Nasa, Artemis

Die «Artemis»-Mission der Nasa soll eines Tages wieder Menschen auf den Mond bringen.

12.12.2022 - 02:38:12

Nasa-Mondmission: «Artemis 1» nach Test auf Erde zurück. Lange schien die Mission krisengeplagt - aber jetzt hat ein erster und noch unbemannter Testflug geklappt.

  • Rund eine Woche nach dem Start kam die Kapsel ihrem Ziel erstmals ganz nah. Auf dem Weg in ihre Umlaufbahn um den Mond sei sie in rund 130 Kilometer Entfernung an dem Erdtrabanten vorbeigeflogen, teilte die US-Raumfahrtbehörde mit. - Foto: Uncredited/NASA/AP/dpa

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  • Zwischen «Orion» und dem Mond ist klein die Erde zu sehen. - Foto: ESA/dpa

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  • Blick zurück auf die Erde am 9. Flugtag der Orion-Raumkapsel, aufgenommen mit einer Kamera auf einem ihrer Solarzellenfelder. - Foto: Uncredited/NASA via AP/dpa

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  • Die «Orion»-Raumkapsel der Nasa im Weltraum am dritten Tag der Artemis-I-Mission. Das «Selfie» wurde von einer Kamera aufgenommen, die an dem Raumschiff montiert ist. - Foto: -/Nasa/dpa

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  • Am 20. Tag der «Artemis 1»-Mission hat die «Orion»-Kapsel die Erde aufgenommen, die hinter dem Mond aufgeht. - Foto: NASA/ESA/dpa

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  • «Orion» im Anflug auf die Erde. - Foto: Uncredited/NASA/dpa/AP

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  • Die «Orion»-Kapsel landet an Fallschirmen auf dem Pazifik. - Foto: Caroline Brehman/Pool EPA/AP/dpa

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Rund eine Woche nach dem Start kam die Kapsel ihrem Ziel erstmals ganz nah. Auf dem Weg in ihre Umlaufbahn um den Mond sei sie in rund 130 Kilometer Entfernung an dem Erdtrabanten vorbeigeflogen, teilte die US-Raumfahrtbehörde mit. - Foto: Uncredited/NASA/AP/dpaZwischen «Orion» und dem Mond ist klein die Erde zu sehen. - Foto: ESA/dpaBlick zurück auf die Erde am 9. Flugtag der Orion-Raumkapsel, aufgenommen mit einer Kamera auf einem ihrer Solarzellenfelder. - Foto: Uncredited/NASA via AP/dpaDie «Orion»-Raumkapsel der Nasa im Weltraum am dritten Tag der Artemis-I-Mission. Das «Selfie» wurde von einer Kamera aufgenommen, die an dem Raumschiff montiert ist. - Foto: -/Nasa/dpaAm 20. Tag der «Artemis 1»-Mission hat die «Orion»-Kapsel die Erde aufgenommen, die hinter dem Mond aufgeht. - Foto: NASA/ESA/dpa«Orion» im Anflug auf die Erde. - Foto: Uncredited/NASA/dpa/APDie «Orion»-Kapsel landet an Fallschirmen auf dem Pazifik. - Foto: Caroline Brehman/Pool EPA/AP/dpa

Nach knapp 26 Tagen im All eine Bilderbuch-Landung im Pazifik: Die unbemannte «Orion»-Kapsel der Nasa-Mondmission «Artemis 1» ist zurück auf der Erde. Sie landete am Sonntagabend (MEZ) planmäßig im Pazifik vor der Küste Mexikos. Auf Live-Bildern der US-Raumfahrtbehörde Nasa war zu sehen, wie die Kapsel, von Fallschirmen gebremst, im Meer aufsetzte. Die Testmission gilt als wichtiger Schritt für die Rückkehr von Menschen auf den Mond.

«Splashdown», schrieb die Nasa auf Twitter - und hieß das Raumschiff «Zuhause» willkommen. «Orion» sei 1,4 Millionen Meilen durch den Weltraum gereist, habe den Mond umflogen und Daten gesammelt. Das helfe der Nasa bei den Vorbereitungen, auf weiteren «Artemis»-Missionen Astronauten zum Mond zu schicken. Sichtlich stolz sprach Nasa-Chef Bill Nelson von einem «historischen» Tag. Nun gehe es mit neuer Technologie weiter zur Erforschung neuer Grenzen.

