Medien, Fernsehen

Bei der Goldenen Kamera sorgt ein falscher Ryan Gosling für Aufregung und ein Show-Dino für bewegende Momente.

05.03.2017 - 14:28:06

Film- und Fernsehpreis - HalliGalli, Hollywood und Politik bei der Goldenen Kamera. Viele der Stars finden ungewohnt politische Zwischentöne.

  • Kidman - Foto: Christian Charisius

    Ankunft der australischen Schauspielerin Nicole Kidman. Foto: Christian Charisius

  • Sheeran und Blunt - Foto: Daniel Reinhardt

    Die britischen Sänger Ed Sheeran (l) und James Blunt posierenderweise. Foto: Daniel Reinhardt

  • Fonda - Foto: Daniel Reinhardt

    Auch US-Schauspielerin Jane Fonda kam nach Hamburg. Foto: Daniel Reinhardt

  • Goldene Kamera - Foto: Christian Charisius

    Nicole Kidman, Jane Fonda, Wotan Wilke Möhring und TV-Journalistin Caren Miosga stehen nach der Preisverleihung auf der Bühne. Foto: Christian Charisius

  • Selfies - Foto: Christian Charisius

    Zahlreiche Preisträger machen nach der Verleihung Selfies des Abschlussbildes. Foto: Christian Charisius

  • Dieter Thomas Heck - Foto: Christian Charisius

    Dieter Thomas HEck mit seiner Goldenen Kamera. Foto: Christian Charisius

Kidman - Foto: Christian CharisiusSheeran und Blunt - Foto: Daniel ReinhardtFonda - Foto: Daniel ReinhardtGoldene Kamera - Foto: Christian CharisiusSelfies - Foto: Christian CharisiusDieter Thomas Heck - Foto: Christian Charisius

Hamburg ? Die TV-Spaßmacher Joko (38) und Klaas (33) haben die Traditionsveranstaltung Goldene Kamera offensichtlich gehörig aufs Kreuz gelegt. Vor den Augen von drei Millionen Zuschauern kapern die ProSieben-Komiker am Samstagabend zeitweise die live ausgestrahlte ZDF-Fernsehgala.

Sie schmuggeln statt des angekündigten Weltstars Ryan Gosling (36) ein Double auf die Bühne, um eine Trophäe für den Kinohit «La La Land» entgegenzunehmen. Der Vollbärtige im Smoking, der auf der Bühne steht und nur mit viel Fantasie dem Star gleicht, sagt auf Englisch: «Ich bin Ryan Gosling. Und ich widme diesen Preis Joko und Klaas. Herzlichen Dank. In Hamburg sagt man "Tschüss".»

Nicht nur im Saal, auch an den Bildschirmen, bleibt vielen Menschen der Mund offen stehen. Erinnerungen an die diesjährige Oscar-Panne werden wach. Noch während der Live-Show reklamieren die TV-Komiker den Streich via Twitter für sich. «Wir danken dem echten Ryan Gosling, dass er uns die Goldene Kamera gewidmet hat.» Offen bleibt zunächst, wie es möglich war, dass der Doppelgänger so weit kommen konnte. Laut ProSieben sind die Veranstalter ahnungslos gewesen.

Stutzig macht auch, dass er mit dem «Besten internationalen Film» einen Preis entgegennimmt, den die Organisatoren vorher gar nicht angekündigt haben. Bei der Oscar-Vergabe in Los Angeles war der Film in genau dieser Kategorie irrtümlich als Sieger ausgerufen worden.

Wie der Scherz geglückt sein soll, verrät ein Pro7-Sprecher am Morgen danach zumindest in Andeutungen der Deutschen Presse-Agentur: «Es wurde extra eine Agentur gegründet, die Hollywood-Stars vermittelt.» Mehr Details wollen Joko und Klaas am Dienstagabend in ihrer ProSieben-Show «Circus HalliGalli» präsentieren.

Der falsche Gosling bleibt nicht die einzige Verbindung zur Oscar-Panne. So tritt Schauspieler Matthias Matschke («heute-show»), der zusammen mit Kollegin Annette Frier («Danni Lowinski») durch einen Teil des Abends führt, als riesiger Briefumschlag kostümiert auf. Mit einer Tanzeinlage lassen Frier und Matschke viele Zuschauer ratlos zurück. In den sozialen Medien wie Twitter und Facebook setzt sich schnell eine Interpretation des Tanzes durch: «Peinlich».

Abseits des Klamauks wird es oft politisch. So wünscht sich Leonard Carow (22), bester Nachwuchsschauspieler, häufiger unter der Regie von Frauen zu drehen. Von der Branche fordert er «ehrliche, aber vor allem kompromisslose Filme» - sie könnten die Welt verbessern.

Dass andere an diesem Abend ebenfalls Handlungsbedarf für eine «bessere Welt» sahen, zeigt sich auch in den Dankesreden der TV-Journalisten Caren Miosga («Tagesthemen»), Marietta Slomka («heute-journal») und Peter Kloeppel («RTL-aktuell»), die stellvertretend für ihre Redaktionen den Preis für die beste Informationssendung entgegennehmen. Sie erinnern daran, dass Demokratie beschützt werden muss, um selbst Schutz bieten zu können. «Wir bleiben stark», sagt Jane Fonda (Goldene Kamera für ihr Lebenswerk) zur erschwerten Arbeit von Medien unter US-Präsident Donald Trump.

Einer der bewegendsten Momente gehört jedoch einem Mann, den in Deutschland fast jeder, in Hollywood wohl kaum jemand kennt: Dieter Thomas Heck. Mehr als 39 Jahre prägte Heck mit seiner Schlagersendung «Hitparade» die deutsche Fernsehlandschaft. Dafür bekommt er am Samstag nicht nur die Goldene Kamera, sondern auch ein Ständchen von Wegbegleitern. Mit einem persönlichen Medley nach Klassikern wie «Ti Amo» oder «Ein bisschen Spaß muss sein» überraschen ihn Barbara Schöneberger, Roberto Blanco, Max Giesinger und Howard Carpendale.

@ dpa.de

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