Oktoberfest, Bayern

In München herrscht wieder der Ausnahmezustand.

17.09.2022 - 14:40:21

Münchner Oktoberfest beginnt - «Feeling wie früher». Das Oktoberfest beginnt nach zwei Jahren Corona-Pause. Prompt braucht der Oberbürgermeister beim Anstich mehr Schläge als sonst. Die Bierfreunde stürmen - Corona hin oder her - die Zelte.

  • Menschen drängen sich auf der Wiesn, in der Mitte steht das Fahrgeschäft «Bayern-Tower», ein Riesen-Kettenkarussell. - Foto: Tobias Hase/dpa

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  • Ein Schild mit der Aufschrift Willkommen zum Oktoberfest hängt über dem noch versperrten Haupteingang zur Wiesn. - Foto: Sven Hoppe/dpa

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  • Dieter Reiter (r, SPD), Oberbürgermeister von München, und Markus Soeder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, stoßen auf eine friedliche Wiesn an. - Foto: Sven Hoppe/dpa

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  • Gäste feiern beim Start des 187. Münchner Oktoberfests im Hofbräuzelt nach dem Anstich. - Foto: Felix Hörhager/dpa

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  • Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sticht das erste Fass an. - Foto: Sven Hoppe/dpa

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  • Münchens OB Dieter Reiter (r) und der bayerische Ministerpräsident Markus Soeder stoßen auf eine friedliche Wiesn an. - Foto: Sven Hoppe/dpa

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Menschen drängen sich auf der Wiesn, in der Mitte steht das Fahrgeschäft «Bayern-Tower», ein Riesen-Kettenkarussell. - Foto: Tobias Hase/dpaEin Schild mit der Aufschrift Willkommen zum Oktoberfest hängt über dem noch versperrten Haupteingang zur Wiesn. - Foto: Sven Hoppe/dpaDieter Reiter (r, SPD), Oberbürgermeister von München, und Markus Soeder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, stoßen auf eine friedliche Wiesn an. - Foto: Sven Hoppe/dpaGäste feiern beim Start des 187. Münchner Oktoberfests im Hofbräuzelt nach dem Anstich. - Foto: Felix Hörhager/dpaMünchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sticht das erste Fass an. - Foto: Sven Hoppe/dpaMünchens OB Dieter Reiter (r) und der bayerische Ministerpräsident Markus Soeder stoßen auf eine friedliche Wiesn an. - Foto: Sven Hoppe/dpa

Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause hat in München das Oktoberfest begonnen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zapfte am Samstag das erste Fass Bier mit drei Schlägen an - die vergangenen Jahre hatte er nur zwei gebraucht, bevor es wieder «Ozapft is» hieß und das Bier in Strömen floss.

Während Böllerschüsse den Start der 187. Wiesn verkündeten, reichte Reiter die erste Maß dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Beide stießen auf eine friedliche Wiesn an. Reiter bezeichnete die Entscheidung für die Wiesn als «eine gute», weil das Fest den Menschen Freude bereite. Für Söder ist das Massenereignis ein «Fest von Freude und Freiheit».

Ausharren im Nieselregen am Morgen

Schon im Morgengrauen hatten Tausende junge Menschen bei kaum neun Grad und im Nieselregen vor der Festwiese ausgeharrt und «vorgeglüht». Als das Gelände öffnete, stürmten die Massen in Dirndl und Lederhose in Richtung Bierzelte. «Es ist das Feeling wie früher», sagte Helga Geier, die gebrannte Mandeln verkauft. Für die Münchner Maxi (27), Mirko (31) und Sebastian (28) hat es gereicht, zwei Stunden vor Anstich im Paulaner-Zelt zu sein. Sie saßen ganz vorne bei der Band. «Schon cool» sei es, dass die Wiesn nach zwei Jahren Pause wieder stattfinde. «Aber wir haben auch ohne Wiesn gsoffen.»

Auch wenn ohne Auflagen gefeiert werden kann - die Corona-Gefahr ist nicht gebannt. Die Behörden mahnten Besucher, bei Erkältungssymptomen einen Test zu machen und nicht krank zum Fest zu kommen. Mediziner rechnen nach der Wiesn - wie nach anderen Volksfesten - mit einer Corona-Welle.

«Wahrscheinlich wird die Zahl der Infektionen steigen, das ist die Erfahrung der bisherigen Feste», sagte Söder dem «Münchner Merkur» (Samstag). «Gleichzeitig messen wir aber zum Glück nirgends eine übermäßige Belastung der Krankenhäuser. Das spricht dafür, dass wir bei Corona in einer neuen Phase sind.»

Bundesgesundheitsminister Karl-Lauterbach rief zur Vorsicht auf. Dass das Riesenvolksfest wieder stattfinde, sei vertretbar, sagte der SPD-Politiker. «Die Impfbereitschaft, das Verständnis für die Maßnahmen, die Vorsicht der Bevölkerung machen es möglich.»

Unter den Besuchern waren am Samstag viele junge Leute, kaum einer trug eine Corona-Schutzmaske. Sechs Millionen Besucher kamen vor der Pandemie regelmäßig zum wohl größten Volksfest der Welt.

Bedenken wegen Corona, aber auch Geldsorgen könnten der Grund sein, falls dieses Jahr weniger Besucher kommen. Allein der Preis für die Maß Bier stieg seit 2019 um knapp 16 Prozent. Die Maß kostet nun zwischen 12,60 Euro und 13,80 Euro. Trotz Inflation, Pandemie und Energiekrise hieß es aber auch jetzt wieder Schlangestehen vor den Bierzelten - wer keine Reservierung hatte, musste warten.

Viele säumten zudem die Straßen in der Innenstadt, als am Vormittag die Wirte mit festlich geschmückten Wagen und Brauereirössern zum Festgelände fuhren. Einige Tierschutz-Aktivisten, die während des Umzugs gegen den Fleischkonsum demonstrierten und sich auf die Straße der Festwirte setzten, wurden von der Polizei weggetragen. Neben Bier im Überfluss gehört Fleisch zu den Grundnahrungsmitteln auf dem Oktoberfest: 2019 wurden knapp 435 000 Brathähnchen, 125 Ochsen und 30 Kälber verspeist.

Relativ spät gab es die erste «Bierleiche». Eine junge «volltrunkene» Frau sei um kurz nach 14 Uhr versorgt worden, so der Sprecher der Sanitätsstation Aicher Ambulanz, Thomas Strobl. In manchen Jahren gab es die ersten Alkoholopfer schon deutlich früher.

Rund 600 Polizistinnen und Polizisten sorgen während der zwei Festwochen bis zum 3. Oktober für Sicherheit. Sie werden von uniformierten Polizisten aus Frankreich und Italien sowie Taschendieb-Fahndern aus mehreren Ländern unterstützt. An den Eingängen werden die Festgäste stichprobenartig kontrolliert.

@ dpa.de