Theater, Leute

Chris Dercon bewegt Berlin.

10.09.2017 - 17:54:05

«Public Warm-up» - Berlin in Bewegung - Dercons Volksbühne tanzt in die Saison. Mit dem Mitmach-Spektakel «Verrückt nach Tanz» starten der Belgier und sein Team in ihre erste Spielzeit an der legendären Volksbühne - und animieren das Publikum zum Tanzen.

  • Chris Dercon - Foto: Jens Kalaene

    Chris Dercon ist neuer Intendant der Berliner Volksbühne. Foto: Jens Kalaene

  • Volksbühne - Foto: Gregor Fischer

    Der Tänzer und Choreograph Boris Charmatz (vorn, von hinten) lud ein zum «Fous de danse». Foto: Gregor Fischer

  • Volksbühne - Foto: Gregor Fischer

    Schüler der Staatlichen Ballettschule Berlin tanzen am auf dem ehemaligen Flugfeld. Foto: Gregor Fischer

Chris Dercon - Foto: Jens KalaeneVolksbühne - Foto: Gregor FischerVolksbühne - Foto: Gregor Fischer

Berlin - Neustart unter freiem Himmel: Mit dem Open-Air- Spektakel «Fous de danse - Verrückt nach Tanz» hat der Belgier Chris Dercon (59) am Sonntag seine Intendanz an der Berliner Volksbühne begonnen. Schauplatz war allerdings nicht das Stammhaus des Theaters am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte, sondern der stillgelegte Flughafen Berlin-Tempelhof.

Dort traten rund 200 Tänzer auf, die bei zahlreichen Aufführungen auch das Publikum zum Mitmachen einluden. Die bis zum späten Abend geplante, zehnstündige Nonstop-Performance wurde von dem französischen Choreographen Boris Charmatz geleitet.

Dercon ist umstrittener Nachfolger von Frank Castorf, der 25 Jahre lang Chef der Volksbühne war. Von Castorf-Fans und Teilen der Berliner Kulturszene wird Dercon seit Monaten massiv angefeindet. Dercons Kritiker befürchten, dass der Museumsmann und Kulturmanager aus dem Repertoiretheater Volksbühne eine «Eventbude» macht.

Beim «Verrückt nach Tanz»-Programm ging es zum Auftakt der Spielzeit erstmal mit einem «Public Warm-Up» los - Aufwärmübungen, die Choreograph Charmatz gemeinsam mit dem Publikum absolvierte. Nach zeitgenössischen Tanz-Performances zeigten Schülerinnen der Staatlichen Ballettschule klassischen Tanz mal nicht in Tutu und Spitzenschuhen, sondern in Jeans und Turnschuhen.

Bei einer über das ehemalige Flugfeld führenden Soul Train Line war auch das Improvisationstalent des Publikums gefragt. Break Dance, Hip-Hop, türkische Tänze und Voguing standen neben vielen hochkarätigen Modern-Dance-Performances ebenfalls auf dem Programm.

Nach zwei weiteren Tanz-Premieren von Boris Charmatz hebt sich dann am 30. September im Hangar 5 in Tempelhof erstmals der Vorhang für eine Sprechtheater-Premiere: Die Syrer Mohammad al Attar und Omar Abusaada inszenieren «Iphigenie» nach Euripides mit Flüchtlingsfrauen. Erst im November zieht das neue Volksbühnen-Team dann zurück an den Rosa-Luxemburg-Platz ins eigentliche Theater.

@ dpa.de

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