Karneval, Nordrhein-Westfalen

11.11.: Der Karneval geht los - dieses Mal an einem Freitag und ohne Corona-Einschränkungen.

11.11.2022 - 11:15:02

Elfter Elfter, elf Uhr elf: Karneval beginnt. Besonders Köln wappnet sich für den Ansturm Zehntausender Jecken.

  • Jecken feiern den Auftakt der Karnevalssession auf dem Kölner Heumarkt. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

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  • Jecken feiern den Auftakt der Karnevalssession auf dem Heumarkt. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

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Jecken feiern den Auftakt der Karnevalssession auf dem Kölner Heumarkt. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpaJecken feiern den Auftakt der Karnevalssession auf dem Heumarkt. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

In Köln, Düsseldorf und anderen Hochburgen des närrischen Frohsinns ist am Freitag um 11.11 Uhr die neue Karnevalssession eröffnet worden. In Köln, wo der 11.11. traditionell besonders groß gefeiert wird, hatten sich Tausende Kostümierte von auswärts eingefunden. «In Köln klappt nicht alles, aber was wir definitiv können, ist Feiern», sagte Entertainer Guido Cantz im WDR Fernsehen.

Im vergangenen Jahr war der 11.11. auch gefeiert worden, allerdings noch unter Corona-Auflagen. 2020 war der Karnevalsauftakt wegen der Pandemie komplett ausgefallen. Diesmal wird mit einem besonders großen Ansturm von Feiernden gerechnet, weil der 11.11. auf einen Freitag fällt und relativ gutes Wetter ist. Knapp 1100 Polizisten und 150 Ordnungsamt-Mitarbeiter sollen im Einsatz sein.

Für das Studentenviertel haben Stadt und Polizei ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet. Dort hatte es in der Vergangenheit stets einen kaum zu bewältigenden Ansturm junger Feiernder sowie massive Probleme mit Alkoholexzessen und Wildpinklern gegeben. Dieses Mal sollen Besucher nur über einen einzigen Zugang in den Bereich rund um die Zülpicher Straße gelangen, die Wartenden sollen sich auf einer Ausweichfläche aufhalten können.

Dennoch bleibe das seit Jahren bestehende Grundproblem, dass «viel zu viele Menschen auf viel zu kleinem Raum» feiern wollten, hatte Stadtdirektorin Andrea Blome gesagt. «Wir können nun mal niemanden davon abhalten, nach Köln zu kommen.»

Ordnungsamt: Karnevalisten sollen sich «ein bisschen benehmen»

Die Leiterin des Ordnungsamtes, Athene Hammerich, sagte: «Wir sind gut aufgestellt. Hoffen wir, dass es ruhig bleibt. Hoffen wir, dass die Jecken friedlich feiern.» Weil der 11.11. diesmal auf einen Freitag fällt und das Wetter gut ist, wird in Köln mit besonders viel Andrang gerechnet. In Verbindung mit exzessivem Alkoholkonsum hat das in der Vergangenheit schon mal zu unschönen Szenen geführt.

Der zuständige Abteilungsleiter des Kölner Ordnungsamtes, Dirk Schmaul, sagte, man habe das Personal um ein Drittel aufgestockt. «Die Feierlaune ist natürlich mit Sicherheit ungebremst beziehungsweise der Nachholeffekt ist immer noch da.» Schmaul rief alle Feiernden dazu auf, «nicht in Hauseingänge zu urinieren und sich ein bisschen zu benehmen».

Auch in der Kölner Altstadt dürfte es voll werden. Jedoch erwartet die Stadt dort keine besonderen Probleme. Auf dem Heumarkt gibt es den ganzen Tag ein Bühnenprogramm mit Bands wie den Bläck Fööss, den Paveiern oder Brings. Im Vorfeld wurden nach Angaben der Willi-Ostermann-Gesellschaft etwa 10.000 Karten für die Veranstaltung verkauft, die vom WDR mehrere Stunden lang übertragen wird.

In Düsseldorf beginnt der Tag mit dem traditionellen «Hoppeditz-Erwachen». Pünktlich um 11.11 Uhr wird der Schelm vor dem Rathaus eine Spottrede halten. Auch in Mainz und vielen weiteren Regionen Deutschlands starten die Narren in die «fünfte Jahreszeit».

Mainzer Narren «uff die Gass»

Unter einem kalten Novemberhimmel haben sich in Mainz mehr als Tausend Menschen in Fastnachtsstimmung geschunkelt. Pünktlich um 11.11 Uhr wagten sie ein erstes Helau, ehe die Präsidenten von zwei Stadtteil-Vereinen das «Närrische Grundgesetz» zum 11.11. verlesen wollten.

Die Narren aus Mainz und Umgebung ließen sich von dem herbstlichen Wetter nicht verdrießen und gingen schon früh in bunten Kostümen «uff die Gass», auf die Straße. «Wir feiern heute unseren elften Hochzeitstag», sagten Bianca und Frank. «Wir haben am 11.11. geheiratet, weil wir eingefleischte Fassenachter sind.» Aktiv sind sie im Verein «Eiskalte Brüder» - «da macht uns die Kälte gar nichts aus.»

Nach zwei Jahren mit Corona-Einschränkungen war erstmals wieder ausgelassenes Feiern in den vier Fastnachtsfarben Blau, Gelb, Rot und Weiß möglich. Närrischer Hotspot war der Mainzer Schillerplatz mit dem Fastnachtsbrunnen. Auf einer Bühne vor dem barocken Osteiner Hof waren 16 Musikgruppen oder Solistinnen und Solisten angekündigt, angefangen mit den Mainzer Hofsängern. «Der Schillerplatz kann alles ertragen, und deswegen werden wir alle Facetten der Mainzer Kunst präsentieren», sagte Thomas Neger, dessen Lied «Im Schatten des Doms» Mainzer Lebensgefühl zum Ausdruck bringt.

@ dpa.de