Monarchie, Queen

Um Königin Elizabeth wird in aller Welt getrauert.

09.09.2022 - 09:50:02

Kollektive Trauer um die Queen in aller Welt. In Großbritannien gibt es Glockengeläut und Böllerschüsse. Die Choreographie bis zum Staatsbegräbnis ist minuziös geplant.

  • Mitarbeiter des königlichen Hauses bringen an den Toren des Buckingham-Palastes die Nachricht über den Tod von Königin Elizabeth II. an. - Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa

    Victoria Jones/PA Wire/dpa

  • Prinz Harry ist auf dem Flughafen von Aberdeen auf dem Weg zum Flugzeug. - Foto: Aaron Chown/PA Wire/dpa

    Aaron Chown/PA Wire/dpa

  • Queen Elizabeth II. war 70 Jahre lang britische Königin. - Foto: Str/EPA/dpa

    Str/EPA/dpa

  • Königin Elizabeth II. von Großbritannien und ihr Mann Prinz Philip winken nach der prunkvollen Krönungszeremonie 1953 vom Balkon des Buckingham-Palastes. - Foto: Str/PA/dpa

    Str/PA/dpa

  • Königin Elizabeth II. und Prinz Charles bei den Feierlichkeiten zum Platinjubiläum der Queen. Charles ist nach dem Tod seiner Mutter nun König. - Foto: Frank Augstein/Pool AP/dpa

    Frank Augstein/Pool AP/dpa

  • Königin Elizabeth II., Prinz Edward, Prinz Philip, Prinz Charles und Prinz Andrew im Jahr 1979 vor Schloss Balmoral in Schottland. - Foto: -/dpa

    -/dpa

  • Beim UEFA-Europa-League-Spiel zwischen dem FC Zürich und Arsenal England wird der Queen gedacht. - Foto: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

    Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

  • Auf Schloss Balmoral wurde die Flagge mit dem königlichen Wappen Schottlands auf halbmast gesetzt. - Foto: Owen Humphreys/PA Wire/dpa

    Owen Humphreys/PA Wire/dpa

  • Königin Elizabeth II. und Prinz Philip waren 73 Jahre miteinander verheiratet. - Foto: Matt Dunham/AP POOL/dpa

    Matt Dunham/AP POOL/dpa

  • Am Piccadilly Circus wird der Queen gedacht. - Foto: Alberto Pezzali/AP/dpa

    Alberto Pezzali/AP/dpa

  • Zahlreiche Menschen haben sich vor dem Buckingham-Palast versammelt - und am Himmel erscheint ein doppelter Regenbogen. - Foto: Frank Augstein/AP/dpa

    Frank Augstein/AP/dpa

  • Königin Elizabeth II. wartet im Drawing Room auf Liz Truss. - Foto: Jane Barlow/Pool PA/AP/dpa

    Jane Barlow/Pool PA/AP/dpa

  • Das Empire State Building wird zu Ehren der Queen in Lila und Silber beleuchtet. - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa

    Yuki Iwamura/AP/dpa

  • Wächter am Eingang von Schloss Windsor. - Foto: Adam Davy/PA Wire/dpa

    Adam Davy/PA Wire/dpa

Mitarbeiter des königlichen Hauses bringen an den Toren des Buckingham-Palastes die Nachricht über den Tod von Königin Elizabeth II. an. - Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpaPrinz Harry ist auf dem Flughafen von Aberdeen auf dem Weg zum Flugzeug. - Foto: Aaron Chown/PA Wire/dpaQueen Elizabeth II. war 70 Jahre lang britische Königin. - Foto: Str/EPA/dpaKönigin Elizabeth II. von Großbritannien und ihr Mann Prinz Philip winken nach der prunkvollen Krönungszeremonie 1953 vom Balkon des Buckingham-Palastes. - Foto: Str/PA/dpaKönigin Elizabeth II. und Prinz Charles bei den Feierlichkeiten zum Platinjubiläum der Queen. Charles ist nach dem Tod seiner Mutter nun König. - Foto: Frank Augstein/Pool AP/dpaKönigin Elizabeth II., Prinz Edward, Prinz Philip, Prinz Charles und Prinz Andrew im Jahr 1979 vor Schloss Balmoral in Schottland. - Foto: -/dpaBeim UEFA-Europa-League-Spiel zwischen dem FC Zürich und Arsenal England wird der Queen gedacht. - Foto: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpaAuf Schloss Balmoral wurde die Flagge mit dem königlichen Wappen Schottlands auf halbmast gesetzt. - Foto: Owen Humphreys/PA Wire/dpaKönigin Elizabeth II. und Prinz Philip waren 73 Jahre miteinander verheiratet. - Foto: Matt Dunham/AP POOL/dpaAm Piccadilly Circus wird der Queen gedacht. - Foto: Alberto Pezzali/AP/dpaZahlreiche Menschen haben sich vor dem Buckingham-Palast versammelt - und am Himmel erscheint ein doppelter Regenbogen. - Foto: Frank Augstein/AP/dpaKönigin Elizabeth II. wartet im Drawing Room auf Liz Truss. - Foto: Jane Barlow/Pool PA/AP/dpaDas Empire State Building wird zu Ehren der Queen in Lila und Silber beleuchtet. - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpaWächter am Eingang von Schloss Windsor. - Foto: Adam Davy/PA Wire/dpa

