Deutschland, Unwetter

Beim Wetter ist Deutschland zweigeteilt: Mit Gewittern und Starkregen müssen die Menschen im Osten und Süden rechnen, während es im Norden und Westen ruhiger wird.

27.08.2022 - 11:56:24

Weitere Unwetter im Osten und Süden

  • Ein Passant überquert mit seinem Hunden bei starkem Regen eine Straße nahe dem Brandenburger Tor. - Foto: Christoph Soeder/dpa

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  • Der Dorfbach in Oberlungwitz ist nach Starkregen über die Ufer getreten und hat eine Straße geflutet. - Foto: David Rötzschke/dpa

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Ein Passant überquert mit seinem Hunden bei starkem Regen eine Straße nahe dem Brandenburger Tor. - Foto: Christoph Soeder/dpaDer Dorfbach in Oberlungwitz ist nach Starkregen über die Ufer getreten und hat eine Straße geflutet. - Foto: David Rötzschke/dpa

Im Süden und Osten Deutschlands ist am Samstag mit weiteren, teils schweren Gewittern mit heftigem Starkregen zu rechnen. «Während sich im Westen und Nordwesten bereits ein Hochkeil mit trockenerer und kühlerer Luft bemerkbar macht, hält sich im Rest des Landes unter Tiefdruckeinfluss feucht-warme und zu Gewitter neigende Luft, die nur zögerlich nach Südosten und Osten verdrängt wird», teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.

Schauer und Gewitter nehmen demnach im Osten und Süden sowie in der östlichen Mitte des Landes im Tagesverlauf zu. Starkregen mit 30 bis 60 Litern je Quadratmeter innerhalb weniger Stunden sei möglich. Im Vergleich zum Freitag gebe es allerdings eine geringere Wahrscheinlichkeit für extreme Mengen an Wasser. In der Nacht zum Sonntag erwartet der DWD weiterhin lokale Unwetter durch heftigen Starkregen, allerdings sinkt die Wahrscheinlichkeit dafür im Laufe der Nacht.

Die Lage am Freitag in Berlin

In Berlin bereitete sich die Feuerwehr nach dem Starkregen am Freitagabend auf mögliche weitere Unwetter-Einsätze vor. Am Freitagabend war für etwa drei Stunden der Ausnahmezustand Wetter ausgerufen worden, um im Ernstfall ausreichend Kräfte mobilisieren zu können. In dieser Zeit habe es knapp 80 wetterbedingte Einsätze gegeben, wie ein Sprecher am Samstag sagte. Meist mussten demnach private Keller ausgepumpt werden. Sturmschäden wie abgebrochene Äste hätten sich dagegen in Grenzen gehalten. Auch in Brandenburg liefen viele Keller voll.

Von lokalen Gewittern teils mit Starkregen waren am Freitag auch Ost- und Südwestfalen betroffen. Einsatzkräfte berichteten von umgestürzten Bäumen und mit Wasser vollgelaufenen Kellern. Größere Schäden waren aber zunächst nicht bekannt.

Schwere Gewitter und Starkregen sorgten auch in Baden-Württemberg und Bayern für einen ungemütlichen Start ins Wochenende. Nach einem Blitzeinschlag in Weingarten bei Karlsruhe ging in der Nacht zum Samstag eine Lagerhalle in Flammen auf, wie die Feuerwehr mitteilte. Umliegende Häuser wurden sicherheitshalber evakuiert. Verletzt wurde niemand. Wegen Wassermassen und Geröll auf der Fahrbahn sperrte die Polizei am Freitagabend die Anschlussstelle Pforzheim-Ost der Autobahn 8 in Richtung Stuttgart. Auf der A81 nahe Ludwigsburg wurden drei Menschen bei einem Aquaplaning-Unfall verletzt.

Rote Schlammlawine

Auch in Bayern standen Hunderte Keller und Straßen unter Wasser. In einigen Orten schlugen Blitze in Dächer ein. Verletzte habe es nicht gegeben, berichten Polizeisprecher. Besonders Nordbayern und der Großraum Nürnberg waren vom Unwetter betroffen.

Nach Starkregen wurde im Eichsfeld in Thüringen das Dorf Jützenbach von einer roten Schlammlawine überschwemmt. Die Erde wurde von einem angrenzenden Feld auf die Dorfstraße gespült, wie das Lagezentrum am Samstag mitteilte. Die Ortsdurchfahrt musste gesperrt werden. Feuerwehren und freiwillige Helfer waren im Einsatz, um die Straße wieder befahrbar zu machen.

Ein Blitzeinschlag zerstörte ein Boot am Zierker See in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern). Es sei am Freitagabend ein Schaden von 20 000 Euro entstanden, teilte die Polizei am Samstag mit. Zum Zeitpunkt des Blitzeinschlags sei niemand an Bord gewesen.

In Berlin sagten die Punkband Die Ärzte und Rapper Marteria jeweils für den Freitagabend geplante Konzerte ab, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender beendeten das Bürgerfest für ehrenamtlich Engagierte sicherheitshalber vorzeitig.

@ dpa.de