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Kultur, Neue Osnabr?cker Zeitung

Osnabr?ck - Lisa Eckhart: Antisemitismusvorw?rfe sind "bizarr" ?sterreichische Kabarettistin w?rde am liebsten ihre Kritiker auf die B?hne bitten und ?berlegt, nach Ende der Kabarettkarriere als Lehrerin zu arbeiten Dresden.

04.09.2020 - 15:42:23

Lisa Eckhart: Antisemitismusvorw?rfe sind bizarr

Osnabr?ck - Lisa Eckhart: Antisemitismusvorw?rfe sind "bizarr"

?sterreichische Kabarettistin w?rde am liebsten ihre Kritiker auf die B?hne bitten und ?berlegt, nach Ende der Kabarettkarriere als Lehrerin zu arbeiten

Dresden. Die ?sterreichische Kabarettistin Lisa Eckhart nennt Vorw?rfe, sie sei Antisemitin, "bizarr", "man k?nnte mir auch vorwerfen, heute Morgen jemanden abgestochen zu haben", sagte sie im Interview mit der Neuen Osnabr?cker Zeitung. Trotzdem will Eckhart diesen Vorw?rfen nichts entgegnen, weil sie nicht wisse, wo sie diese Menschen abholen solle. "Denen ist kein Fauxpas unterlaufen, sondern sie missverstehen mich mutwillig", sagte Eckhart.

Die Vorw?rfe hatten unter anderem dazu gef?hrt, dass Eckhart vom Harbour-Literaturfestival in Hamburg ausgeladen worden war, weil die Veranstalter Demonstrationen und Ausschreitungen bef?rchteten. Sie h?tte dort ihren ersten Roman "Omama" vorstellen sollen. Die Vorw?rfe und die Absage haben ein heftiges Medienecho ausgel?st, das Eckhart als "laut, aber es ist nicht wertig" bezeichnet. Es sei pl?tzlich salonf?hig geworden, "auf sehr ungusti?se, garstige Art auf mich einzupr?geln und auf mein 'Kind', mein Buch, gleich mit."

Dabei geht sie offen auf ihre Kritiker zu. "Das gr??te Vergn?gen w?re es mir wirklich, Demonstranten auf die B?hne zu bitten, und sie m?gen reden." Weiter sagte sie, "Das h?rt man sich dann gen?sslich an, und dann w?rde ich sie bitten, mir einen Witz zu erz?hlen und 950 Menschen zum Lachen zu bringen."

Zeit zum Schreiben findet Eckhart in der K?che ihrer Wohnung in Leipzig. "Es muss, ganz zwangsneurotisch, dieses eine Pl?tzchen an meinem K?chentisch sein, und dort wird geschrieben." Zu Hilfe kommt ihr dabei, dass sie "von jeglichen Hobbys und sozialen Kontakten verschont" sei, sagt Eckhart.

An Sch?rfe verliert Eckhart trotz der Anfeindungen nicht. So m?chte sie den "spielerischen Hass" der ?sterreicher auf die Deutschen kultivieren. "Sowohl dieser spielerische - das ist wichtig: dieser spielerische Hass der ?sterreicher auf die Deutschen ist abhandengekommen, als auch die deutsche Absch?tzigkeit gegen?ber dem ?sterreicher", sagt sie. "All das hat sich aufgel?st in eine innige Umarmung, in der sich kein Respekt spiegelt, sondern nur Gleichg?ltigkeit."

Vor ihrer Kabarettkarriere hatte Eckhart eine Zeit lang als Lehrerin gearbeitet. Damals hat sie diesen Beruf aufgegeben, weil ihr das Regelwerk f?r das Benehmen der Lehrer "zu dick" war. Dennoch k?nnte sie sich vorstellen, wieder Lehrerin zu werden: Sie m?sse "?berlegen, was ich nach dem Kabarett mache - und da r?ckt in eine vorstellbare N?he, zur?ck an die Schule zu gehen." Der Grund: "Im Gegensatz zu den Leuten, die gegen Kabarett demonstrieren, kann ich Menschen in der Schule noch modellieren." Au?erdem h?tten die Sch?ler Deutschlehrer verdient, "die keine gescheiterten Schriftsteller sind".

Zwischen Privatperson und B?hnenfigur macht Eckhart keinen Unterschied. "Dass es eine Figur ist, wird mir erst seit ein paar Monaten unterstellt", sagte sie. Der Wikipedia-Eintrag ?ber sie trennt die B?hnenfigur von der Person mit dem Geburtsnamen Lisa Lasselsberger. "Ich habe das nie so verfochten und werde das auch nicht", sagt Eckhart weiter. "Aber ich m?chte den Leuten diese Vorstellung nicht nehmen, wenn es sie irgendwie beruhigt in ihrem Sein und wenn sie so leichter mit mir umgehen k?nnen."

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