Angesichts des Todes von Königin Elizabeth II. ist in aller Welt Trauerstimmung zu spüren. Vor den Palästen in London und Windsor sowie in Schottland, wo die Königin am Donnerstag gestorben ist, legten Bürger Blumen ab. Politiker zollten der Königin, die 70 Jahre auf dem Thron war, aus aller Welt Respekt.

In London, an Schloss Windsor und an Schloss Balmoral in Schottland war für Freitagmittag Glockengeläut geplant, in London auch Salutschüsse als Ehrerweisung für die Queen.

König Charles III und seine Frau Camilla verließen am Freitag den schottischen Landsitz Balmoral, wo Königin Elizabeth II. am Donnerstag gestorben war. Die beiden fuhren zum Flughafen nach Aberdeen, von wo aus sie nach London fliegen sollten. König Charles will Premierministerin Liz Truss am Nachmittag in London eine Audienz geben, und sich am Abend in einer Ansprache an die Nation wenden.

Prinz Harry ist gut zwölf Stunden nach seiner Ankunft in Schottland am Freitag wieder abgeflogen. In schwarzem Anzug und mit Tasche über der Schulter bestieg er am Vormittag einen Flug von Aberdeen nach London. Er landete kurz vor Mittag in der britischen Hauptstadt. Anders als andere Mitglieder der königlichen Familie war Prinz Harry am Donnerstag erst nach dem Tod seiner Großmutter auf dem Landsitz Balmoral in Schottland eingetroffen.

Formelle Proklamierung folgt

Charles (73) wurde mit dem Tod seiner Mutter König, aber die formelle Proklamierung zum Monarchen erfolgt durch einen eigens dafür eingesetzten Rat, der am Samstag im St. James's Palace in
London zusammenkommt. Camilla (75) ist Königin.

Charles hatte sich Stunden nach dem Tod seiner Mutter schriftlich an das Volk gewandt: «Während dieser Phase der Trauer und des Wandels werden meine Familie und ich getröstet und getragen durch das Wissen über den Respekt und die tiefe Zuneigung, die der Queen so weithin entgegenbracht wurde», heißt es darin.

Nach dem Begräbnis der Queen soll noch sieben Tage getrauert werden, teilte der Palast mit. Bis dahin sollen auch die Flaggen an den königlichen Schlössern auf halbmast wehen, mit Ausnahme der Königlichen Standarte, wenn der König anwesend ist. Die Beisetzung soll voraussichtlich am Montag, den 19. September stattfinden. Doch das wurde bisher vom Palast noch nicht bestätigt.

Tod auf Schloss Balmoral

Queen Elizabeth II. war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren auf ihrem schottischen Landsitz Balmoral gestorben. Nach am Dienstag hatte sie dort Liz Truss formell mit der Regierungsbildung beauftragt. Es war das letzte Bild, das die Öffentlichkeit von der Queen sah. Sie hatte einen Stock in der Hand und war gebeugt, zeigte aber noch einmal ihr vertrautes strahlendes Lachen.

Sie war über 70 Jahre und damit länger als jeder andere britische Monarch vor ihr auf dem Thron. Elizabeth II. war Staatsoberhaupt von Großbritannien und Nordirland und mehr als einem Dutzend weiterer Staaten, darunter Kanada, Neuseeland und Australien.

Hinter seinem Vater Charles rückt Queen-Enkel Prinz William (40) zum Thronfolger auf. Nummer zwei in der Thronfolge ist jetzt der neunjährige Prinz George, dahinter folgen seine Geschwister Prinzessin Charlotte und Prinz Louis.

