Bayern, Deutschland

Der filmreife Einbruch in das oberbayerische Kelten-Museum mit dem großen Gold-Klau beschäftigt weiter die Polizei.

24.11.2022 - 13:30:22

Noch keine Zeugenhinweise nach Gold-Diebstahl aus Museum. Noch gibt es nicht die berühmte heiße Spur, doch der Chefermittler gibt sich optimistisch.

Nach dem spektakulären Gold-Diebstahl aus demKelten und Römer Museum in Manching suchen die Ermittler - auch international - weiter nach den Tätern. Nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) vom Donnerstag gab es noch keine wesentlichen Zeugenhinweise. Zudem gebe es auch darüber hinaus keine neuen Ermittlungsansätze. Nach Angaben eines LKA-Sprechers ist der Tatort in Manching nicht mehr gesperrt, so dass das Museum voraussichtlich am kommenden Mittwoch (30. November) wieder öffnen könne.

Nach den bisherigen Ermittlungen brauchten die unbekannten Täter nur neun Minuten, um in der Nacht zum Dienstag in das Museum einzubrechen und dort wertvolle Goldmünzen zu stehlen. Erst am nächsten Morgen bemerkten Museumsmitarbeiter die Tat.

Dennoch gibt sich die Ingolstädter Staatsanwaltschaft zuversichtlich, die Täter finden zu können. «Alle Täter kochen nur mit Wasser und wir haben schon unsere Mittel und Wege, da auch dagegenzuhalten», sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Nicolas Kaczynski. «Ich bin optimistisch.» Gemeinsam mit dem LKA solle das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Welche Maßnahmen konkret geplant sind, wollte der Chefermittler aber nicht sagen.

Bei dem Einbruch wurden 483 Münzen und ein Gold-Gusskuchen gestohlen. Die mehr als zwei Jahrtausende alten keltischen Goldmünzen wurden 1999 bei einer archäologischen Grabung in Manching entdeckt. Der reine Materialwert des 3,7 Kilo schweren Schatzes wird auf rund eine Viertelmillion Euro geschätzt, der Handelswert für die historischen Münzen geht allerdings in die Millionen.

Größter keltischer Goldschatz des 20. Jahrhunderts

Es wird befürchtet, dass die Täter das Gold einschmelzen könnten, weil die Münzen wegen ihrer Bekanntheit als unverkäuflich gelten. «Das wäre eine Katastrophe», sagte der Archäologe Matthias Leicht, der vor 23 Jahren die Manchinger Grabung geleitet hatte, dem «Münchner Merkur». Der kulturelle Wert der Sammlung sei unermesslich. «Es ist ja immerhin der größte keltische Goldschatzfund des 20. Jahrhunderts.»

Zur Zeit des Museumseinbruchs kam es zu einer Sabotage des Telefonnetzes in dem Ingolstädter Vorort. In der Folge waren Telefon, Internet und auch die Alarmanlage des Manchinger Museums lahmgelegt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Einbrecher die Telekom-Leitungen zerstört haben, um dann ungestört in das Museum zu gelangen.

«Das ist ein relativ nahe liegender Verdacht - ohne mich da jetzt zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen - dem man nachgehen muss», sagte Kaczynski. «Ob die Verbindung tatsächlich besteht oder es nur Zufall ist, letzten Endes werden das die weiteren Ermittlungen ergeben müssen.»

Die Ermittler fahnden auch international nach den Tätern. Kunstdatenbanken seien über den Diebstahl informiert worden für den Fall, dass die Münzen dort auftauchen. Und neben dem Bundeskriminalamt wurden nach Angaben des LKA auch Europol und Interpol eingeschaltet.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Entsetzen in Illerkirchberg - Haftbefehl wegen Mordes. Ein 14-jähriges Mädchen stirbt. Gegen den Mann wird Haftbefehl wegen Mordes erlassen, doch es gibt noch viele Fragen. Ein Mann soll zwei Mädchen auf dem Schulweg mit einem Messer angegriffen haben. (Unterhaltung, 06.12.2022 - 17:15) weiterlesen...

Schock und Entsetzen in Illerkirchberg - Motiv weiter unklar. Ein Mädchen wird schwer verletzt, eine 14-Jährige stirbt. Es gibt noch viele Fragen in dem Fall. Ein Mann soll dort zwei Mädchen auf dem Weg zur Schule mit einem Messer angegriffen haben. (Unterhaltung, 06.12.2022 - 16:08) weiterlesen...

Messergewalt: Wie das Phänomen in Deutschland erfasst wird. Dass ein Asylbewerber aus Eritrea tatverdächtig ist, macht den Fall zum Politikum. Die Bluttat in Illerkirchberg erschüttert die Republik. (Unterhaltung, 06.12.2022 - 15:37) weiterlesen...

Strobl: Tat «kein Anlass für Hass und Hetze». Der Fall wirft Fragen auf - und könnte zum Politikum werden. Diese Bluttat hat die Gemeinde Illerkirchberg erschüttert: Ein Mann attackiert zwei Mädchen auf dem Weg zur Schule, eine 14-Jährige stirbt. (Unterhaltung, 06.12.2022 - 15:26) weiterlesen...

Nach Golddiebstahl: Spurensuche und Debatte um Kameraanlage. Nun suchten Taucher einen Weiher ab. Für Diskussionsstoff sorgt zudem die veraltete Kameratechnik in dem Museum. Nach dem Golddiebstahl von Manching lassen die Ermittler nicht locker. (Unterhaltung, 06.12.2022 - 15:18) weiterlesen...

Apothekerin: Kasse um eine halbe Million Euro betrogen. Nun steht eine Pharmazeutin vor Gericht und zeigt sich geständig - verhandelt wird über das Strafmaß. Mehr als 500.000 Euro sind durch Urkundenfälschung und Betrug erschlichen worden. (Unterhaltung, 06.12.2022 - 13:43) weiterlesen...