragen möchten.
Ein weiterer Grund, warum das Rote Fort so faszinierend ist, liegt in seiner Atmosphäre. Trotz der vielen Besucher ist es möglich, ruhigere Winkel zu finden, in denen der Blick über Höfe, Mauern und Gärten schweift. Das Geräusch der Stadt dringt nur gedämpft hinein, Vögel kreisen über den Mauern, und in einigen Innenhöfen entsteht eine fast meditative Stimmung. Wer sich Zeit nimmt, kann dorthin sitzen, die Architektur betrachten und in Gedanken die historischen Szenen nachzeichnen – vom Einzug Shah Jahans bis zur Flaggenzeremonie der unabhängigen Republik.
Auch die Umgebung trägt zum Erlebnis bei. In unmittelbarer Nähe liegen lebhafte Märkte und Gassen wie Chandni Chowk, in denen Gewürzduft, Hupen, Rufe und Rikschaklingeln eine dichte Klang- und Geruchslandschaft bilden. Das Rote Fort wird so zur ruhigen, geordneten Gegenwelt zur pulsierenden Stadt draußen. Ein typischer Tagesablauf für viele Reisende aus Deutschland könnte deshalb so aussehen: Vormittags in der relativen Kühle das Fort erkunden, mittags in einem nahegelegenen Restaurant pausieren und nachmittags in den Basaren von Alt-Delhi eintauchen.
Nicht zuletzt ist Lal Qila ein Ort, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart digital begegnen. In Sozialen Medien kursieren unzählige Bilder und Videos, von klassischen Postkartenperspektiven der Mauern bis zu kreativen Reels, die Mode, Tanz und Architektur verbinden. Wer vor Ort fotografiert, wird schnell merken, dass jede Tageszeit ein anderes Licht bietet: Morgens weiches, kühles Licht; mittags harte Kontraste; abends jenes warme Leuchten, das die rote Festung zu einem beinahe überirdischen Anblick macht.
Für ein deutschsprachiges Publikum, das vielleicht bereits europäische Burgen, Schlösser und Residenzen kennt, eröffnet das Rote Fort einen Blick in eine andere Tradition von Machtarchitektur. Es zeigt, wie in Südasien über Jahrhunderte hinweg Klimateinflüsse, religiöse Vorstellungen und politische Ansprüche in Stein übersetzt wurden. Wer Indien nicht nur als modernes IT-Land, sondern in all seiner historischen Tiefe verstehen will, findet in Lal Qila einen idealen Ausgangspunkt.
Rotes Fort Delhi in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien ist das Rote Fort Delhi ein Dauerthema – ob als Kulisse für Reisefotos, als Hintergrund für Tanzvideos oder als Symbolbild rund um den indischen Unabhängigkeitstag. Für Reisende aus Deutschland lohnt sich ein Blick in diese digitalen Impressionen, um ein Gefühl für Stimmung, Andrang und beliebte Fotospots zu bekommen, bevor man selbst vor den Mauern steht.
Rotes Fort Delhi — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Rotes Fort Delhi
Wo liegt das Rote Fort Delhi genau?
Das Rote Fort befindet sich im historischen Zentrum von Delhi, im Bereich von Alt-Delhi unweit des Yamuna-Flusses. Es ist über Straße und Metro gut mit anderen Stadtteilen verbunden und liegt in der Nähe von belebten Märkten wie Chandni Chowk. Für Reisende aus Deutschland ist es daher ein leicht erreichbarer Ausgangspunkt, um Alt-Delhi zu erkunden.
Warum ist Lal Qila historisch so bedeutsam?
Lal Qila war über zwei Jahrhunderte die Hauptresidenz der Mogulkaiser und damit eines der wichtigsten Machtzentren Südasiens. Später wurde das Fort zum Symbol des modernen Indien, als 1947 von hier aus die Unabhängigkeit proklamiert wurde. Bis heute dient es als Kulisse für zentrale politische Zeremonien wie die Flaggenhissung am Unabhängigkeitstag.
Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch einplanen?
Für einen ersten Eindruck mit Rundgang durch die wichtigsten Bereiche sollten Besucher mindestens zwei bis drei Stunden einplanen. Wer zusätzlich die Museen, ruhigere Gartenbereiche und eventuell die abendliche Licht-Show erleben möchte, kann gut einen halben Tag oder mehr einrechnen. Da es im Sommer sehr heiß werden kann, ist eine Kombination aus Tages- und Abendbesuch für viele Reisende angenehm.
Welche Besonderheiten sollten Reisende aus Deutschland beachten?
Reisende sollten die klimatischen Bedingungen in Delhi berücksichtigen, ausreichend Wasser mitnehmen, Sonnenschutz und ggf. Kopfbedeckung nutzen. Englischkenntnisse sind für die Kommunikation meist ausreichend. Bei Einreiseformalitäten, Visa und Gesundheitsfragen empfiehlt sich der Blick auf die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts. Zur Bezahlung sind Kreditkarten weit verbreitet, Bargeld in Rupien bleibt aber wichtig, insbesondere für kleinere Ausgaben.
Wann ist die beste Reisezeit für einen Besuch des Roten Forts?
Besonders angenehm sind die Monate von November bis Februar, wenn die Temperaturen moderat und oft vergleichsweise trocken sind. In dieser Zeit lässt sich der Besuch des Roten Forts gut mit anderen Sehenswürdigkeiten in Delhi und im sogenannten Goldenen Dreieck (Delhi, Agra, Jaipur) verbinden. Wer in der heißen Saison reist, sollte bevorzugt die frühen Morgenstunden oder den späten Nachmittag nutzen.
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