Lena, Mord

Der Mord an der elfjährigen Lena in Emden 2012 bewegte Menschen bundesweit.

07.11.2022 - 10:45:34

Verurteilter Mörder der elfjährigen Lena erneut vor Gericht. Der Mörder kam in die Psychiatrie, dort bekam er 2020 Lockerungen. Kurz darauf vergewaltigte er auf dem Klinikgelände eine Frau.

Der verurteilte Mörder der elfjährigen Lena aus Emden muss sich seit Montag erneut vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-Jährigen vor, im Maßregelvollzug eine Frau vergewaltigt und eine weitere sexuell genötigt zu haben.

Nach der Anklageverlesung vor dem Landgericht Oldenburg wurde die Öffentlichkeit auf Antrag der Verteidigung ausgeschlossen. Als Grund nannte das Gericht die psychische Erkrankung des Angeklagten.

Ein Gerichtssprecher sagte, mit der Entscheidung sollten die Persönlichkeitsrechte des Mannes gewahrt bleiben. Laut Anklage soll der Mann im Juni 2020 während seiner Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung im Landkreis Ammerland eine Mitpatientin auf dem weitläufigen Außengelände der Klinik vergewaltigt haben.

Bereits zwei Monate zuvor soll er ebenfalls auf dem Außengelände der Klinik, zu dem auch ein Wald gehört, eine andere Mitpatientin sexuell genötigt haben. Laut Staatsanwaltschaft soll er der schreienden Frau damit gedroht haben, sie umzubringen, wenn sie nicht aufhöre zu schreien. Dass sich der Mann auf dem Außengelände frei bewegen durfte, verdankte er Lockerungsmaßnahmen, die die Staatsanwaltschaft Aurich genehmigt hatte und die Anfang 2020 in Kraft getreten waren.

Das Landgericht Aurich hatte 2012 den damals 19-jährigen Angeklagten wegen Mordes, versuchten sexuellen Missbrauchs und gefährlicher Körperverletzung für schuldig erklärt. Das Gericht hielt ihn wegen einer schweren Persönlichkeitsstörung für eingeschränkt schuldfähig, er kam in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung.

@ dpa.de