Nordrhein-Westfalen, Bayern

Mit einem gusseisernen Poller soll er mehrfach auf den Kopf des Opfers eingeschlagen haben.

20.10.2022 - 13:09:02

Obdachloser gesteht: Binnenschiffer mit Poller erschlagen. Zum Prozessauftakt ist der angeklagte Obdachlose geständig.

Mit einem Geständnis hat in Düsseldorf der Prozess um den Tod eines jungen Binnenschiffers aus Bayern begonnen. Ein Obdachloser räumte am Donnerstag ein, den 23-Jährigen aus Unterfranken mit einem gusseisernen Poller erschlagen zu haben. «Er bereut die Tat zutiefst und weiß, dass er nichts ungeschehen machen kann. Er kann sich nur entschuldigen und die Familie um Verzeihung bitten», sagte sein Verteidiger am Landgericht.

Den tödlichen Hieben sei ein Streit vorangegangen, bei dem das spätere Opfer seinen Mandanten mehrfach beleidigt und als «Arschloch» tituliert habe. An den genauen Tatablauf könne er sich nicht mehr erinnern, ließ der inzwischen 56 Jahre alte Angeklagte über seinen Verteidiger erklären.

Ein Polizist sagte als Zeuge aus, nach seiner Festnahme unmittelbar nach der Tat am 11. Juni habe der Angeklagte gesagt: «Ich hatte das Bedürfnis zu töten.» Laut Anklage fühlte sich der Obdachlose an seinem Schlafplatz in der Düsseldorfer Altstadt von dem Binnenschiffer gestört.

Die Eltern des Getöteten nehmen als Nebenkläger am Prozess teil. Die Mutter brach bei der Schilderung der Tat und den Aussagen der Augenzeugen immer wieder in Tränen aus. Ihr Mann saß mit versteinerter Miene neben ihr.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 56-Jährigen Totschlag vor. Immer wieder soll der Obdachlose im vergangenen Juni mit einem 14 Kilogramm schweren gusseisernen Poller auf den Kopf des bereits am Boden liegenden 23-Jährigen eingeschlagen haben.

Das 23 Jahre alte Opfer stammt aus Karbach aus dem Landkreis Main-Spessart in Unterfranken. Als Besatzungsmitglied eines Binnenschiffs befand er sich auf Landgang. Das Gericht hat für den Prozess fünf Verhandlungstage angesetzt.

@ dpa.de