Film, Medien

Rolf Zacher hat viel erlebt: Den Krieg als Kleinkind, über 200 Filme als Schauspieler.

04.02.2018 - 12:20:05

Abschied - Schauspieler Rolf Zacher gestorben. Er war im Gefängnis, hat Drogen überwunden und lebte im Dschungelcamp. Über das Leben nach dem Tod hatte er seine eigene Meinung. Am Samstag ist er im Alter von 76 Jahren gestorben.

  • Rolf Zacher - Foto: Ursula Düren

    Rolf Zacher 2010 in München. Foto: Ursula Düren

  • Rolf Zacher - Foto: Tim Brakemeier

    Schauspieler Rolf Zacher 2010 in Berlin. Foto: Tim Brakemeier

  • Rolf Zacher - Foto: Tim Brakemeier

    Rolf Zacher 2013 bei der Filmpremiere «Ohne Gnade». Foto: Tim Brakemeier

Rolf Zacher - Foto: Ursula DürenRolf Zacher - Foto: Tim BrakemeierRolf Zacher - Foto: Tim Brakemeier

Berlin - Der Schauspieler und Musiker Rolf Zacher (76) ist tot. Er sei am Samstagmorgen «friedlich gestorben», bestätigte seine Lebensgefährtin Carola Blendermann der Deutschen Presse-Agentur.

Die Verabschiedung werde im privaten Kreise stattfinden. Nach Angaben des «Westfalen-Blattes» starb Zacher in einem Hamburger Pflegeheim, wo er seit etwa einem Jahr gelebt habe.

Am 28. März 1941 in Berlin geboren wuchs Zacher in einem Dorf in Brandenburg auf und kam Mitte der 50er Jahre mit seiner Mutter wieder nach Berlin zurück. Seinen Vater hat er nie gesehen.

Zacher spielte in über 200 Kino- und Fernsehfilmen mit. Er erhielt den Bundesfilmpreis für eine Gaunerrolle in Reinhard Hauffs «Endstation Freiheit» (1980). Zudem war er in vielen Tatorten zu sehen wie «Strandgut» (1972) oder «Bienzle und der Tod in der Markthalle» (2006) aber auch in anderen Serien wie «Liebling Kreuzberg» (1994) und «Alarm für Kobra 11» (1998). Im Januar 2016 zog er ins RTL-Dschungelcamp ein.

Mit seiner rauen Stimme war er Synchronsprecher für Robert De Niro und Nicolas Cage. Musik spielte ebenfalls eine große Rolle bei ihm. Zacher schrieb Songtexte und sang selbst («Die fetten Jahre sind vorbei»). Er war als Gast bei der Rockband Amon Düül II und im Punkmusical «Gabba Gabba Hey» dabei.

In einem Interview mit der Online-Talkshow Clixoom.de sagte er 2009, er sei immer auch auf Abwegen gewesen und nannte seine Zeit im Gefängnis vor Jahrzehnten «furchtbar schön auch». Die ersten drei Wochen des Selbstmitleids habe er überwunden. «Dann siehst Du auch klar. Selbstmitleid ist ja, was einen völlig zerstört.» Er habe geschrieben und gezeichnet und zu sich selbst gefunden im Gefängnis, «weil ich auch wusste, ich komme ja wieder raus. Ich hatte ja nichts Böses gemacht, ich war nur krank ich war süchtig von irgendwas etwas, was man nicht haben durfte.»

Wie kommt man davon los? Er habe das erst in einem sechsmonatigen Aufenthalt in Gran Canaria geschafft, sagte Zacher. Mit Hilfe von Reiki habe er seine eigene Energie mobilisiert. «Das ist die Droge. Die Droge ist eigentlich bewusst leben», sagte Zacher. Religiös sei er nicht. «Ich glaube an die Kraft der Natur und lasse mich von der Erde tragen.» Er sehe sich in 100 Jahren entweder genetisch so präpariert, dass er noch lebe, oder «als Schwingung im Kosmos», sagte Zacher. «Jeder, der mit mir sprechen möchte, braucht nur in die Sterne zu meditieren, in den Himmel, ins Universum, und auf irgendeiner Galaxie bin ich dann irgendwo zu erreichen. Wir werden uns begegnen als Schwingung.»

@ dpa.de

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