Waffengewalt, Neujahrsfest

Kein Tag vergeht ohne Waffengewalt in den USA.

23.01.2023 - 03:44:32

Mutmaßlicher Schütze nach Bluttat tot aufgefunden. Am Rande einer Feier zum chinesischen Neujahrsfest eröffnet ein Schütze in einem Club in Kalifornien das Feuer. Jetzt wurde der mutmaßliche Täter gefunden.

  • Zwei Männer legen Blumen in der Nähe des Tatorts nieder. - Foto: Jae C. Hong/AP/dpa

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  • Die Behörden in Monterey Park teilen ihre Erkenntnisse mit der Presse. - Foto: Damian Dovarganes/AP/dpa

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  • Die Leiche des mutmaßlichen Todesschützen wird vom Gerichtsmediziner des Bezirks Los Angeles aus einem Lieferwagen geholt. - Foto: Damian Dovarganes/AP/dpa

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Zwei Männer legen Blumen in der Nähe des Tatorts nieder. - Foto: Jae C. Hong/AP/dpaDie Behörden in Monterey Park teilen ihre Erkenntnisse mit der Presse. - Foto: Damian Dovarganes/AP/dpaDie Leiche des mutmaßlichen Todesschützen wird vom Gerichtsmediziner des Bezirks Los Angeles aus einem Lieferwagen geholt. - Foto: Damian Dovarganes/AP/dpa

Am Tag nach der Bluttat in einem Tanzlokal im US-Bundesstaat Kalifornien hat die Polizei den mutmaßlichen Schützen tot in einem Lieferwagen aufgefunden. Es handle sich um einen 72-jährigen Mann; es gebe keine weiteren Verdächtigen, teilte Sheriff Robert Luna bei einer Pressekonferenz mit. Eine Spezialeinheit der Polizei hatte den Lieferwagen des Mannes auf einem Parkplatz rund 40 Kilometer entfernt vom Tatort mithilfe von gepanzerten Fahrzeugen umstellt, weil zunächst nicht klar war, ob von dem Mann noch eine Gefahr ausging. Der mutmaßliche Täter habe sich dort das Leben genommen, sagte Luna.

Die Tat hatte sich am Samstagabend am Rande einer Feier zum chinesischen Neujahrsfest in Monterey Park ereignet, einer östlichen Vorstadt der Pazifikmetropole Los Angeles. Der Täter eröffnete das Feuer auf Feiernde, mindestens zehn Menschen wurden getötet und weitere verletzt, einige von ihnen schwer. Die Polizei bestätigte, dass der Schütze anschließend in einem weiteren Lokal in der benachbarten Stadt Alhambra aufgetaucht sei. Zwei Besuchern sei es gelungen, ihm seine Waffe abzunehmen. Die Suche nach dem Flüchtigen dauerte mehrere Stunden an. Zum Motiv des Mannes konnten die Ermittler noch keine Angaben machen.

US-Präsident Joe Biden hatte die Bevölkerung in Monterey Park aufgerufen, sich an die Anweisungen von Behörden und Polizei zu halten. «Jill und ich beten für die Toten und Verletzten der tödlichen Schießerei von gestern Abend», schrieb er in einer Mitteilung auf Twitter.

In der Stadt leben viele Menschen asiatischer Herkunft

Monterey Park ist eine Stadt mit etwa 60.000 Einwohnern und liegt etwa 13 Kilometer von der Innenstadt von Los Angeles entfernt. Hier leben viele Menschen asiatischer Herkunft. In der Stadt hatte anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes ein großes Festival stattgefunden.

Der Täter hatte nach Polizeiangaben am Samstagabend um 22.22 Uhr (Ortszeit) das Feuer in dem Club eröffnet. «Als die Beamten am Tatort eintrafen, sahen sie, wie zahlreiche Personen, Besucher des Lokals, schreiend aus dem Lokal strömten», schilderte Andrew Meyer vom Sheriffs-Büro des Los Angeles County. Der Täter flüchtete. Die Polizei sperrte die Gegend rund um den Club ab.

Der Besitzer eines Restaurants nahe dem Tatort berichtete der «Los Angeles Times», drei Menschen seien in sein Lokal gerannt und hätten ihn gebeten, die Tür zu verriegeln. Sie sagten demnach, der Schütze trage so viel Munition bei sich, dass er immer wieder nachladen könne.

Tödliche Angriffe traurige Normalität

Die USA haben seit langem mit einem gigantischen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Tödliche Angriffe dieser Größenordnung gehören in den USA zur traurigen Normalität. Die Nichtregierungsorganisation Gun Violence Archive registrierte seit Anfang des Jahres bislang 33 Angriffe mit Schusswaffen mit vier oder mehr Opfern. In den USA sind Schusswaffen oft leicht erhältlich.

«Es bricht mir das Herz zu hören, dass wir zehn Menschenleben verloren haben - kurz nach einer so schönen Veranstaltung, an der viele von uns hier gestern teilgenommen haben», sagte Hilda Solis vom Bezirk Los Angeles County. Der Feiertag habe für die asiatische Community eine große Bedeutung - gerade nach der Zeit der Pandemie. Das Fest sei ein Ort des Willkommens und der Vielfalt.

Die Tat in Monterey Park erinnert an den tödlichen Angriff bei einer Parade zum Unabhängigkeitstag in einem Vorort von Chicago im vergangenen Juli. Damals hatte ein Schütze das Feuer auf die feiernde Menschenmenge eröffnet und sieben Menschen getötet. Im November hatte ein Mann in einem bei Schwulen, Lesben und der Trans-Gemeinschaft populären Nachtclub in der US-Stadt Colorado Springs (US-Bundesstaats Colorado) um sich geschossen und fünf Menschen getötet.

Im vergangenen Mai verübte ein 18 Jahre alter Schütze an einer Grundschule in Texas ein Massaker und tötete 19 Kinder und 2 Lehrerinnen. Die Amokläufe entfachten die Diskussion über schärfere Waffengesetze neu.

@ dpa.de