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Leute, Musik

Normalerweise steht Helene Fischer auf riesigen BĂŒhnen - doch dieses Jahr war coronabedingt auch fĂŒr sie alles anders.

20.12.2020 - 10:16:09

RĂŒckblick und Ausblick - Helene Fischer: Das Unerwartete macht das Leben spannend. Im Interview verrĂ€t die SchlagersĂ€ngerin persönliche PlĂ€ne - und blickt zurĂŒck auf den grĂ¶ĂŸten GĂ€nsehaut-Moment ihrer ZDF-Show.

Berlin - Die «Helene Fischer Show» im ZDF sieht coronabedingt in diesem Jahr ganz anders aus - ohne Publikum und mit Fischers liebsten Auftritten der vergangenen Jahre.

Im Interview der Deutschen Presse-Agentur berichtet die SĂ€ngerin, welche Highlights frĂŒherer Jahre in der Show zu sehen sein werden, was sie in der Corona-Zeit am meisten vermisst und wie sie dieses Jahr Weihnachten feiert.

Frage: Frau Fischer, Ihre Show ist fĂŒr das Fernsehpublikum mittlerweile zu einer Tradition an den Feiertagen geworden. In diesem Jahr wird sie aber ganz anders aussehen. Was kann man erwarten?

Antwort: In diesem Jahr gibt es eine von mir persönlich zusammengestellte Spezialausgabe. Da die traditionelle Live-Show leider wegen Corona ausfallen musste, habe ich mir die emotionalsten und fĂŒr mich tollsten Momente der vergangenen neun Jahre herausgepickt und eine neue Show daraus gemacht, die es so noch nie gegeben hat. An jedem Auftritt hĂ€ngen viele Erinnerungen und damit verbundene GefĂŒhle, die direkt wieder hochkamen.

Frage: Gibt es ein besonderes Highlight, das Sie herausheben wĂŒrden?

Antwort: Gar nicht so einfach! Mit Weltstars wie zum Beispiel Tom Jones, Josh Groban, Gregory Porter, Luis Fonsi, Queen + Adam Lambert, Andrea Bocelli und Michael Bolton zu singen, waren schon Highlights genug. Aber ein Show-Moment zĂ€hlt fĂŒr mich in der Tat zu einem meiner emotionalsten: der Auftritt mit Udo JĂŒrgens. Ich werde nie vergessen, was dieser Moment in mir ausgelöst hat, als ich seinen Song «Merci Cherie» fĂŒr ihn gesungen habe. Es war ein unerwarteter und deshalb auch so tief berĂŒhrender Moment zwischen uns beiden, denn er hat seinen GefĂŒhlen freien Lauf gelassen. Das war GĂ€nsehaut pur fĂŒr mich.

Frage: Die Show lebte auch immer von den vielen Helene-Fans in der Halle, die fĂŒr Stimmung sorgten. Diese werden Sie in diesem Jahr nicht treffen können. Schmerzt Sie das?

Antwort: Sehr sogar. Vor Publikum auftreten zu dĂŒrfen gehört fĂŒr mich zu den schönsten Erfahrungen und davon zehre ich noch heute. Wie wichtig das gemeinsame Erleben und die Energie, die von Konzerten ausgeht, ist, das wird einem jetzt erst so richtig klar - uns KĂŒnstlern genauso wie allen anderen.

Frage: Ist es schwierig als KĂŒnstlerin, wenn man nicht mehr vor großem Live-Publikum auftreten kann?

Antwort: Diese erzwungene UntĂ€tigkeit wirft einen großen Schatten auf das Leben von uns Live-KĂŒnstlern. Denn auf der BĂŒhne und vor den Fans performen zu dĂŒrfen, ist weit mehr als ein Beruf. Daher ist dieses Jahr fĂŒr die meisten KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler und unsere Team-Mitglieder nicht nur menschlich, sondern vor allem wirtschaftlich eine große Katastrophe.

Frage: Wie haben Sie die vergangenen Monate erlebt? Die Corona-Pandemie hat ja sicherlich auch fĂŒr Sie viele Einschnitte bedeutet.

Antwort: Ich kann im Augenblick große Teile meines Berufs nicht mehr ausĂŒben. Außerdem war ich von den KontaktbeschrĂ€nkungen in Bezug auf Freunde und Familie genauso betroffen wie jeder andere auch in Deutschland. NatĂŒrlich ist das belastend. Ich denke dabei aber immer an die vielen Menschen, denen es zurzeit viel, viel schlechter geht. An die Menschen, die schwer erkrankt sind oder die im Gesundheitssystem rund um die Uhr arbeiten.

Aber auch an die unzĂ€hligen Kolleginnen und Kollegen, mein gesamtes Team auf, vor, und hinter der BĂŒhne, die jetzt um ihre wirtschaftliche Existenz kĂ€mpfen. Viele von ihnen stehen gerade vor dem finanziellen Aus. Ich wĂŒrde mir wĂŒnschen, dass ihnen schnell und wirksam geholfen wird, um unsere Live-Kultur am Leben zu erhalten.

