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Kultur, Rat f?r Kulturelle Bildung

Essen - In seiner neuen jugendpolitischen Handreichung "Kulturraum Kindheit und Jugend" richtet das unabh?ngige Expertengremium Rat f?r Kulturelle Bildung den Blick auf die Rahmenbedingungen f?r kulturelle Bildungsbiografien junger Menschen und auf ihre kulturelle Teilhabe.

22.03.2021 - 11:37:38

Expertenrat sieht Bund und L?nder in starker Verantwortung f?r Kulturr?ume in Kommunen / Kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen braucht mehr F?rderung und lokale Bildungslandschaften

Essen - In seiner neuen jugendpolitischen Handreichung "Kulturraum Kindheit und Jugend" richtet das unabh?ngige Expertengremium Rat f?r Kulturelle Bildung den Blick auf die Rahmenbedingungen f?r kulturelle Bildungsbiografien junger Menschen und auf ihre kulturelle Teilhabe.

"Die aktive Begegnung mit kulturellen, ?sthetischen Inhalten ist ein wichtiger Bestandteil von Kindheit und Jugend. Daher ist es besonders problematisch, dass der ganze durch die Corona-Pandemie lahmgelegte Bildungsbereich kultureller Freizeitaktivit?ten jetzt akut gef?hrdet ist: Kultur und Kulturelle Bildung sind in den Kommunen keine Pflichtaufgabe und fallen damit oft zuerst finanziellen K?rzungen zum Opfer. Hier m?ssen Bund, L?nder und Kommunen kreative, dauerhaft tragf?hige L?sungen finden", so Eckart Liebau, Vorsitzender des Rates f?r Kulturelle Bildung.

Burkhard Jung, Pr?sident des Deutschen St?dtetags, im Gru?wort: "Kulturelle Bildung ist f?r unsere St?dte ein hohes ?ffentliches Gut. Allerdings k?nnen kultur- und bildungspolitische Ziele ohne Unterst?tzung von L?ndern und Bund nicht umgesetzt werden. Um ein inklusives System mit der kulturellen Beteiligungsm?glichkeit f?r jeden Einzelnen zu erm?glichen, bedarf es insbesondere verl?sslicher Strukturen und finanzieller F?rderung."

Drei Kernthemen f?r die Kinder-, Jugend- und Familienpolitik

Der Rat f?r Kulturelle Bildung zieht in der Publikation Schl?sse aus seinen in den letzten Jahren erarbeiteten Erkenntnissen und sieht politischen Handlungsbedarf f?r die Jugendpolitik insbesondere in drei Themenfeldern: bei der Sicherung und Schaffung der notwendigen Infrastruktur von physischen Freir?umen und Begegnungsorten; bei den Angeboten in der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit, die divers und digital beziehungsweise hybrid konzipiert und umgesetzt werden m?ssen; und bei der fr?hkindlichen Kulturellen Bildung in Kitas und Familien.

Teilhabe durch zuverl?ssige Infrastruktur: Bildungslandschaften als Basis

Die Corona-Pandemie zeigt, dass Angebote Kultureller Bildung nicht krisensicher sind. Kulturelle Bildung als ?ffentliches Gut setzt deshalb voraus, dass sie auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene als staatliche Pflichtaufgabe gesetzlich festgeschrieben und in den Haushalten ausgewiesen wird - auch mit der Aufgabe, Kulturelle Bildung f?r alle zu erm?glichen und kulturelle Bildungsarmut gezielt zu bek?mpfen. Daf?r m?ssen Raum, Gelegenheiten und Strukturen geschaffen, erhalten und gesichert werden. Es braucht ?ffentlich zug?ngliche und mit W-Lan ausgestattete "Dritte Orte" wie Bibliotheken, Kulturvereine, B?rgerzentren, an denen Kulturelle Bildung von allen B?rgern erfahren, gestaltet und erm?glicht werden kann. W?hrend St?dte vor der Herausforderung stehen, ihr Stadtzentrum nach der Corona-Pandemie anders und neu zu denken, geht es in l?ndlichen Gemeinden vor allem um die Sicherung ?rtlicher Begegnungs- und Aktivit?tszentren.