«Wir sind einen Schritt näher gekommen, Astronauten auf den Mond zu schicken», gratulierte US-Vizepräsidentin Kamala Harris auf Twitter. Auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst jubelte: «Ein historischer Moment & Meilenstein der Raumfahrt», schrieb er auf Twitter. «Die Menschheit hat wieder ein Raumschiff, das Menschen über den Erdorbit hinaus ins All tragen kann, um Mond & Mars zu erforschen».

Startschwierigkeiten, aber Landung nach Plan

Dabei stand die «Artemis 1»- Mission nach Kostenexplosionen und immer neuen Startverschiebungen, wegen technischer Probleme oder stürmischem Wetter, anfangs unter keinem guten Stern. Am 16. November hob «Orion» dann mit der Rakete «Space Launch System» vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida endlich ab. Vier Wochen lang konnten dann alle geplanten Meilensteine abgehakt werden: Vorbeiflug am Mond, Einschwenken in die Umlaufbahn des Mondes, Ausschwenken aus der Umlaufbahn des Mondes, weiterer Vorbeiflug am Mond - und nun dann die Landung.

Sie galt als letzte große Herausforderung der Testmission: «Orion» flog mit rund 40.000 Kilometern pro Stunde in die Atmosphäre der Erde und wurde von dieser dann auf rund 480 Kilometer pro Stunde abgebremst. Dabei muss das Hitze-Schutzschild von «Orion» Temperaturen von rund 2800 Grad Celsius standhalten.

Rund 40 Minuten vor der Landung war das Europäische Servicemodul (ESM) abgetrennt worden. Von dieser Antriebs- und Versorgungseinheit, die das Besatzungsmodul unter anderem mit Strom, Wasser und Luft versorgte, blieb am Ende der Mission nichts übrig - es verglühte planmäßig in der Erdatmosphäre.

Neue Technik für den Eintritt in die Atmoshphäre

Die Rückkehr der Orion-Kapsel habe «wie im Bilderbuch» ausgesehen, sagte Martin Tajmar, Raumfahrtsystem-Experte an der TU Dresden, am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur. Tajmar zufolge probierte die Nasa bei der Landung einige neue Techniken aus.

Dazu gehört der sogenannte Skip Entry, der erstmals bei einem für Menschen konzipierten Raumschiff eingesetzt wurde. Ganz grob kann man dieses Verfahren mit einem Stein vergleichen, den man über eine Wasserflächen hüpfen lässt. Dabei tauchte «Orion» in die Erdatmosphäre ein, um sie kurz nach dem Aufprall wieder nach oben zu verlassen. Anschließend tauchte die Kapsel erneut ein, um dann - von Fallschirmen gebremst - im Pazifik zu wassern. Diese Technik soll eine präzisere Landung ermöglichen.

Gleich nach dem Splashdown im Pazifik war die Kapsel von Hubschraubern und Booten umgeben. Mithilfe von Spezialisten und Tauchern soll «Orion» nun in den Hafen von San Diego gebracht werden. Von Kalifornien gehe es dann auf dem Landweg mit einem Lastwagen zurück nach Florida, teilte die Nasa mit.

Nächstes Ziel: bemannt um den Mond

Mit dem nach der griechischen Göttin des Mondes benannten Programm «Artemis» sollen in den kommenden Jahren wieder US-Astronauten auf dem Mond landen, darunter erstmals eine Frau und eine nicht-weiße Person. Auch die Europäische Raumfahrtagentur Esa und Raumfahrtagenturen mehrerer anderer Länder sind an «Artemis» beteiligt.

Auf einen ersten bemannten Flug («Artemis 2») um den Mond herum soll ein weiterer bemannter Flug inklusive Mondlandung («Artemis 3») folgen. Die bislang letzten Menschen hatte die Nasa 1972 mit der «Apollo 17»-Mission auf den Mond gebracht. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit den «Apollo»-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.

@ dpa.de