Störung, Deutschland

Eine technische Störung des Zugfunks hat zum Start ins Wochenende zu einem Chaos bei der Bahn geführt.

08.10.2022 - 10:35:52

Bahn-Chaos im Norden: Störungen behoben. In weiten Teilen Norddeutschlands stand der gesamte Fern- und teils auch der Regionalverkehr still.

  • In Norddeutschland legt eine Störung den Fernverkehr lahm. - Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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  • In Norddeutschlan fallen große Teile es Bahnverkehrs aus. - Foto: Stefan Sauer/dpa

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  • Eine technische Störung führte in Norddeutschland zum kompletten Stillstand im Fernverkehr. - Foto: Bodo Marks/dpa

    Bodo Marks/dpa

In Norddeutschland legt eine Störung den Fernverkehr lahm. - Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpaIn Norddeutschlan fallen große Teile es Bahnverkehrs aus. - Foto: Stefan Sauer/dpaEine technische Störung führte in Norddeutschland zum kompletten Stillstand im Fernverkehr. - Foto: Bodo Marks/dpa

Die heftige Störung bei der Bahn in Norddeutschland ist nach Unternehmensangaben behoben. In der Folge seien aber noch Beeinträchtigungen im Laufe des Tages möglich, sagte ein Bahnsprecher am Samstagvormittag.

Gegen 10.00 Uhr fuhren die ersten Nahverkehrszüge wieder vom Hamburger Hauptbahnhof ab, um 10.49 Uhr verließ dann auch er erste ICE nach München mit einer halben Stunde Verspätung die Hansestadt. Das berichtete eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur. Immer mehr verspätete Züge würden zur Abfahrt angesagt.

Seit dem Morgen war der Bahnverkehr in weiten Teilen Norddeutschlands wegen einer Störung des digitalen Zugfunksystems lahmgelegt.

Unzählige Reisende waren zuvor an den Bahnhöfen gestrandet, weil der komplette Fernverkehr und teils auch der Regionalverkehr in weiten Teilen Norddeutschlands eingestellt waren. Betroffen waren Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wie die Bahn bei Twitter schrieb.

Ursache für Funk-Störung noch unklar

Grund für das Chaos war nach Bahn-Angaben eine technische Störung des digitalen Zugfunks GSM-R (Global System for Mobile Communications - Rail), so eine Sprecherin der Deutschen Bahn. «Er dient der Kommunikation zwischen den Leitstellen, die den Zugverkehr steuern, und den Zügen und ist damit unverzichtbarer Bestandteil für den reibungslosen Zugverkehr.»

Auf die Frage nach einer möglicherweise gezielten Störung hieß es aus Sicherheitskreisen am Samstagmorgen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur nur, die Untersuchungen liefen und die Ursache sei noch unbekannt.

Generell empfahl die Bahn ihren Reisenden, sich kurz vor geplanten Fahrten über www.bahn.de/reiseauskunft, über die App «DB Navigator» oder telefonisch unter 030/2970 zu informieren. Auf der Bahn-Website hieß es: «Sobald uns neue Informationen vorliegen, werden wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.»

Alternativ-Verbindungen überfüllt

Das Unternehmen empfahl Reisenden, die zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen sowie zwischen Berlin und Baden-Württemberg oder der Schweiz unterwegs waren, Verbindungen über Erfurt und Frankfurt/Main zu nutzen.

Viele Reisende, die etwa von Berlin nach Nordrhein-Westfalen fahren wollten, folgten der Empfehlung der Bahn und nahmen den Umweg mit Umstieg in Frankfurt. Die Folge waren völlig überfüllte Züge, wie ein dpa-Reporter aus dem ICE 934 auf der Fahrt nach Frankfurt berichtete. «Kein Durchkommen in den Gängen, weil alles mit sitzenden oder dort stehenden Fahrgästen blockiert ist», erzählte er.

Viele Reisende in Hannover warten auf Weiterfahrt

Am Bahnknotenpunkt Hannover, an dem sich wichtige Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen der Bahn treffen, bewahrten die wartenden Bahnreisenden weitgehend Ruhe, wie ein anderer dpa-Reporter berichtete. Viele von ihnen hätten zwar kopfschüttelnd vor der großen Anzeigetafel, die über die Zugausfälle informierte, gestanden. Aber eine aggressive Stimmung habe nicht geherrscht.

Vor Auskunftsschaltern bildeten sich etwa in Hannover lange Schlangen. In der Bahnhofshalle verteilten Mitarbeiter der Bahn Kaffee und Tee. Zwischenzeitlich standen auch die Regionalzüge still. In Norddeich-Mole fuhr ein Regionalexpress nach Hannover am Samstagvormittag mit fünf Minuten Verspätung ab, weitere Züge wurden zunächst nicht erwartet.

Deshalb bildeten sich draußen am Taxistand Grüppchen, die versuchen sich in kleinen Fahrgemeinschaften per Taxi in die nächste Großstadt durchzuschlagen.

Im internationalen Zugverkehr fielen nach Angaben der Bahn IC-Züge von/nach Berlin Richtung Amsterdam komplett aus. IC-Zugfahrten von/nach Kopenhagen beziehungsweise Aarhus enden/beginnen in Padborg.

@ dpa.de