Kultur ohne Anschluss: Digitalisierung und Diversit?t als Herausforderungen

Nicht nur f?r Krisenf?lle m?ssen digitale Formate und Begegnungsr?ume technisch, p?dagogisch und hinsichtlich ihres ?sthetischen Potenzials ausgebaut werden. Denn: Junge Menschen sind durch digitale Leitmedien wie YouTube nicht nur Rezipienten, sondern auch Produzenten von kulturellen und ?sthetischen Inhalten. Zur Aufgabe von Kultureller Bildung geh?rt es daher auch, die analogen und digitalen Welten von vornherein im Zusammenhang zu denken und zu gestalten. Um m?glichst viele Kinder und Jugendliche in ihren verschiedenen sozialen und kulturellen Lebenswelten zu erreichen, muss qualifiziertes Personal anschlussf?hige, diversit?tssensible Angebote entwickeln. Dazu geh?rt, ein noch besseres Verst?ndnis f?r die kulturellen Praktiken und Orientierungen junger Menschen zu entwickeln, daran anzukn?pfen und Prozesse gemeinsam zu gestalten.

Fr?h ?bt sich: Kita als Kulturort

Das 2019 in Kraft getretene "Gute-KiTa-Gesetz" hat die Weiterentwicklung von Qualit?t und Teilhabe in der Kindertagesbetreuung angeregt. Damit sich die Einrichtungen zu zuverl?ssigen und anregenden Orten Kultureller Bildung weiterentwickeln k?nnen, sind Qualit?tskriterien und eine Aufwertung Kultureller Bildung erforderlich. Daf?r braucht es eine nachhaltige Unterst?tzung auf Bundes- und L?nderebene. In der Praxis fehlen Fachkr?ften in Kitas oft die M?glichkeiten und fl?chendeckende Angebote f?r Weiterbildungen in ?sthetischen und k?nstlerischen Kompetenzen. Der Aufbau von Kooperationen mit Kulturpartnern in der kommunalen Bildungslandschaft braucht Zeit, Kompetenz, Geld und kommunale Netzwerke. Daf?r m?ssen beispielsweise die Kinder- und Jugendhilfe, Kultur-, Schul-, und Bildungs?mter gezielter und ressort?bergreifend zusammenarbeiten.

Jugendpolitische Handreichung "Kulturraum Kindheit und Jugend"

Kindheit und Jugend sind besonders kreative und produktive Lebensphasen und als eigener Kulturraum zu verstehen. Um die komplexen Herausforderungen aktueller Transformationsprozesse bew?ltigen zu k?nnen, brauchen junge Menschen gerade jetzt Anregungs- und Erfahrungsr?ume, die Gelegenheiten f?r freiwilliges Engagement und f?r freie Interessenbildung und -vertiefung bieten. Hier sind besonders ?sthetische Experimentierr?ume, wie sie die Kulturelle Bildung bietet, ein zentrales Element, um Zukunftskompetenzen zu f?rdern.

In der Reihe "Auf den Punkt" wird Kulturelle Bildung - als wichtiger Teil der Bildungslandschaft - als ressort?bergreifende Entwicklungsaufgabe f?r die Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik betrachtet. 2020 erschien bereits die bildungspolitische Handreichung "Kulturort Schule". Im Herbst 2021 wird eine kulturpolitische Handreichung folgen.

Zur jugendpolitischen Handreichung "Kulturraum Kindheit und Jugend" erscheint eine Podcast-Staffel.

Folge 1: Innenst?dte als Kulturraum: Transformation mit Kultureller Bildung

Moderatorin Lydia Gr?n spricht mit Muchtar Al Ghusain, Beigeordneter f?r Jugend, Bildung und Kultur der Stadt Essen und Ratsmitglied J?rgen Schupp. Thema: F?r die Umsetzung kultureller Teilhabe stehen vor Ort die Kommunen in der Verantwortung. Wie gestalten sie Infrastrukturen Kultureller Bildung f?r Kinder und Jugendliche? Wie ver?ndern gerade die Folgen von Corona die Innenst?dte und auch die Funktionen von Kultureinrichtungen in einer Stadt wie Essen?

Weitere Informationen unter https://www.rat-kulturelle-bildung.de/

Pressekontakt:

Alexandra Hahn Telefon: 0201-89 94 35-12 / 0171-1867000 E-Mail: mailto:hahn@rat-kulturelle-bildung.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/111625/4869747 Rat f?r Kulturelle Bildung

@ presseportal.de