Medien, Fernsehen

Der Eurovision Song Contest findet schon zum dritten Mal in Israel statt - aber zum ersten Mal in Tel Aviv.

14.05.2019 - 11:44:06

Song Contest - «Dare to Dream»: ESC in der Partystadt Tel Aviv. Künstler aus 41 Ländern singen um die Wette.

  • ESC - S!sters - Foto: Ilia Yefimovich

    Die S!sters Carlotta Truman (l) und Laurita Spinelli besuchen den Karmelmarkt. Foto: Ilia Yefimovich

  • ESC - Foto: Rolf Vennenbernd

    Tel Aviv ist bereit für das große ESC-Spektakel. Foto: Rolf Vennenbernd

  • ESC - Netta - Foto: Ilia Yefimovich

    Netta hat im letzten Jahr den ESC gewonnen. Foto: Ilia Yefimovich

  • ESC - Duncan Laurence - Foto: Ilia Yefimovich

    Der niederländische Sänger Duncan Laurence gilt als großer Favorit. Foto: Ilia Yefimovich

  • ESC - Bilal Hassani - Foto: Ariel Schalit/AP

    Bilal Hassani aus Frankreich musste sich nach seiner Qualifizierung gegen rassistische und homophobe Angriffe wehren. Foto: Ariel Schalit/AP

  • ESC - Kobi Marimi - Foto: Ilia Yefimovich

    Kobi Marimi geht für Israel an den Start. Foto: Ilia Yefimovich

  • ESC - S!sters - Foto: Ariel Schalit/AP

    Bei den Wetten liegen die S!sters momentan noch im unteren Mittelfeld. Foto: Ariel Schalit/AP

ESC - S!sters - Foto: Ilia YefimovichESC - Foto: Rolf VennenberndESC - Netta - Foto: Ilia YefimovichESC - Duncan Laurence - Foto: Ilia YefimovichESC - Bilal Hassani - Foto: Ariel Schalit/APESC - Kobi Marimi - Foto: Ilia YefimovichESC - S!sters - Foto: Ariel Schalit/AP

Tel Aviv - Die deutschen S!sters sorgen schon vor dem Eurovision Song Contest für Aufsehen, als sie im Zentrum von Tel Aviv über einen belebten Markt schlendern. «Ich vertraue euch, ihr werdet siegen», ruft ein Händler ihnen zu. «Vielleicht», antwortet die dunkelhaarige Laurita Spinelli mit strahlendem Lächeln.

Spinelli und ihre blonde Gesangspartnerin Carlotta Truman sind begeistert von der leichtlebigen Küstenmetropole. «Tatsächlich spürt man den ESC überall hier in der Luft in Tel Aviv, alle Menschen sind in Partystimmung», sagt Spinelli.

Als Partymetropole ist Tel Aviv schon lange bekannt - mit langen Sandstränden, Traumwetter, guter Mittelmeerküche und einem breiten Angebot an Cafés, Restaurants und Bars will die israelische Küstenstadt jetzt auch als ESC-Gastgeber glänzen. «Dare to Dream» (zu träumen wagen) lautet nicht umsonst das Motto des Eurovision Song Contest 2019. «Die Eurovision ist eine Gelegenheit für eine unglaubliche weltweite Präsentation», sagte Bürgermeister Ron Chuldai im Vorfeld. Alle seien so aufgeregt, «wie wenn man ein Baby erwartet».

Für ein mulmiges Gefühl sorgt bei vielen die jüngste Eskalation blutiger Gewalt zwischen Israel und den militanten Palästinenserorganisationen im Gazastreifen. Fast 700 Raketen feuerten militante Palästinenser vor einer Woche auf israelische Ortschaften, vier Menschen wurden getötet. Bei israelischen Gegenangriffen kamen seit Samstag mehr als 20 Palästinenser ums Leben. Die von Ägypten vereinbarte Waffenruhe ist brüchig. Angesichts der angespannten Lage sind die Sicherheitsvorkehrungen besonders streng.

Das große Finale findet am Samstag in der Veranstaltungshalle Expo im Norden Tel Avivs statt. Israel ist schon zum dritten Mal ESC-Gastgeber, erstmals findet der Wettbewerb aber in Tel Aviv und nicht in Jerusalem statt. Die Popsängerin Netta Barzilai hatte 2018 in Portugal gesiegt und damit den Wettbewerb in ihr Land gebracht. Barzilai tritt mit ihrem neuen Song «Nana Banana» beim Finale auf. Als bekanntester internationaler Star soll US-Sängerin Madonna am Samstag beim ESC auf der Bühne stehen.

In diesem Jahr singen Künstler aus 41 Ländern um die Wette. Als Favorit gilt seit Wochen der niederländische Sänger Duncan Laurence («Arcade»). Das deutsche Duo S!sters, das mit seinem Song «Sister» für mehr Solidarität unter Frauen werben will, wird bei Wetten eher im unteren Mittelfeld gesehen. Das gilt auch für den israelischen Kandidaten Kobi Marimi («Home»).

Carlotta Truman (19) aus Hannover und Laurita Spinelli (26) aus Wiesbaden singen erst am 18. Mai, weil Deutschland als einer der großen Geldgeber der Eurovision automatisch für das Finale gesetzt ist.

Zu den jüngsten Teilnehmern gehört der 19-jährige französische Kandidat Bilal Hassani. Der schwule Sänger, Sohn marokkanischer Eltern, musste sich nach seiner Qualifizierung gegen rassistische und homophobe Angriffe wehren.

Im Vorfeld des ESC in Tel Aviv gab es auch Boykottaufrufe wegen Israels Vorgehen in den Palästinensergebieten. Dutzende Kulturschaffende hatten sich im vergangenen Jahr gegen die Ausrichtung des ESC in Israel ausgesprochen. Im April drückten dann aber mehr als 100 Künstler, darunter Marina Abramovic, Stephen Fry und Sharon Osbourne, ihre Unterstützung des Events in Tel Aviv aus.

Der Wettbewerb ist zwar betont unpolitisch. Während der Proben lud das isländische Team den rechtskonservativen israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu jedoch zu einem traditionellen Ringkampf ein - um politische Meinungsverschiedenheiten auszutragen. Darauf eingegangen ist Netanjahu allerdings nicht.

Der Ausbau des Veranstaltungszentrums Expo hat rund zwei Millionen Euro gekostet. Die Küstenstadt bietet parallel zum ESC an verschiedenen Orten Veranstaltungen an. In einem ESC-Dorf am Meer gibt es Shows israelischer Künstler. Auch frühere ESC-Gewinner treten dort auf, darunter der österreichische Künstler Tom Neuwirth, bekannt als Conchita Wurst, und die Israelin Dana International. Auf riesigen Leinwänden werden dort auch die Halbfinalshows sowie das Finale übertragen.

Im Hafen von Tel Aviv im Norden der Stadt steigen Partys im «Euro Club». Außerdem findet das Tel Aviv Eat Festival mit zahlreichen, verschiedenen Gerichten statt und die Tel Aviv White Night, bei der sich stets Kleinkünstler präsentieren und Museen für besondere Shows abends länger öffnen.

Rund 20.000 Polizisten sind während der ESC-Woche im Einsatz, wie Sprecher Micky Rosenfeld erklärt. Die Polizisten sollen unter anderem am Strand patrouillieren. «Es gibt keine konkrete Warnung, aber wir kennen die Dynamik in dieser Region, und wissen, dass Dinge sich schnell entwickeln können.»

@ dpa.de

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