Halloween, Seoul

In einem Ausgehviertel der südkoreanischen Hauptstadt münden Feiern in eine der größten Tragödien in der jüngeren Geschichte des Landes.

29.10.2022 - 21:57:35

146 Tote und 150 Verletzte bei Halloween-Feiern in Seoul. Die Zahl an Toten könnte möglicherweise noch weiter steigen.

  • Rettungskräfte und Feuerwehrleute sind an der Unfallstelle in Seoul im Einsatz. - Foto: Lee Ji-Eun/Yonhap/AP/dpa

    Lee Ji-Eun/Yonhap/AP/dpa

  • Bei der Tragödie in Seoul waren 142 Rettungsfahrzeuge im Einsatz. - Foto: Lee Jin-Man/AP/dpa

    Lee Jin-Man/AP/dpa

Rettungskräfte und Feuerwehrleute sind an der Unfallstelle in Seoul im Einsatz. - Foto: Lee Ji-Eun/Yonhap/AP/dpaBei der Tragödie in Seoul waren 142 Rettungsfahrzeuge im Einsatz. - Foto: Lee Jin-Man/AP/dpa

Bei Halloween-Feiern in Seoul sind in der Nacht zum Sonntag mindestens 146 Menschen umgekommen und 150 weitere verletzt worden. Das meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Behördenangaben.

Die Zahl der Todesopfer könnte den Angaben zufolge noch weiter steigen. Betroffen waren demnach überwiegend junge Menschen. Die Leichname wurden in den Morgenstunden in eine Sporthalle transportiert, wo sie von Angehörigen identifiziert werden sollten. 

Gedränge in enger Seitenstraße

Die Tragödie trug sich in dichtem Gedränge im Ausgehviertel Itaewon zu, nachdem laut Berichten Menschenmassen in eine enge Seitenstraße geströmt waren. Die genauen Umstände der Tragödie waren zunächst unklar. Laut Yonhap kam es Gerüchten zufolge zu einer Massenpanik.

Augenzeugenberichten zufolge waren die Gassen rund um das Unglücksareal derart voll, dass sich die Hilfskräfte nur schwer ihren Weg durch die Menschenmassen bahnen konnten. Online-Videos, die in sozialen Medien kursierten, zeigten Dutzende Personen, die am Straßenrand liegend mit blauen Plastikplanen bedeckt waren. Insgesamt versuchten die Einsatzkräfte laut Yonhap mehr als 50 Menschen wiederzubeleben. Demnach waren insgesamt 142 Rettungsfahrzeuge im Einsatz. 

Mehr als 100.000 Menschen im Itaewon-Viertel

Das alljährliche Halloween-Fest ist eine der größten öffentlichen Feiern in Seoul. Dieses Jahr fand die Veranstaltung statt, nachdem die Corona-Maßnahmen weitgehend gelockert wurden. Laut Medienberichten zogen mehr als 100.000 Menschen ins Itaewon-Viertel, die meisten von ihnen in Halloween-Kostümen verkleidet. «In Itaewon ist es jedes Jahr extrem voll, aber dieses Jahr war es einfach nur verrückt», schrieb eine Frau auf ihrem Instagram-Account. 

Präsident Yoon Suk-yeol leitete in der Nacht zu Sonntag eine Notfallsitzung. Zuvor ordnete er an, weiteres Notfallpersonal in das Areal zu entsenden und Krankenhausbetten vorzubereiten. Seouls Bürgermeister Oh Se-hoon, der derzeit auf Besuch in Europa ist, soll laut Yonhap sämtliche geplante Termine abgesagt und seine sofortige Rückkehr angekündigt haben. Die genauen Ursachen der Tragödie waren zunächst noch unklar.

@ dpa.de