Corona, Covid-19

2022 kamen rund acht Prozent weniger Neugeborene auf die Welt als noch im Vergleichzeitraum des Vorjahres.

02.12.2022 - 13:46:07

Weniger Geburten durch Belastungen der Pandemie. Statistiker sehen dafür vor allem die Corona-Pandemie und die Impfstrategie als Ursache.

Die späte Impfempfehlung für Schwangere und die Belastungen der Corona-Pandemie haben 2022 laut Statistischem Bundesamt (Destatis) zu einem Rückgang der Geburten geführt. Von Januar bis August seien nach vorläufigen Zahlen etwa acht Prozent weniger Kinder geboren worden als im selben Zeitraum 2021, teilte Destatis am Freitag in Berlin mit.

Laut Olga Pötzsch, Referentin von Destatis, gibt es drei Faktoren, die den Rückgang erklären könnten. Zum einen sei die Corona-Impfung am Anfang priorisiert worden - junge, gesunde Menschen hätten sich dadurch nicht impfen lassen können. «Und es gab sehr lange Zeit keine explizite Empfehlung der Stiko für Schwangere und Stillende», sagte Pötzsch. Diese habe die Stiko, also die Ständige Impfkommission, erst im September 2021 gegeben. «Und man kann vermuten, dass Paare, die sich ein Kind wünschten, tatsächlich das abwarten wollten, sich erstmal vielleicht impfen lassen wollten.»

Ein zweiter Grund sei die Belastung junger Familien mit Kindern während der Pandemie. «Und da sehen wir auch einen Rückgang, so gerade bei zweiten Geburten und weiteren Geburten», sagte Pötzsch. «Das heißt also, dass die Familien unter großen Belastungen standen und die Entscheidung für ein weiteres Kind wahrscheinlich jetzt auch schwieriger fiel.»

Auch das geburtenstarke Jahr 2021 spiele eine Rolle. Man habe gerade nach dem Aufheben des Lockdowns 2020 vermehrt Schwangerschaften beobachtet, denen eine Anstieg der Geburten im März und April 2021 folgte, sagte die Expertin. Dass sei eine untypische Entwicklung. «Die dann im vergleichsweise geburtenreichen Jahr 2021 geborenen Kinder fehlen nun bei den Geburten 2022», teilte Destatis mit.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

VW-Betriebsgewinn legt 2022 zu - Lieferprobleme bleiben. Jetzt zieht VW Bilanz. Der Energiepreis-Schock durch den Ukraine-Krieg und die wirtschaftlichen Folgen neuer Corona-Lockdowns in China waren im vergangenen Jahr Hauptstressfaktoren für die Autobranche. (Wirtschaft, 08.02.2023 - 00:52) weiterlesen...

Faktencheck: Studie zu Masken häufig falsch interpretiert. Die in diesem Zusammenhang gern zitierte Cochrane-Studie lässt einen solchen Schluss nicht zu. Ein Faktencheck. Dass Masken im Kampf gegen Corona wenig bis nichts bringen, stimmt nicht. (Wissenschaft, 03.02.2023 - 16:29) weiterlesen...

Gericht: Unbezahlte Freistellung Ungeimpfter rechtswidrig. Das war so nicht richtig, entscheidet das Arbeitsgericht in Dresden. Weil sie nicht gegen Corona geimpft war, stellte ein Seniorenheim eine Köchin monatelang frei - ohne Bezahlung. (Politik, 03.02.2023 - 14:20) weiterlesen...

IWF: Chinas Wirtschaftswachstum zieht an. Doch der Internationale Währungsfonds mahnt Reformen an. Nach dem Ende der strikten Corona-Politik stehen die Zeichen für die zweitgrößte Volkswirtschaft vorerst auf Erholung. (Wirtschaft, 03.02.2023 - 10:42) weiterlesen...

RKI: Mehr psychische Belastungen bei Kindern in der Pandemie. Wie die Pandemie deren psychische Gesundheit beeinflusste, hat das RKI sich angeschaut. Der Schutz älterer Menschen stand in der Corona-Pandemie lange im Vordergrund, weniger die Interessen der Jüngsten. (Politik, 03.02.2023 - 03:39) weiterlesen...

RKI stuft Corona-Risiko nur noch als moderat ein. Einige Bundesländer haben die Isolationspflicht aufgehoben, anderswo ist es geplant. Bei der Corona-Risikobewertung handelt jetzt auch das RKI. Nicht einmal im Fernzug muss man mehr Maske tragen. (Politik, 02.02.2023 - 20:07) weiterlesen...