Corona, Covid-19

Ein Zusammenhang mit dem Oktoberfest lässt sich nicht beweisen, liegt aber nahe: In München werden deutlich mehr Corona-Infektionen registriert als bayernweit.

27.09.2022 - 11:34:55

Corona-Zahlen in München steigen immer schneller

Eineinhalb Wochen nach Beginn des Oktoberfestes steigen die Corona-Zahlen in München immer schneller. Auf Wochensicht ist die Inzidenz um knapp 77 Prozent auf 424,9 gestiegen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Dienstag (Stand 3.08 Uhr) hervorgeht.

Das ist deutlich mehr als der bayernweite Anstieg von 43,1 Prozent oder der deutsche von 29,4 Prozent. Die Inzidenz ist die Zahl der erfassten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Menschen binnen sieben Tagen.

Da die Gesundheitsämter an Wochenenden praktisch keine neuen Fälle an das RKI melden, die dieses in die Zahlen des jeweils nächsten Morgens einrechnen kann, ist Dienstag in der Regel der erste Tag der Woche, an dem sich deutliche Anstiege in den Inzidenzen zeigen.

Faktor Volksfest bereits bekannt

Ein Zusammenhang des Anstiegs mit dem Oktoberfest lässt sich derzeit zwar kaum beweisen, er liegt aber nahe: Auch bei anderen Volksfesten hatte sich häufig etwa eineinhalb Wochen nach Beginn ein deutlicher Anstieg in den Inzidenzen gezeigt. Oft waren diese dann noch gut eine Woche weiter gestiegen. Auch Experten hatten im Vorfeld des Oktoberfest eine Wiesn-Welle vorhergesagt.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kommentierte die steigenden Zahlen auf Twitter: «Das Oktoberfest wäre mit Testen vor Einlass sicherer gewesen und nicht weniger schön», betonte er. «Bei den Preisen pro Mass wären die Tests auch noch bezahlbar gewesen.» Jetzt müssten in der Folge mehr schwere Verläufe und Long-Covid-Fälle behandelt werden.

Die Inzidenzzahlen haben inzwischen allerdings ein Stück weit an Aussagekraft eingebüßt. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Corona Fälle aus - vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Flug-Ausschluss: Lufthansa entschädigt jüdische Reisende. Nun hat man einen finanziellen Ausgleich geschaffen. Mächtig Ärger hatte die Lufthansa, nachdem sie im Mai eine größere Gruppe orthodoxer Juden von einem Flug ausgeschlossen hatte. (Wirtschaft, 01.12.2022 - 11:23) weiterlesen...

DGB: Viele empfinden Digitalisierung im Job als Belastung. So erleben viele Arbeitnehmer die Digitalisierung keineswegs nur als Erleichterung. Von einem «Alarmsignal» spricht die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi angesichts einer Umfrage der Gewerkschaft. (Wirtschaft, 01.12.2022 - 09:14) weiterlesen...

Chinas Vizepremier spricht von «neuem Stadium» in Pandemie. Jetzt äußert sich der Vizepremier. Die rigorosen Maßnahmen der chinesischen Behörden führten am Wochenende zu den größten öffentlichen Demonstration seit Jahrzehnten. (Ausland, 01.12.2022 - 06:26) weiterlesen...

Chinas Parteiführung will bei Protesten «hart durchgreifen». Die Parteiführung mahnt das Volk, seinen Unmut nicht auf die Straße zu tragen. Sie sieht auch «feindliche Kräfte» am Werk. Eine Abkehr von den harten Null-Covid-Maßnahmen gibt es in China nicht. (Ausland, 30.11.2022 - 05:50) weiterlesen...

Chinas Parteiführung droht hartes Vorgehen gegen Proteste an. An den umstrittenen Null-Covid-Maßnahmen wird festgehalten. Angesichts der größten Protestwelle seit Jahrzehnten zeigt Chinas Staatsgewalt ihre Stärke. (Ausland, 30.11.2022 - 04:20) weiterlesen...

Corona-Neuinfektionen in China gehen weiter leicht zurück. An den umstrittenen Null-Covid-Maßnahmen wird festgehalten. Angesichts der größten Protestwelle seit Jahrzehnten zeigt Chinas Staatsgewalt ihre Stärke. (Ausland, 30.11.2022 - 03:52) weiterlesen...