Hurrikan, Ian

Auf Kuba hinterließ er große Zerstörung und mindestens zwei Tote, nun steuert Hurrikan «Ian» erneut auf Land zu.

28.09.2022 - 13:33:40

Hurrikan «Ian» nähert sich Florida. Floridas Behörden befürchten heftige Auswirkungen und drängen zur Evakuierung.

  • Vor der Skyline von Miami nutzen Kite-Surfer  die starken Winde, die Hurrikan «Ian» verursacht. - Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa

    Rebecca Blackwell/AP/dpa

  • Jon Walker (l.), Miteigentümer von Tides Seafood Market & Provisions, sichert gemeinsam mit einem Handwerker den Eingangsbereich seines Geschäfts. - Foto: Angelica Edwards/Tampa Bay Times via ZUMA Press/dpa

    Angelica Edwards/Tampa Bay Times via ZUMA Press/dpa

Vor der Skyline von Miami nutzen Kite-Surfer  die starken Winde, die Hurrikan «Ian» verursacht. - Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpaJon Walker (l.), Miteigentümer von Tides Seafood Market & Provisions, sichert gemeinsam mit einem Handwerker den Eingangsbereich seines Geschäfts. - Foto: Angelica Edwards/Tampa Bay Times via ZUMA Press/dpa

Hurrikan «Ian» nimmt auf seinem Weg in Richtung des US-Bundesstaats Florida weiter an Kraft zu. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Stundenkilometern gilt der Sturm im Golf von Mexiko nun als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie, wie das US-Hurrikanzentrum am frühen Mittwochmorgen Ortszeit) mitteilte. Das Sturmauge befand sich demnach etwa 125 Kilometer westlich der Küste Floridas. Die Behörde warnte vor «lebensbedrohlichen Sturmfluten, katastrophalen Winden und Überschwemmungen auf der Halbinsel».

Im Verlauf des Mittwochs werde «Ian» südlich der Stadt Tampa das Festland erreichen und könne dort bis zu 30 Zentimeter Regen mit sich bringen, hieß es. Für 2,5 Millionen Menschen galten Evakuierungsanweisungen. Das Zeitfenster schließe sich, warnte Floridas Gouverneur Ron DeSantis am späten Dienstagabend eindringlich in einer Ansprache. «Sie müssen sich jetzt in Sicherheit bringen, sonst bekommen Sie relativ bald heftige Auswirkungen des Sturms zu spüren», sagte er.

Die voraussichtlich von dem Sturm betroffene Region habe seit rund 100 Jahren nicht mehr einen solchen Hurrikan erlebt, warnte Deanne Criswell von der US-Katastrophenschutzbehörde Fema. Es sei wichtig, dass auch Menschen, die noch nicht lange in dem südöstlichen Bundesstaat lebten und wenig Erfahrung mit Wirbelstürmen hätten, die Sache ernstnehmen. Expertinnen und Experten beunruhigt auch, dass in den vergangenen Jahrzehnten in der Region immer näher am Wasser gebaut wurde. Überschwemmungen könnten viele Gebäude beschädigen oder zerstören.

Ministerium: Nationalgarde in Florida aktiviert

Aus dem US-Verteidigungsministerium hieß es, mehr als 3200 Mitglieder der Nationalgarde in Florida seien aktiviert, weitere 1800 hielten sich für den Bedarfsfall bereit. Florida habe Soldaten und Ausrüstung an Stützpunkten im ganzen Bundesstaat positioniert, um sie für einen Einsatz in den vom Sturm betroffenen Gebieten vorzubereiten, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Washington. Die Nationalgarde könne sich beispielsweise um die Räumung von Straßen kümmern und bei Such- und Rettungsaktionen helfen.

Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatten Ausläufer des Wirbelsturms die Stadt Key West, den südlichsten Punkt Floridas, erreicht. In den sozialen Netzwerken waren Bilder von überschwemmten Straßen und meterhohen Wellen zu sehen. Das Hurrikanzentrum hatte vor mehr als dreieinhalb Meter hohen «lebensbedrohlichen» Sturmfluten auf der Halbinsel gewarnt.

Am Dienstag war «Ian» als Hurrikan der Kategorie drei von fünf in Kuba auf Land getroffen. In der besonders betroffenen Provinz Pinar del Río seien zwei Menschen nach dem Einsturz ihrer Häuser gestorben, teilte die kubanische Regierung am Dienstag mit. Landesweit fiel der Strom zwischenzeitlich aus. Der staatliche Stromanbieter UNE kündigte an, dass die Versorgung schrittweise in der Nacht und am Morgen wiederhergestellt werde.

Wegen der Stromausfälle und Störungen des Internetzugangs sowie der Telefonverbindungen erreichten nur allmählich Informationen aus den besonders betroffenen Gebieten in Kuba die Öffentlichkeit. Fotos zeichneten ein Bild großer Zerstörung – sie zeigten Trümmer in den Straßen, Häuser unter Wasser, entwurzelte Bäume, abgedeckte Häuser und überflutete Straßen. «Die Schäden sind groß, wenn auch noch nicht statistisch erfasst», schrieb Staatspräsident Miguel Díaz-Canel nach einem Besuch in der Provinz Pinar del Río bei Twitter.

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