Aquarium, Hotel

16 Meter hoch, 1000 Kubikmeter Wasser, 1500 Fische: Das Großaquarium im Sea Life ist eine bekannte Touristenattraktion in Berlin.

16.12.2022 - 09:29:45

Riesenaquarium geplatzt: Großeinsatz der Feuerwehr in Berlin. Ein großer Teil davon wurde jetzt zerstört. Es gibt Verletzte.

  • Trümmer liegen auf Straße vor dem Hotel, in dem sich das Aquarium befindet. - Foto: Christoph Soeder/dpa

    Christoph Soeder/dpa

  • Das «größte freistehende zylindrische Aquarium der Welt»: Es ist im Jahr 2020 umfassend modernisiert worden. - Foto: Annette Riedl/dpa/Archiv

    Annette Riedl/dpa/Archiv

  • Feuerwehrleute begutachten Trümmer in dem Hotel. - Foto: Christoph Soeder/dpa

    Christoph Soeder/dpa

Trümmer liegen auf Straße vor dem Hotel, in dem sich das Aquarium befindet. - Foto: Christoph Soeder/dpaDas «größte freistehende zylindrische Aquarium der Welt»: Es ist im Jahr 2020 umfassend modernisiert worden. - Foto: Annette Riedl/dpa/ArchivFeuerwehrleute begutachten Trümmer in dem Hotel. - Foto: Christoph Soeder/dpa

Das Großaquarium im Sea Life nahe dem Berliner Dom mit 1000 Kubikmetern Wasser und 1500 Fischen ist geplatzt. Dabei wurden Teile des umgebenden Hotels zerstört. Hinweise auf einen gezielten, gewaltsamen Anschlag gab es laut Polizei zunächst nicht.

Die Polizei sprach von einem sehr lauten Geräusch oder einem Knall, der zu hören war. Bei der Feuerwehr ging um 5.43 Uhr der Alarm eines automatischen Feuermelders in dem Hotel ein. Teile der Fassade des Hotels, in dem sich das Aquarium befand, seien auf die Straße geflogen. Große Mengen Wasser liefen aus und bis auf die Straße. Polizei und Feuerwehr waren seit dem Morgen mit jeweils etwa 100 Personen im Einsatz.

Die Feuerwehr bereitet den Einsatz von Rettungshunden vor. Das twittert die Feuerwehr. Bislang spricht sie von zwei Verletzten und 35 Menschen, die «rettungsdienstlich gesichtet» wurden. Das heißt, die Helfer haben überprüft, ob diese verletzt sind. Ob es sich bei den beiden Verletzten um Angestellte des Hotels, in dem sich das Aquarium befand, handelte, oder um Hotelgäste, war zunächst nicht bekannt.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey dankt den Einsatzkräften. «Schlimme Nachrichten vom geplatzten Aquarium am Berliner Dom», schrieb sie bei Twitter. «Den Einsatzkräften danke ich für ihren Einsatz und den Verletzten wünsche ich eine schnelle Genesung.»

1500 Fische zum größten Teil tot

Hinweise auf einen Anschlag gab es laut Polizei zunächst nicht: «Im Moment überhaupt nicht», antwortete ein Polizeisprecher auf eine entsprechende Frage. Das Platzen ist nach ersten Erkenntnissen wohl auf eine Materialermüdung zurückzuführen. «Die Ermittlungen zur Ursache ist natürlich noch nicht abgeschlossen, erste Anzeichen deuten jedoch aus eine Materialermüdung», sagte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben der Feuerwehr wurde der Riesenbehälter mit einer Million Liter Wasser sehr schnell zerstört. «Wenn das Aquarium defekt ist, dann platzt das schlagartig», sagte ein Feuerwehrsprecher. «Das ist nicht ein kleiner Riss, aus dem das Wasser austritt, sondern das komplette Aquarium ist schlagartig geplatzt.»

Die 1500 Fische sind wohl zum weitaus größten Teil tot. Die Fische befänden sich nicht mehr im Wasser, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Eine Politikerin, die in dem Hotel übernachtete, berichtete, innen im Hotel sei alles zerstört, überall lägen tote Fische herum. «Das ist ein großes Desaster für die Fische und das Hotel.»

Nach Angaben der Feuerwehr lief ein großer Teil des Wasser wohl durch die Türen im Erdgeschoss auf die Straße und dort in die Gullys. In den Kellergeschossen habe man nicht viel Wasser gefunden.

«Es sieht ein bisschen aus wie im Kriegsgebiet»

Die FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser hat das Platzen Aquariums als Hotelgast erlebt. Sie sei im Tiefschlaf geweckt worden und habe zunächst an etwas wie ein Erdbeben gedacht, sagte Weeser der Deutschen Presse-Agentur. Es habe aber nur einen kurzen Knall und ein «kurzes Beben des Gebäudes» gegeben. Darum sei sie zunächst wieder eingeschlafen. Aus den Medien habe sie dann erfahren, was im Hotel passiert sei. Polizei und Feuerwehr hätten dann später die Gäste informiert.

Im Hotel sehe es «ein bisschen wie im Kriegsgebiet» aus, beschrieb Weeser. «Es ist ein Bild der Verwüstung mit vielen toten Fischen und Scherben.» Sie habe viele tote Fische gesehen. «Die, die vielleicht noch gerettet hätten werden können, waren erfroren.»

Hotelgäste müssen Gebäude verlassen

Wegen der schweren Beschädigungen mussten auch die Gäste am zerstörten Großaquarium des Hotels das Gebäude verlassen, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Knapp 300 Gäste und Hotelmitarbeiter seien evakuiert worden, so die Polizei.

Der Aquadom im Sealife war nach Angaben der Betreiber im Internet das «größte, zylindrische frei stehende Aquarium der Welt», eine vielen Touristen bekannte Attraktion in Berlin. Es war ein Behälter aus Acrylglas, der 16 Meter hoch war und einen Durchmesser von 11,5 Metern hatte. Besucher konnten in einem Aufzug durch das Innere des Aquariums hindurch fahren.

In dem Becken lebten demnach etwa 1500 Fische aus über 100 verschiedenen Arten. Gefüllt war das Aquarium mit einer Million Liter Salzwasser. Das wären 1000 Kubikmeter Wasser mit einem Gewicht von 1000 Tonnen. Das Aquarium wurde den Angaben zufolge bis Sommer 2020 umfassend modernisiert. Der Ort befindet sich ganz in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes mit dem Fernsehturm.

Rund um das Berliner Hotel, in dem sich das geplatzte Groß-Aquarium befindet, gibt es großflächige Absperrungen. Vor Ort waren am Freitagmorgen etliche Feurwehr- und Polizeiautos. Es waren Sirenen zu hören. Die Türen des Gebäudes wirkten wie aufgedrückt, davor lagen etliche Gegenstände, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Die Verkehrsinformationszentrale Berlin twitterte, die Karl-Liebknecht-Straße, an der das Hotel mit dem Aquarium liegt, sei gesperrt.

@ dpa.de