Glatteis, DWD

Zum Wochenstart droht gefährliches Glatteis.

19.12.2022 - 11:11:59

Glatteis in Deutschland: Verkehrschaos und Schulausfälle. Am Morgen kommt es zu zahlreichen Unfällen. Die Deutsche Bahn warnt vor Verspätungen, am Frankfurter Flughafen fallen etliche Flüge aus.

  • Der Münsterplatz in der Freiburger Altstadt ist wegen Glatteis gesperrt. - Foto: Thomas Reichelt/dpa

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  • Ein Streufahrzeug ist bei Glatteis in Solingen unterwegs. - Foto: Gianni Gattus/Blaulicht Aktuell Solingen/dpa

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  • Ein Eispanzer liegt über dem noch nicht gestreuten Pflaster an den Hamburger Landungsbrücken. - Foto: Bodo Marks/dpa

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  • Eine Frau schlittert über den vereisten Gehweg in Kassel. - Foto: Uwe Zucchi/dpa

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  • Glatteis-Alarm: Der Vorplatz an den Landungsbrücken in Hamburg ist  gesperrt. - Foto: Bodo Marks/dpa

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  • Einem Mann, der bei Eisglätte in Kassel vom Gehweg auf die Straße gestürzt ist, wird aufgeholfen. - Foto: Uwe Zucchi/dpa

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Der Münsterplatz in der Freiburger Altstadt ist wegen Glatteis gesperrt. - Foto: Thomas Reichelt/dpaEin Streufahrzeug ist bei Glatteis in Solingen unterwegs. - Foto: Gianni Gattus/Blaulicht Aktuell Solingen/dpaEin Eispanzer liegt über dem noch nicht gestreuten Pflaster an den Hamburger Landungsbrücken. - Foto: Bodo Marks/dpaEine Frau schlittert über den vereisten Gehweg in Kassel. - Foto: Uwe Zucchi/dpaGlatteis-Alarm: Der Vorplatz an den Landungsbrücken in Hamburg ist  gesperrt. - Foto: Bodo Marks/dpaEinem Mann, der bei Eisglätte in Kassel vom Gehweg auf die Straße gestürzt ist, wird aufgeholfen. - Foto: Uwe Zucchi/dpa

Gefährliches Glatteis hat zum Start in die Vorweihnachtswoche weite Teile Deutschlands heimgesucht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach zeitweise eine Unwetterwarnung für Teile aller Bundesländer aus. Der aufziehende Regen führe auf den gefrorenen Böden zu akuter Glatteisgefahr, teilte der DWD mit.

Der DWD riet, den Aufenthalt im Freien weitestgehend zu vermeiden. Wer am Montag doch mit dem Auto unterwegs sein müsse, sollte seine Fahrweise im Straßenverkehr anpassen. Zudem legte der DWD Autofahrern nahe, vollzutanken und Decken sowie warme Getränke mitzunehmen.

Bahn fährt wieder mit voller Geschwindigkeit

Nachdem Eisregen die Deutsche Bahn am Montagmorgen zeitweise ausgebremst hat, sind die Züge nach Angabe des Unternehmens inzwischen wieder mit voller Geschwindigkeit unterwegs. «Die Begrenzung der Geschwindigkeit wurde wieder zurückgezogen. Fernverkehrszüge können mit voller Geschwindigkeit fahren», twitterte die Bahn am Montagvormittag.

Zuvor hatte es geheißen, dass die Züge wegen Eisregens und Eisbildung an diesem Montag langsamer unterwegs seien. Man habe die Höchstgeschwindigkeit der Züge abgesenkt, hatte das Unternehmen zunächst informiert.

In vielen Schulen fiel der Unterricht vorsichtshalber aus, an Flughäfen wurden Flüge annulliert, Parks und Weihnachtsmärkte kündigten an, nicht zu öffnen, es gab zahlreiche Autounfälle, und die Deutsche Bahn senkte vorübergehend wegen Eisregens und Eisbildung die Höchstgeschwindigkeit ihrer Züge ab.

