Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Kultur, Neue Osnabr?cker Zeitung

Osnabr?ck - Autorin Carolin Emcke kritisiert Corona-Kommunikation: Politische Ansprache ein Debakel Philosophin und Publizistin moniert fehlende Empathie und Aufmerksamkeit - Lob f?r Karl Lauterbach Osnabr?ck.

30.04.2021 - 03:07:32

Autorin Carolin Emcke kritisiert Corona-Kommunikation: Politische Ansprache ein Debakel. Carolin Emcke kritisiert die politische Kommunikation in der Zeit der Corona-Pandemie.

Osnabr?ck - Autorin Carolin Emcke kritisiert Corona-Kommunikation: Politische Ansprache ein Debakel

Philosophin und Publizistin moniert fehlende Empathie und Aufmerksamkeit - Lob f?r Karl Lauterbach

Osnabr?ck. Carolin Emcke kritisiert die politische Kommunikation in der Zeit der Corona-Pandemie. Dieser Ansprache fehle es an Empathie und Aufmerksamkeit, sagte die Philosophin und Publizistin im Interview mit der Neuen Osnabr?cker Zeitung. "Kommunikation wird aber v?llig untersch?tzt. Die politische Ansprache, das ?ffentliche Erkl?ren, Vermitteln, Werben um Zuspruch oder Mitwirkung, das Eingehen auf nachvollziehbare Verunsicherung - das, was demokratischen Diskurs ausmacht, das ist ein Debakel in Deutschland. Die politische Kommunikation ist eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen die Pandemie", sagte Emcke. Zugleich stellte sie sich hinter die Schutzma?nahmen gegen die Covid-19-Pandemie: "Wir schauen gerade sehr auf die H?rte der Ma?nahmen. Das ist wichtig. Ohne Kontaktbeschr?nkung ist es nicht m?glich, die Infektionszahlen so weit zu dr?cken, dass wir mit Testen und Nachverfolgen der Kontakte weiterkommen."

Emcke bezieht in ihre Kritik ausdr?cklich Teile der medialen Aufbereitung mit ein. Gerade in Talkshows werden nach ihrer Einsch?tzung keine Erkenntnisgewinne erzielt. "Es w?re wichtiger, ?ber systematische Fragen der Pandemie zu sprechen: ?ber das Verh?ltnis von Armut und Krankheit, ?ber Anerkennung der Arbeit von Pflegeberufen, ?ber die Lage von Frauen in der Corona-Krise", kritisierte Emcke. Zugleich lobt sie den Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD). "Meine Verehrung, auch und gerade wenn er sich mal irrt und sich dann wieder korrigiert. Bisweilen wirkt er wie der einzige ?bersetzer der gesundheitspolitischen Fragen, auf den aber auch nicht geh?rt wird. Ich habe gro?en Respekt vor der Energieleistung, mit der er sich in diese Gespr?chsrunden begibt", so Emcke.

Die Essayistin warnte eindringlich davor, in Zeiten der Pandemiebek?mpfung autorit?re politische Modelle zu favorisieren und etwa China als Vorbild hinzustellen. "Die Pandemie birgt das gro?e Risiko, dass Modelle wie das Chinas als erfolgreich daherkommen und damit autorit?re und totalit?re Methoden als vermeintlich effizientere legitimiert werden. In Wahrheit sind andere asiatische L?nder, aber auch Neuseeland und Australien mit demokratischeren Mitteln erfolgreich. Neuseeland ist ein Beispiel f?r einen sehr strengen, aber ?berzeugenden Kurs. Der Unterschied besteht dabei nicht nur in der strikten Abriegelung und Kontaktbeschr?nkung, sondern auch in der politischen Kommunikation", sagte Emcke und erg?nzte: "Wenn wir in einigen Jahren noch einmal fragen, welche L?nder wie gut durch die Krise gekommen sind, wird es auch um die demokratischen Kosten gehen. Die waren in China entsetzlich hoch."

Carolin Emcke warnte zugleich vor einem durch die Pandemie ausgel?sten gesellschaftlichen und sozialen R?ckschritt. "Was das Begehren und die Lust angeht, bemerke ich eine Verb?rgerlichung schon im Sprechen, etwa, wenn da immer von ,Haushalten' die Rede ist. Ich denke ?ber mich nicht in der Kategorie des Haushaltes nach. Das klingt schon desexualisierend. Wir erleben, dass es um eine bestimmte Vorstellung von Haushalt und Familie geht. Das alles orientiert sich sehr am Bild der Kleinfamilie, so wichtig ich deren Sorgen und N?te auch finde", beobachtet Emcke eine gesellschaftliche Ver?nderung. Zugleich fordert sie, andere Lebens- und Beziehungsmodelle im Blick zu behalten und auf diese Weise Pluralit?t zu betonen: "Es gibt aber auch andere Arten der Beziehungen. Homosexuelle und queere Lebensformen definieren sich oft eher in horizontalen Achsen der Freundschaftsbeziehungen als in vertikalen Achsen klassischer Familien."

Die 1967 geborene Carolin Emcke tritt seit Jahren mit B?chern wie "Wie wir begehren" und "Gegen den Hass" f?r Toleranz und gegen rechte Str?mungen in der Gesellschaft auf. Die Autorin wurde unter anderem 2016 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Pressekontakt:

Neue Osnabr?cker Zeitung Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/58964/4903055 Neue Osnabr?cker Zeitung

@ presseportal.de