Emmelinde, Klimawandel

Starkregen und Gewitter verletzen Dutzende und bringen schwere Schäden.

21.05.2022 - 07:41:34

Unfälle und Millionenschäden durch Orkantief «Emmelinde». Schuld ist ein Tief namens «Emmelinde». Vor allem Nordrhein-Westfalen wurde stark getroffen, hier gab es laut DWD drei Tornados.

  • Das Dach eines Baumaschinenhändlers liegt quer auf dem Gebäude in Paderborn. - Foto: Lino Mirgeler/dpa

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  • Ein Blitz erhellt den Nachthimmel über Windenergieanlagen im brandenburgischen Jacobsdorf. - Foto: Patrick Pleul/dpa

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  • Blick auf ein beschädigtes Haus in Lippstadt. - Foto: Friso Gentsch/dpa

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  • Ein Unwetter hat auch in Paderborn große Schäden angerichtet. «Im Zuge eines Gewitters hat eine Windhose am Freitagnachmittag eine Schneise der Verwüstung von West nach Ost mitten durch Paderborn in Richtung der östlichen Stadtteile gezogen», erklärte die Polizei. - Foto: Privat/dpa

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Das Dach eines Baumaschinenhändlers liegt quer auf dem Gebäude in Paderborn. - Foto: Lino Mirgeler/dpaEin Blitz erhellt den Nachthimmel über Windenergieanlagen im brandenburgischen Jacobsdorf. - Foto: Patrick Pleul/dpaBlick auf ein beschädigtes Haus in Lippstadt. - Foto: Friso Gentsch/dpaEin Unwetter hat auch in Paderborn große Schäden angerichtet. «Im Zuge eines Gewitters hat eine Windhose am Freitagnachmittag eine Schneise der Verwüstung von West nach Ost mitten durch Paderborn in Richtung der östlichen Stadtteile gezogen», erklärte die Polizei. - Foto: Privat/dpa

Gewitter, Starkregen, Orkanböen, Tornados: Unwetter haben in Teilen Deutschlands schwere Schäden verursacht. Betroffen war vor allem das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Allein in Paderborn wurden laut Polizei 43 Menschen verletzt, einige von ihnen schwer, wie ein Polizeisprecher am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur sagte. Nach Angaben der Stadt habe es 13 Schwerverletzte gegeben - darunter eine Schwerstverletzte. Der leitende Polizeidirektor Ulrich Ettler sagte, dass die schwerstverletzte Frau lebensgefährliche Verletzungen erlitten habe. Sie werde in einem Bielefelder Krankenhaus behandelt und sei noch in der Nacht operiert worden. «Es geht ihr etwas besser, aber sie schwebt noch in Lebensgefahr», sagte Ettler am Samstag.

Die Polizei in Paderborn hat eindringlich dazu aufgerufen, die Innenstadt wegen der Tornado-Schäden, möglichen Gefahren und laufenden Aufräumarbeiten vorerst zu meiden. «Viele Straßen im Schadensgebiet, das sich von West nach Ost quer durch die Stadt zieht, müssen zeitweise, teilweise auch längerfristig gesperrt werden», erklärte sie. «Wer nicht zwingend in die Stadt fahren muss, sollte die Gebiete weiträumig umfahren, um Platz für die vielen Arbeitskräfte vorzuhalten», riet die Polizei.

Der Deutsche Wetterdienst bestätigte drei Tornados. Demnach traten in Paderborn, Lippstadt und in Lütmarsen, einem Ortsteil der Stadt Höxter, diese eindrucksvollen Wirbelstürme auf, bei denen aus einer Gewitterwolke ein rüsselartiger Wolkenschlauch bis in Bodennähe reicht.

Am Samstag soll das Gewittertief nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ostwärts über Mecklenburg-Vorpommern abziehen. Im Süden sei noch vereinzelt mit Gewittern zu rechnen. Die Menschen im Nordosten können sich auf einen Wechsel aus Sonne und Wolken einstellen und auch im Südwesten soll es sonnig, jedoch nicht mehr so warm wie bisher werden.

14 Verletzte in Bayern

Im Mittelfranken in Bayern wurden während des dortigen Unwetters 14 Menschen beim Einsturz einer Holzhütte verletzt, darunter mehrere Kinder. Das Unglück ereignete sich am Freitagabend in Spalt (Landkreis Roth) nahe dem Großen Brombachsee. Eine 37-Jährige wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht, ein Kind mit einem Hubschrauber ebenfalls ins Krankenhaus geflogen. Der Polizeisprecherin zufolge hatten angesichts des in Bayern aufziehenden Unwetters offenbar mehrere Urlauber in der rund 105 Quadratmeter großen Hütte Schutz gesucht. Aus ungeklärter Ursache sei diese dann zur Seite gekippt und in sich zusammengefallen.

In Rheinland-Pfalz und dem Saarland blieben größere Schäden trotz starker Gewitter aus. Polizei und Rettungskräfte meldeten nur vereinzelt umgestürzte Bäume, Hagelschäden an Autos sowie die Überflutung von Kellern. Ein 38-jähriger Mann starb in Rheinland-Pfalz, als er beim Betreten eines unter Wasser stehenden Kellers einen Stromschlag erlitt, dadurch zu Fall kam und vermutlich mit dem Kopf aufschlug, wie die Polizei mitteilte. Im Landkreis Bernkastel-Wittlich wurden bei einem Autounfall auf regennasser Landstraße fünf Menschen verletzt, darunter ein dreijähriges Kind.

In Thüringen kam am späten Freitagabend ein Autofahrer bei Dittersdorf im Saale-Orla-Kreis aufgrund von Aquaplaning mit seinem Fahrzeug von der Straße ab und krachte gegen eine Betonwand, wie die Polizei mitteilte. Er und drei Mitfahrer wurden leicht verletzt.

In Sachsen unterbrach wegen eines Gewitters über Leipzig die Band Rammstein ihr Konzert am Freitagabend für eine halbe Stunde. 45 Minuten nach Beginn der Show wurden die Menschen in der Arena aufgefordert, den Innenraum des Stadions zu verlassen und Schutz zu suchen. Nach 15 Minuten wurden die Fans zurück in den Innenraum gelassen.

@ dpa.de