Obwohl Elizabeth als britische Monarchin über keine politische Macht verfügte, galt sie als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit. Mit unbedingtem Pflichtbewusstsein und Beständigkeit führte sie Großbritannien durch große Veränderungen.

Würdigungen in aller Welt

Truss würdigte die Queen als «Fels, auf dem das moderne Großbritannien errichtet wurde». Das Land sei unter ihrer Herrschaft gewachsen und gediehen. UN-Generalsekretär António Guterres sagte, Elizabeth II. sei auf der ganzen Welt für ihre «Anmut, Würde und Hingabe» bewundert worden. «Die Welt wird sich noch lange an ihre Hingabe und ihre Führungskraft erinnern.» Die Premierministerin wird am Freitagabend an einem Gottesdienst teilnehmen, wie eine Sprecherin der Kathedrale mitteilte.

Bundeskanzler Olaf Scholz würdigte die Königin als «Vorbild und Inspiration für Millionen, auch hier in Deutschland».

Der britische Musiker Elton John zeigte sich «zutiefst traurig». «Queen Elizabeth war ein großer Teil meines Lebens von der Kindheit bis heute und ich werde sie sehr vermissen», schrieb der Musiker bei Twitter.

US-Präsident Joe Biden nannte die Queen eine einzigartige Staatsfrau und «mehr als eine Monarchin.» Wie auch in Großbritannien und in den USA wird die Flagge der Vereinten Nationen die nächsten Tage auf halbmast wehen.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sprach von einem großen Verlust für das britische Volk, wie es nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens in seinem Beileidsschreiben an König Charles hieß.

Trauer herrscht auch in weiteren Staaten, die früher zu Großbritannien gehörten und heute im Verband Commonwealth vereint sind. Die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern würdigte das «unerschütterliche Pflichtbewusstsein» der Monarchin. Der australische Premierminister Anthony Albanese hob ihre ruhige Ausstrahlung hervor. In Brasilien - kein Commonwealth-Land - wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.

«God Save the Queen»

An Plätzen in Großbritannien hatten sich schon am Donnerstag Tausende Menschen versammelt, Blumen niedergelegt oder die Nationalhymne «God Save the Queen» gesungen. Viele brachen in Tränen aus, als die Flagge am Buckingham-Palast herabgesetzt wurde.

Das Empire State Building in New York leuchtete als Tribut an die Queen lila und glitzerte silbern. In Rio de Janeiro war die Christus-Statue in den Farben rot, blau und weiß angestrahlt. In Paris wurden zu Ehren der Queen in der Nacht die Lichter am Eiffelturm ausgeschaltet.

Sportveranstalter unterbrachen geplante Wettkämpfe oder sagten sie ab. Betroffen waren unter anderem ein Golf-Turnier, Pferderennen und Rugby-Spiele sowie zumindest die für Freitag angesetzten Fußballspiele unterer Klassen. Ob weitere Spiele am Wochenende abgesetzt werden, war zunächst unklar.

Schon vor Jahren wurde minuziös geplant, was nach dem Tod der Queen passieren soll. Ihr Staatsbegräbnis wird für Montag, den 19. September, erwartet. Zuvor soll König Charles III. eine Trauerreise durch das Vereinigte Königreich antreten.

Seit 1952 Königin

Die 1926 geborene Queen wurde 1952 Königin. Damals war Großbritannien noch eine Kolonialmacht. 1997 wurde als letzte größere Kolonie Hongkong an China übergeben. Durch den Commonwealth pflegte die Queen später weiterhin den Kontakt zu den ehemaligen Territorien. Sie absolvierte Hunderte Auslandsreisen, auch mehrere nach Deutschland. Zuletzt besuchte sie die Bundesrepublik bei einem Staatsbesuch 2015. Zu ihren Stationen gehörten Berlin, Frankfurt am Main und das ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Als wichtigste Reise gilt ihr Besuch in Irland 2011. Dies wurde als Versöhnungsgeste gefeiert. Zuletzt hatte ein britisches Staatsoberhaupt Dublin vor der Unabhängigkeit des Landes von Großbritannien im Jahr 1911 besucht. Aus politischen Angelegenheiten hielt sich die Monarchin jedoch stets heraus. Auch zum Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union (Brexit) äußerte sie sich nicht.

Schon als 13-Jährige hatte Elizabeth sich in Philip Mountbatten verliebt. Der griechische Prinz aus einem dänisch-deutschen Adelshaus war zeitlebens ihre große Stütze. Die Ehe währte bis zu Philips Tod im April 2021, als er im Alter von 99 Jahren starb.

@ dpa.de