Bei einem Busunfall auf glatter Straße in Dreieich (Kreis Offenbach) nahe Frankfurt wurden 16 Menschen verletzt. Der Linienbus war am Montagmorgen wegen Glatteis von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Der Busfahrer sowie 15 Fahrgäste zwischen 15 und 50 Jahren erlitten leichte Blessuren und Prellungen.

In Thüringen sagte eine Sprecherin des Lagezentrums, es gebe über das ganze Land verteilt ein hohes Unfallaufkommen.

Feuerwehr in Hamburg im Dauerstress

Wegen des Glatteises in Hamburg hat es am Montagvormittag mehr als 200 Straßenunfälle und Stürze auf den spiegelglatten Flächen gegeben. Das teilte die Feuerwehr mit und sprach von einem extrem hohen Einsatzaufkommen. «Alle unsere Rettungswagen sind im Dauereinsatz.» Die Feuerwehr habe deshalb zusätzliche Rettungswagen in den Dienst genommen. Auch die Hilfsorganisationen und ein privater Rettungsdienstleister hätten zusätzliche Rettungswagen für die Notfallrettung zur Verfügung gestellt. Zudem sei eine Turnhalle als zentrale ärztliche Sichtungsstelle für chirurgische Notfälle eingerichtet worden.

Die Feuerwehr und die Polizei baten in dem Zusammenhang dringend alle Hamburgerinnen und Hamburger, ihre Wohnungen und Häuser zunächst nicht zu verlassen und unnötige Wege im Freien zu vermeiden: «Unsere dringende Bitte: Bleiben Sie drinnen und wählen Sie den Notruf 112 nur bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Verletzungen», hieß es.

Etliche Schulen in Niedersachsen geschlossen

In Bayern war es vor allem in Franken glatt: In Nürnberg etwa rutschten etliche Fußgänger aus und stürzten, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Nürnberger Tiergarten blieb witterungsbedingt geschlossen, um Besucher nicht zu gefährden.

Auch der Zoo Rostock und der egapark in Erfurt sowie viele Parks und Einrichtungen im ganzen Land kündigten an, nicht zu öffnen. In Chemnitz zum Beispiel sollte auch der Weihnachtsmarkt am Montag zunächst geschlossen bleiben.

In mehreren Landkreisen und Städten Niedersachsens, aber auch in Bremen, fiel der Präsenzunterricht an Schulen aus. In der Stadt Osnabrück und im Landkreis Wolfenbüttel blieben Müllabfuhren am Morgen im Hof stehen.

Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen führten Glatteis und Unwetter in der Nacht zu mehreren Unfällen. In Meinerzhagen (Märkischer Kreis) wurde der Fahrer eines Streuwagens leicht verletzt, als dieser umkippte. In Kierspe, ebenfalls im Märkischen Kreis, rutschte ein Autofahrer beim Aussteigen aus, nachdem er mit seinem Wagen gegen eine Mülltonne geprallt war.

Störungen am Flughafen Frankfurt

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt kamen die Abläufe aus dem Takt. Angesichts der Witterung komme es zu Verzögerungen im Betriebsablauf, teilte der Airport mit. Von den für Montag geplanten insgesamt rund 1100 Starts und Landungen waren nach Angaben einer Flughafensprecherin am Morgen schon etwa 180 annulliert worden.

Auch im bereits letzte Woche von Glatteis heimgesuchten Baden-Württemberg war wieder mit unwetterartigem Glatteis zu rechnen. Es bestehe Sturz- und Unfallgefahr, warnte der Wetterdienst.

In Brandenburg und Berlin wird noch das Schlimmste erwartet. Demnach trete am Montagvormittag zwischen Prignitz, Havelland und Fläming gefrierender Regen auf, der sich zum Mittag hin weiter nach Berlin und andere Teile Brandenburgs ausbreite, hieß es vom DWD.

@ dpa.de