Saarland, Deutschland

Wie soll es weitergehen mit den Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik? Neben Intendant Tom Buhrow und anderen stellt sich diese Frage auch die saarländische Ministerpräsidentin.

27.12.2022 - 04:28:57

Rehlinger: Öffentlichen Rundfunk «in der Breite» reformieren

Eine Rundfunk-Reform muss nach Ansicht der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) alle Anstalten umfassen. «Alleine das Infragestellen des Saarländischen Rundfunks (SR) und von Radio Bremen ist nicht die Lösung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Ihrer Meinung nach ist der SR «ein Erfolgsmodell». Er sei «näher dran an den Menschen», sehr beliebt und produziere viele Formate kostengünstiger als andere.

Medienpolitik ist in Deutschland Ländersache, die Bundesländer legen in Staatsverträgen den Auftrag und die Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks fest.

Rehlinger sagte: «Wir brauchen einen öffentlichen Rundfunk. Aber der muss jetzt die Kraft finden, sich auch selbst zu reformieren, und zwar in der gesamten Breite aller Anstalten.» Das heiße, dass es auch beim SR wie bei allen anderen Rundfunkanstalten Reformen geben müsse. «Einfach nur die Augen zuzumachen und zu hoffen, dass dieser Sturm vorübergeht, das wird, glaube ich, nicht funktionieren.»

Synergien ohne Qualitätsverluste

Der amtierende ARD-Chef und WDR-Intendant Tom Buhrow hatte Anfang November in einer Rede, die er ausdrücklich nicht in seiner Funktion als ARD-Vorsitzender gehalten hatte, eine tiefgreifende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und einen neuen Gesellschaftsvertrag angeregt. Buhrows Vorstoß stieß auf ein geteiltes Echo.

Mehr Kooperationen hält Rehlinger für eine Reform-Möglichkeit. «Man muss auch in die Verwaltungskosten reinschauen, was es dort an Potenzialen für Effizienz gibt», sagte sie. Und sich die Frage stellen: «Was kann an Synergien gehoben werden, ohne dass es Qualitätsverluste gibt?»

Bei einer Fusion kleiner Sender wie dem SR würde «das Identifikationsmerkmal» für die Menschen vor Ort wegfallen, sagte die Regierungschefin. «Und zwar nur, weil sich die anderen nicht bewegen wollen.» Kernfrage sei also: «Hat das System genug Kraft, sich aus sich heraus zu verändern? Und zwar als System und nicht nur, indem es an den Rändern abschneidet?»

@ dpa.de