Corona, Covid-19

Mehrere Indikatoren deuten darauf hin, dass die Corona-Herbstwelle einen Dämpfer bekommen hat.

04.11.2022 - 01:07:35

Rückgang bei Corona-Zahlen womöglich nur vorübergehend. Es gibt aber noch andere Krankheitserreger, mit deren Erstarken in den nächsten Wochen gerechnet wird.

Die rückläufige Entwicklung bei den gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland könnte laut Robert Koch-Institut (RKI) mit den Herbstferien zusammenhängen und nur vorübergehend sein. Vergangene Woche seien die Sieben-Tage-Inzidenzen in allen Bundesländern und Altersgruppen gesunken, heißt es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend. «Hierbei muss weiterhin der Faktor der Schulferien mit bedacht werden, der sowohl Kontakt- als auch Testverhalten beeinflusst.» Der Inzidenz-Rückgang betrug demnach im Vergleich zur Woche zuvor insgesamt 33 Prozent.

In dieser Woche ist die Zahl der gemeldeten Ansteckungen weiter gesunken. Im Großteil der Bundesländer war am Montag oder Dienstag Feiertag.

Rückläufig war vorige Woche laut RKI-Bericht aber nicht nur die Inzidenz: Auch wurden weniger schwere Covid-19-Verläufe erfasst. Die geschätzte Zahl der Arztbesuche in dem Zusammenhang fiel im Wochenvergleich ebenfalls geringer aus, ebenso die Zahl der Labortests auf Sars-CoV-2. Bei der Viruslast im Abwasser zeigte sich beim Großteil der untersuchten Standorte ein fallender Trend - diese Art der Überwachung ist unabhängig von der Inanspruchnahme von Tests.

Insgesamt rechnet das RKI in den kommenden Wochen mit einer hohen Zahl an Atemwegserkrankungen. «Insbesondere die Positivenrate und die Zahl der Erkrankungen durch Influenza zeigen einen steigenden Trend, zudem führen RSV-Infektionen insbesondere bei Kleinkindern zu vermehrten Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen.» RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Der Erreger hatte bereits vergangenes Jahr für eine außergewöhnliche Welle in einigen Ländern gesorgt, was auch als Folge der Pandemie gilt.

Virus-Varianten

Unverändert herrscht in Deutschland nach den aktuellsten verfügbaren Daten von vorvergangener Woche die Omikron-Sublinie BA.5 vor - mit 96 Prozent, wie aus dem Bericht hervorgeht. Neue Abkömmlinge von BA.5 wie BQ.1 und BQ.1.1, die sich nach Modellierungen der europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC in den kommenden Wochen durchsetzen dürften, nehmen auch in Deutschland zu. Das Niveau sei aber mit je rund drei Prozent Anteil in einer Stichprobe sehr niedrig, schreibt das RKI. Bisher gibt es Fachleuten zufolge auch keine Anzeichen, dass der etwa in sozialen Medien gebrauchte Spitzname von BQ.1.1 - «Höllenhund» - Programm ist.

Im Oktober sind laut einem weiteren RKI-Bericht speziell zu Covid-19-Immunisierungen vom Donnerstag mehr als zwei Millionen Impfungen bundesweit verabreicht worden. Fortschritte gebe es insbesondere bei zweiten Auffrischimpfungen, die etwa älteren Menschen empfohlen werden. Aber: «Bei den Bewohnenden und Gästen von Langzeitpflegeeinrichtungen lässt sich nur ein langsamer Anstieg der Impfquoten für die 2. Auffrischimpfung beobachten», schreibt das RKI. Es ruft dazu auf, die Grippeschutzimpfung «unbedingt» zum Anlass zu nehmen, um auch den Covid-19-Schutz der gefährdeten Gruppe zu vervollständigen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Rekordzahl an Alkoholtoten in Großbritannien Woran liegt es, dass im Jahr 2021 so viele Menschen wie noch nie an den Folgen ihres Alkoholkonsums gestorben sind? Die britische Statistikbehörde ONS nennt einen plausibelen Grund. (Unterhaltung, 08.12.2022 - 15:59) weiterlesen...

Heftige Corona-Infektionswelle in China befürchtet. Krankenhäuser müssen sich wappnen. Mehr Impfungen wären nötig. Mit dem Ausstieg aus der Null-Covid-Strategie in China wird sich das Virus im Milliardenvolk schneller verbreiten. (Ausland, 08.12.2022 - 11:16) weiterlesen...

China erwartet heftige Corona-Infektionswelle. Krankenhäuser müssen sich wappnen, mehr Impfungen verabreicht werden. Mit dem Ausstieg aus der Null-Covid-Strategie wird sich das Virus schneller im Milliardenvolk verbreiten. (Ausland, 08.12.2022 - 05:46) weiterlesen...

China lockert umstrittene Covid-Maßnahmen. Außerdem soll es weniger Lockdowns und PCR-Tests geben. Nach massiven Protesten kündigt China bei Corona einen Kurswechsel an: Quarantäne ist jetzt auch zuhause möglich. (Ausland, 07.12.2022 - 12:42) weiterlesen...

Schwache Nachfrage lässt Chinas Exporte einbrechen. Der Exportrückgang kommt zu einem schlechten Zeitpunkt. Das Ausmaß des Abschwungs überrascht selbst Experten: Hohe Inflation dämpft in vielen Ländern die Kauflust und den Bedarf an Waren «Made in China». (Wirtschaft, 07.12.2022 - 11:39) weiterlesen...

Gericht gibt Drosten in zentralem Punkt Recht Gezielte Täuschung der Öffentlichkeit in Sachen Corona? Das darf der Hamburger Nanowissenschaftler Roland Wiesendanger dem Berliner Virologen Christian Drosten auch weiterhin nicht vorwerfen. (Wissenschaft, 07.12.2022 - 10:54) weiterlesen...