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Kultur, Fraunhofer-Institut f?r Sichere Informationstechnologie SIT

Darmstadt - Eine zentrale Herausforderung bei der Bek?mpfung des illegalen Handels mit gestohlenen Kulturg?tern besteht darin, dass illegal gehandelte Objekte nur schwer zu erkennen sind.

12.11.2020 - 13:07:40

KI hilft, illegale Kulturg?ter zu erkennen / Projekt KIKu gestartet - Fraunhofer SIT entwickelt App zur Unterst?tzung von Kultur- und Ermittlungsbeh?rden

Darmstadt - Eine zentrale Herausforderung bei der Bek?mpfung des illegalen Handels mit gestohlenen Kulturg?tern besteht darin, dass illegal gehandelte Objekte nur schwer zu erkennen sind. Das von der Beauftragten der Bundesregierung f?r Kultur und Medien gef?rderte Projekt KIKu - KI f?r den Kulturgutschutz - hat zum Ziel, die Arbeit der zust?ndigen Akteure, insbesondere von Zoll und Polizei, zu erleichtern: Hierzu entwickelt das Fraunhofer-Institut f?r Sichere Informationstechnologie SIT gemeinsam mit der cosee GmbH eine App, die mithilfe von K?nstlicher Intelligenz automatisiert Hinweise geben kann, ob beispielsweise eine antike Vase oder eine Statue aus einer Raubgrabung stammen k?nnte oder anders illegal erworben wurde. Das Projekt wurde gestern zahlreichen relevanten Akteuren auf dem Gebiet des Kulturgutschutzes aus Deutschland und der EU vorgestellt, die auf Einladung von Kulturstaatsministerin Monika Gr?tters zum 7. EU CULTNET-Treffen im Rahmen der deutschen EU-Ratspr?sidentschaft zusammengekommen sind.

Interpol registrierte f?r 2018 weltweit mehr als 91.000 gestohlene Kulturg?ter und fast 223.000 durch Strafverfolgungsbeh?rden sichergestellte Objekte, z.B. antike M?nzen, Keramiken, historische Waffen oder auch Fossilien. Diese stammten zumeist aus illegalen Raubgrabungen und sollten am Zoll vorbei au?er Landes gebracht werden. Um Kulturg?ter aus Raubgrabungen oder gestohlene Kulturobjekte ausfindig zu machen, suchen Zollbeamtinnen und -beamte beispielsweise an Flugh?fen oder durchforsten Online-Auktionen nach illegal gehandelten Objekten.

Um feststellen zu k?nnen, ob ein Kunstgegenstand ausgef?hrt bzw. gehandelt werden darf oder nicht, kann den Ermittlungsbeh?rden in Zukunft eine KI-Anwendung helfen: Im Projekt KIKu werden Expertinnen und Experten f?r IT-Forensik und Mediensicherheit des Fraunhofer SIT gemeinsam mit der auf digitale Produktentwicklung spezialisierten Firma cosee aus Darmstadt eine prototypische App entwickeln, die Kultur- und Ermittlungsbeh?rden bei der Bewertung von Kulturg?tern unterst?tzen kann.

Kulturstaatsministerin Monika Gr?tters: "Wir wollen im Kampf gegen illegalen Handel mit Kulturg?tern modernste technische Mittel einsetzen. Innovative Anwendungen mit K?nstlicher Intelligenz helfen den zust?ndigen Kultur- und Ermittlungsbeh?rden, in der Praxis schnell und verl?sslich zwischen legal und illegal gehandeltem Kulturgut unterscheiden zu k?nnen. Mit der Entwicklung der KIKu-App leistet das Fraunhofer-Institut f?r Sichere Informationstechnologie dazu einen innovativen, nachhaltigen und praxisrelevanten Beitrag, den wir gerne aus Mitteln der nationalen KI-Strategie der Bundesregierung unterst?tzen."

Ermittlerinnen und Ermittler k?nnen mit ihrem Smartphone das zu pr?fende Objekt aus mehreren Perspektiven fotografieren. Die KIKu-App schickt die Bilder an einen Server, auf dem ein sog. Deep-Learning-Netz die erstellten Fotos ?berpr?ft. Mithilfe von K?nstlicher Intelligenz wird dabei versucht, ?hnlichkeiten zwischen dem fotografierten Objekt und bereits bekannten Kultursch?tzen zu finden. Wenn das Objekt als gestohlen erkannt wird, erh?lt der Ermittler, die Ermittlerin direkt eine Warnung mit assoziierten Informationen. ?ber diese ?hnlichkeitserkennung k?nnen mittels KI auch noch nicht bekannte, aus Raubgrabungen stammende Kulturg?ter beurteilt werden. Wenn die KI ?hnliche Objekte findet, w?hlt sie entsprechenden Datens?tze aus und schickt diese an die KIKu-App auf das Smartphone der ermittelnden Person. So erh?lt diese innerhalb von Sekunden eine erste Einsch?tzung, aus welcher Region und Epoche das Objekt stammen k?nnte, und einen ersten Anhaltspunkt, ob die Herkunft des betreffenden Kulturguts weiter ?berpr?ft werden muss.

Projekt KIKu

Die Beauftragte der Bundesregierung f?r Kultur und Medien hat f?r das Projekt eine F?rderung von bis zu 500.000 Euro aus Mitteln der nationalen KI-Strategie der Bundesregierung vorgesehen. KIKu ist ein Nachfolgeprojekt des vom Bundesministerium f?r Bildung und Forschung im Rahmen des Programms "Forschung f?r die zivile Sicherheit II" 2015 initiierten und gef?rderten transdisziplin?ren Forschungsprojekts "ILLICID - Illegaler Handel mit Kulturgut in Deutschland".

Mehr zu KIKu: https://www.sit.fraunhofer.de/de/kiku/

Mehr zu dem 7. EU CULTNET-Treffen: https://ots.de/D9m8vW

Mehr zu cosee: https://www.cosee.biz/

Pressekontakt:

Oliver K?ch 06151 869-213 mailto:oliver.kuech@sit.fraunhofer.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/79510/4760781 Fraunhofer-Institut f?r Sichere Informationstechnologie SIT

@ presseportal.de