Sachsen, Berlin

Ein Großteil der Beute wurde zurückgegeben - danach gab es einen sogenannten Deal.

17.01.2023 - 04:42:18

Juwelendiebstahl-Prozess von Dresden: Geständnisse erwartet. Nun wird erwartet, dass die Angeklagten ihre Tatbeteiligung gestehen, um eine mildere Strafe zu bekommen.

Im Prozess um den spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Dresdner Grünen Gewölbe wollen die meisten Tatverdächtigen am Dienstag ihr Schweigen brechen. Vorausgegangen war ein sogenannter Deal zwischen allen Prozessbeteiligten - und die Rückgabe eines Großteils der Beute.

Vier der sechs Angeklagten stimmten dem Deal zu und kündigten für Dienstag Erklärungen an. «Das Gericht rechnet damit, dass Geständnisse abgegeben werden», sagte ein Sprecher des Landgerichts. Ein Beschuldigter streitet seine Beteiligung an dem spektakulären Einbruch ab und verweist auf ein Alibi. Wie sich der sechste Angeklagte verhalten wird, ist noch unklar.

Die 23- bis 29-Jährigen müssen sich seit fast einem Jahr wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung verantworten. Die Deutschen sind Brüder und Cousins aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie. Zwei von ihnen verbüßen derzeit ihre Jugendstrafe wegen des Diebstahls der 100-Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum 2017.

Spektakulärer Diebstahl mit Axt

Der Einbruch in das sächsische Schatzkammermuseum am 25. November 2019 war einer der spektakulärsten Kunstdiebstähle in Deutschland und machte auch international Schlagzeilen. Zwei Täter drangen über ein unbemerkt Tage zuvor präpariertes Fenster ins Residenzschloss ein, schlugen mit einer Axt Löcher in die Vitrine mit den prächtigsten Preziosen und rissen heraus, was sie zu fassen bekamen. Das Ganze dauerte nur wenige Minuten, als die Polizei eintraf, waren Diebe samt Beute verschwunden.

Laut Anklage erbeuteten sie 21 Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro. Zudem sollen sie über eine Million Euro Sachschäden hinterlassen haben. So wurde ein Fluchtauto in der Tiefgarage eines Wohnhauses angezündet, um Spuren zu verwischen.

Nach Sondierungsgesprächen waren die meisten Schmuckstücke kurz vor Weihnachten über einen der Verteidiger zurückgegeben worden, teilweise beschädigt und unvollständig. Für den Deal zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht, mit dem ein reduzierter Strafrahmen in Aussicht steht, müssen die Angeklagten jedoch konkrete Angaben zum Coup und ihrer Beteiligung machen.

@ dpa.de