Leute, Musik

Ob Mode, Wodka oder Fernsehen: Rapper Sean «Diddy» Combs hat für gute Geschäfte ein goldenes Händchen.

19.12.2017 - 10:52:05

Hip-Hop-Mogul - Diddy liebäugelt mit Footballteam. Nun will er eine Footballmannschaft kaufen. Er meint: Die fast ausnahmslos weißen Teambesitzer in der NFL könnten einen Afroamerikaner in ihren Reihen dringend gebrauchen.

Charlotte - Für Prominente in den USA ist der Teilbesitz einer Sportmannschaft mehr als ein cooles, neues Spielzeug.

Statt noch einer luxuriösen Villa, einer Jacht oder einem Privatjet gönnen sich millionenschwere Musiker und Schauspieler wie Will Smith, Usher, Jennifer Lopez und einst Jay-Z hin und wieder Anteile an mehr oder weniger erfolgreichen Basketball- oder Footballteams.

Das kann als Geldanlage gedacht oder einfach mit dem Wunsch verbunden sein, der heimischen Mannschaft unter die Arme zu greifen - von kostenlosen Tickets, Spielernähe und Prestige ganz zu schweigen.

Nicht sehr überraschend also, dass Rapper und Produzent Sean «Diddy» Combs sich als neuer Eigentümer der Carolina Panthers ins Spiel gebracht hat. «Ich möchte die Panthers kaufen. Sagt es weiter», twitterte er am Sonntag über die zum Verkauf stehende Footballmannschaft und sagte in einem Video auf Instagram: «Ich werde der beste NFL-Besitzer sein, den ihr euch vorstellen könnt.» Hunderttausendfach wurde der Clip geklickt, Rap und Football sind einfach gutes Entertainment.

Diddy will mehr als nur spielen. Bis heute gebe es keinen Afroamerikaner, der Mehrheitsanteile an einer NFL-Mannschaft hat, twitterte er hinterher. «Lasst uns Geschichte schreiben». Der Schritt wäre überfällig in einer Liga, die zu 70 Prozent aus schwarzen Spielern besteht. Die einzigen nicht-weißen Besitzer von Mehrheitsanteilen sind der in Pakistan geborene Shahid Khan (Jacksonville Jaguars) und die aus Südkorea stammende Kim Pegula (Buffalo Bills). In der Basketballliga NBA sind 91 Prozent der Mehrheits-Eigentümer weiß. Und fast drei Viertel der Spieler schwarz.

Es dauerte nicht lang, bis auch der schwarze Basketball-Superstar und Panthers-Fan Stephen Curry seinen Hut in den Ring warf. «Ich bin dabei!», twitterte er in Richtung Diddy, der den Deal mit seiner Antwort «Meld' dich bei mir» offenbar tatsächlich ins Rollen bringen will. Die nach «Forbes»-Schätzungen 2,3 Milliarden Dollar (1,6 Mrd Euro) könnte Diddy, dessen Vermögen dem Magazin zufolge bei 820 Millionen Dollar (700 Mio Euro) liegt, keineswegs allein aufbringen. Auch drei schwarze Ex-Footballspieler kündigten Interesse an.

Und Diddys Plan geht noch weiter: Sollte er die Panthers tatsächlich kaufen, will er Colin Kaepernick unter Vertrag nehmen. Der frühere Quarterback der San Francisco 49ers steht seit März ohne Team da. Sein Kniefall-Protest gegen Polizeigewalt beim Abspielen der Nationalhymne hatte zu einer landesweiten Debatte geführt, in die sich sogar Präsident Donald Trump einschaltete. Kaepernick meldete sich auf Twitter und erklärte, ebenfalls einsteigen zu wollen - allerdings nicht als Quarterback auf dem Feld, sondern als Teilhaber.

Der Alleskönner Diddy hat schon mit seiner Modemarke sowie mit Tequila-, Wodka- und Wassermarken und einem TV-Kabelsender gute Geschäfte gemacht. Würden die Panthers Teil seines Portfolios, könnte der Verein sich ein wenig von den Negativschlagzeilen vergangener Tage befreien. Der bisherige Besitzer Jerry Richardson hatte den Verkauf nach Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe und rassistischer Äußerungen angekündigt, die NFL ermittelt.

Aber Diddy wäre nicht Diddy, wenn der politisch motivierte Zug nicht auch mit Partys und guter Stimmung verbunden wäre: «Ich werde die beste Halbzeit-Show haben, die beste Auswahl an Musik und wir werden Super Bowl nach Super Bowl gewinnen», posaunte der Rapper im Video. Dass er die Mannschaft darin fälschlicherweise als «North Carolina Panthers» bezeichnete - eher Nebensache.

@ dpa.de

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