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Literatur, Jonathan Franzen

Mit den «Korrekturen» und «Freiheit» schrieb sich Jonathan Franzen in den Schriftsteller-Olymp.

12.10.2021 - 10:08:09

US-Bestseller-Autor - «Crossroads»: Jonathan Franzen meldet sich zurück. Danach eckte der US-Autor mit einigen Aussagen beim Publikum an. Jetzt meldet er sich mit einem neuen Roman zurück.

New York hatte sich Franzen, der auch leidenschaftlicher Vogel-Beobachter ist, einst in den Literatur-Olymp geschrieben. Mehr als drei Millionen Exemplare wurden verkauft und Franzen von vielen zum großen Erklärer der amerikanischen Gesellschaft ernannt. Den Nachfolger «Freiheit» (2010) kürte die «New York Times» zum «Meisterwerk», Franzen wurde mit vielen Preisen gekrönt.

Dann aber versank der Autor, der mit seiner Partnerin, der Schriftstellerin Kathryn Chetkovich, hauptsächlich im kalifornischen Santa Cruz lebt, in einer Art Karriere-Krise. «Unschuld» bekam teils schlechte Kritiken, die Verkaufszahlen konnten mit den Vorgängern nicht mithalten. Franzens Image schien angekratzt. Zu oft hatte er möglicherweise betont, wie egal es ihm sei, dass Talk-Königin Oprah Winfrey die «Korrekturen» empfahl und damit zum Bestseller machte. Oder dass er das Internet und die sozialen Medien nicht ausstehen könne - und eigentlich auch alle Menschen und besonders alle Schriftsteller nicht, die dort Zeit verbrächten. Politisch, kulturell und gesellschaftlich mitdiskutieren wolle er aber trotzdem - und tut das auch immer wieder beispielsweise in Form von Essays.

Das kam nicht immer gut an und viele frühere Fans - gerade in den USA - wandten sich genervt ab. Viele Essays wurden von den US-Medien verrissen. Die US-Plattform «Vox» sprach sogar von einer Art «Franzenfreude», die sich entwickelt habe - in Anlehnung an Schadenfreude. Er sei in all diesen Kontroversen immer missverstanden worden und lese deshalb jetzt gar nichts mehr von dem, was über ihn geschrieben werde, sagte Franzen daraufhin der «New York Times». «Die meisten Menschen, die Beschwerden über mich haben, lesen mich nicht.»

Die Kritiker sind begeistert

Mit «Crossroads» hat sich Franzen, der Germanistik studiert hat und fließend Deutsch spricht, nun erfolgreich aus der Karriere-Krise hinaus und zurück in die Herzen seiner Fans und Kritiker geschrieben. Das Buch markiere eine «merkliche Entwicklung in einer glänzenden Karriere», jubelte die «Washington Post». «Danke Gott für Jonathan Franzen.» Das Werk sei «weitläufig und lustig» und das Lesen eine «wahre Freude», kommentierte der britische «Guardian».

Als «aufregend zornig», «überraschend zart» und schlicht «sehr gut» beschreibt «Vox» das Buch. «Den ewig motzenden Kommentatoren und dem oft nicht erträglichen öffentlichen Auftreten des Autors zum Trotz: Jonathan Franzen ist wirklich einer der großen Schriftsteller seiner Generation. "Crossroads" steht bereit, das zu beweisen.»

Jonathan Franzen: Crossroads, Rowohlt Verlag, ?832 Seiten, ISBN: 9780374181178

© dpa-infocom, dpa:211012-99-566313/4

@ dpa.de