Frage: Viele Menschen vermissen gerade das Zusammensein, auch das gemeinsame Feiern und Tanzen. Was vermissen Sie am meisten?

Antwort: Ganz klar die Emotionen, die live entstehen. Meine Freunde und meine Familie konnte ich ja einzeln und unter Einhaltung der Corona-Regeln wieder gelegentlich treffen. Aber die Momente, die man mit seinem Publikum teilt, sind unbezahlbar. Sich vor Freude in den Armen zu liegen, Gemeinschaft und echte NĂ€he zu spĂŒren, ist so unglaublich wichtig fĂŒr uns Menschen. Dieses unnatĂŒrliche Abstandsverhalten in diesen Zeiten empfinde ich schon als große EinschrĂ€nkung.

Frage: Es ist klar, dass Weihnachten in diesem Jahr ein sehr spezielles Fest wird. Wie werden Sie es selbst feiern?

Antwort: Wir halten uns an die Regeln und Empfehlungen und werden Weihnachten in sehr kleinem familiÀren Rahmen verbringen. Denn nur, wenn wir jetzt zusammenstehen und jeder einzelne alles in seiner Macht Stehende unternimmt, können wir im Kampf gegen Corona erfolgreich sein. Die Gesundheit und die berufliche Existenz von Millionen Menschen hÀngt davon ab. Wir sollten die jetzigen EinschrÀnkungen akzeptieren, um möglichst bald wieder frei leben zu können.

Frage: Die «Helene Fischer Show» gibt es schon seit 2011, also fast zehn Jahre. Was glauben Sie, werden die nĂ€chsten zehn Jahre fĂŒr Sie bringen?

Antwort: So lange habe ich noch nie im Voraus geplant. DafĂŒr ist mein Leben viel zu unvorhersehbar. HĂ€tte mir jemand vor zehn Jahren erzĂ€hlt, was ich bis heute alles erreicht habe, dann hĂ€tte ich mit Sicherheit lĂ€chelnd abgewunken. Ich bin einfach nur dankbar fĂŒr das, was ich erleben durfte, und freue mich auf alles, was jetzt noch kommt. Gerade das Unerwartete macht das Leben doch so spannend.

Frage: Haben Sie neue Projekte fĂŒr die Zeit, wenn wieder mehr möglich sein wird?

Antwort: Wir haben die Zeit genutzt und Projekte fĂŒr die Zukunft angeschoben oder konkretisiert. Ich kann aber im Augenblick noch nicht sagen, was wir davon umsetzen, das können wir jetzt einfach noch nicht entscheiden. Das ganze Team - mich eingeschlossen - freut sich aber schon auf den Tag, an dem es endlich wieder losgeht.

Frage: Wollen Sie dann, wenn wieder mehr möglich ist, als KĂŒnstlerin etwas anders machen als vor der Corona-Krise?

Antwort: Das versuche ich die ganze Zeit - auch unabhĂ€ngig von Pandemien und Lockdown. Das stetige Wachsen ist ein wichtiger Teil meiner Entwicklung. In meinem Team pushen wir uns permanent gegenseitig, um die Menschen immer wieder zu ĂŒberraschen. Dabei geht es mir nicht um «schneller, höher, weiter», sondern darum, mein Publikum, meine Fans noch besser zu unterhalten, ihnen noch intensivere Erlebnisse zu bieten. Ich denke, da bin ich noch feinfĂŒhliger geworden.

Frage: Haben Sie persönliche PlĂ€ne fĂŒr das neue Jahr, von denen Sie uns erzĂ€hlen möchten?

Antwort: Ich glaube, dass wir in den letzten Monaten erst so richtig verstanden haben, welche Freiheiten wir genießen, was wir aneinander haben und welchen Wert Kultur in unserem Leben hat. Vieles von dem, was selbstverstĂ€ndlich war - zum Beispiel zu reisen, Freunde zu treffen, Konzerte zu besuchen - war plötzlich nicht mehr möglich. Mein großes Ziel fĂŒr das kommende Jahr lautet deshalb erst einmal, die NormalitĂ€t wieder zurĂŒckzuerobern. Alles andere kommt danach.

ZUR PERSON: Helene Fischer (36), die im sibirischen Krasnojarsk geboren wurde und als Kleinkind mit ihren Eltern nach Rheinland-Pfalz zog, begann ihre Karriere als SchlagersĂ€ngerin. Seit Jahren ist sie Deutschlands grĂ¶ĂŸter Showstar. Rund zehn Jahre war sie mit dem Entertainer Florian Silbereisen liiert. Ende 2018 gaben beide ihre Trennung bekannt. Ihr neues Album «Die Helene Fischer Show - Meine schönsten Momente (Vol. 1)» schaffte es auf Anhieb an die Spitze der Charts.

© dpa-infocom, dpa:201220-99-760205/5

@ dpa.de

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