Dänemark, Kriminalität

Der Amoklauf von Kopenhagen hat eine Debatte über die Behandlung von psychisch Kranken in Dänemark losgetreten.

05.07.2022 - 13:56:10

Dänemark diskutiert nach Amoklauf über Ursachen. Am Abend erinnerten die Kopenhagener bei einer Gedenkfeier an die Opfer.

  • Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen legt Blumen am Eingang des Einkaufszentrums Field's nieder. - Foto: Sergei Grits/AP/dpa

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  • Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen legt Blumen am Eingang des Einkaufszentrums in Kopenhagen nieder. - Foto: Sergei Grits/AP/dpa

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  • Zahlreiche Menschen nahmen am Dienstagabend in Kopenhagen an einer Gedenkfeier für die Opfer des Amoklaufs teil. - Foto: Sergei Grits/AP/dpa

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Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen legt Blumen am Eingang des Einkaufszentrums Field's nieder. - Foto: Sergei Grits/AP/dpaDänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen legt Blumen am Eingang des Einkaufszentrums in Kopenhagen nieder. - Foto: Sergei Grits/AP/dpaZahlreiche Menschen nahmen am Dienstagabend in Kopenhagen an einer Gedenkfeier für die Opfer des Amoklaufs teil. - Foto: Sergei Grits/AP/dpa

Nach dem Amoklauf in Kopenhagen mit drei Toten diskutieren Experten über den Umgang mit psychisch kranken Menschen in Dänemark.

Der 22-jährige Verdächtige, der bereits kurz nach der Tat festgenommen wurde, war nach Angaben der Polizei «in der Psychiatrie bekannt». Seine Untersuchungshaft wird er in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung verbringen. «Man kann alle möglichen Vermutungen anstellen: War der Täter psychisch krank? War er in der Psychiatrie? Hat er um Hilfe gebeten, ist aber nicht verstanden worden?», sagte Psychiatrie-Professor Poul Videbech von der Universität Kopenhagen am Dienstag im dänischen Fernsehen.

In der Psychiatrie fehlen Mitarbeiter

Um zu verhindern, dass solch eine Tat sich wiederhole, müsse gründlich untersucht werden, was ihr vorausgegangen sei: «Aus Rücksicht auf die Opfer, die Hinterbliebenen - und so gesehen auch auf uns alle - müssen wir das Maximale aus so einer schrecklichen Geschichte lernen», sagte Videbech.

Nach Einschätzung der Vorsitzenden der Dänischen Psychiatrischen Gesellschaft, Psychiatrie-Professorin Merete Nordentoft, wären in der Psychiatrie rund ein Drittel mehr Mitarbeiter nötig, um psychisch Kranke angemessen zu betreuen. «Ich bin einer Meinung mit denjenigen, die da draußen sitzen und denken, dass das System so unter Druck ist, dass solche Dinge passieren können.»

Motiv weiterhin unklar

Nach Recherchen des Senders DR soll der mutmaßliche Amokläufer vor der Tat versucht haben, eine Krisen-Hotline zu erreichen. Während der Untersuchungshaft soll der geistige Zustand des Verdächtigen untersucht werden. Details zu seiner Vorgeschichte sind jedoch noch nicht bekannt. Auch das Motiv für die Tat ist noch unklar. Terror soll aber nicht dahinter stecken.

Der 22-jährige Däne soll am Sonntag in dem Einkaufszentrum Field's in Kopenhagen drei Menschen erschossen und vier durch Schüsse schwer verletzt haben. Drei weitere Menschen wurden nach Angaben der Polizei wegen Verletzungen durch mögliche Streifschüsse behandelt. Die Todesopfer waren zwei dänische 17-Jährige - ein Junge und ein Mädchen - und ein 47 Jahre alter Russe mit Wohnsitz in Dänemark.

Einer der Teenager hatte in dem Kino gearbeitet, das dem Einkaufszentrum angeschlossen ist. «Mit großer Trauer müssen wir bestätigen, dass einer unserer jungen Kino-Mitarbeiter sein Leben in der schrecklichen und unbegreiflichen Tragödie am Sonntag verloren hat», teilte der Betreiber Nordisk Film Biografer auf Facebook mit. «Wir sind tief berührt, und unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Angehörigen.»

Gedenkfeier mit Ministerpräsidentin

Bei einer emotionalen Gedenkfeier haben mehrere Tausend Menschen am Abend an die Opfer des Amoklaufs erinnert. «Ein kranker Mann hat das Feuer eröffnet - und mit einem Mal wurde uns unser strahlender Sommer genommen», sagte Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bei der Feier, die auch der dänische Kronprinz Frederik und sein Sohn Christian besuchten. In einer Schweigeminute gedachten die Kopenhagener vor dem Tatort der drei Menschen, die bei dem Angriff in einem Einkaufszentrum ums Leben kamen.

@ dpa.de