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ZDF-Kultursendung aspekte über Dialekte in Deutschland

16.11.2021 - 11:24:19

ZDF-Kultursendung aspekte über Dialekte in Deutschland. Mainz - Warum sind manche Dialekte verschrien, andere heiß geliebt? Was können Dialekte, was Hochdeutsch nicht bietet? Warum verschwinden sie immer mehr? Was für eine Bedeutung haben sie in der Gesellschaft? Die ZDF-Kultursendung "aspekte" fragt am Freitag, 19. November 2021, 23.30 Uhr: "Dialekte – unverzichtbar oder weg damit?". In der ZDFmediathek ist die Sendung bereits ab 21.00 Uhr verfügbar.

"aspekte"-Moderatorin Katty Salié ergründet das Thema Dialekte in ihrer Wahlheimat Köln. Als langjährige Bewohnerin der Stadt liebt sie den kölschen Dialekt und absolviert in der "Akademie für uns kölsche Sproch" einen Dialektkurs. Sie trifft einen der berühmtesten Kölner, der sein Kölsch über die Landesgrenzen hinweg bekannt gemacht hat, BAP-Sänger Wolfgang Niedecken. Auch mit Schauspielerin Annette Frier lotet sie das Verhältnis zu Dialekten aus.

Der Linguist Prof. Dr. Alfred Lameli erforscht die Geschichte und Verbreitung von Dialekten und widmet sich in einem umfassenden Projekt der Digitalisierung des größten "Deutschen Sprachatlas" von Georg Wenker. Welche Dialekte gibt es, und wo werden sie noch gesprochen? Welchen Einfluss haben politische Veränderungen auf Dialekte? Sterben sie aus?

"aspekte" fragt, warum zum Beispiel das Sächsische so einen schlechten Ruf hat. In der Nachwendegeneration des Schriftstellers Lukas Rietzschel gibt es sogar junge Sachsen, die bewusst versuchen, sich ihren Dialekt abzugewöhnen. Die Kommunikationstrainerin Annekatrin Michler dagegen ist bemüht, die Sprache zu schützen. Dass der schlechte Ruf des Sächsischen älter ist als gedacht, erklärt der Leipziger Germanist Beat Siebenhaar.

Katty Salié trifft in Pirna die Theaterinhaber Peter Ufer und Tom Pauls. Vor genau zehn Jahren haben sie gemeinsam das "Tom Pauls Theater" gegründet mit der Vision, Sprache und Gewohnheiten der Sachsen zu pflegen. Die Vorstellungen sind konstant ausverkauft. Mit Ilse Bähnert haben sie eine Kunst- und Kultfigur geschaffen, die sich ernsthaft und ironisch mit der sächsischen Seele auf der Bühne auseinandersetzt.

In multikulturellen Ballungsräumen haben Einwandererkinder eine gänzlich eigene Sprechweise auf die Straße gebracht, das sogenannte Kiezdeutsch. Der Comedian Django Asül erzählt von seinen Erfahrungen ebenso wie Schauspielerin Aylin Öcal und Schauspieler Hasan Tasgin. "I Schwör" oder "Gehst du so Bahnhof" sind längst gesellschaftlicher Konsens geworden.

Wo früher mundartliche Färbung gefeiert wurde, findet sich heute im Fernsehen und Kino eine geglättete Sprache, die für die breite Masse verständlich ist. "aspekte" begibt sich in die Tiefen der Film- und Fernsehgeschichte, bringt wahre Schmuckstücke zum Vorschein und plädiert für mehr Mut zum Schwätze, Baable, Reede, Schnacken oder Quatschen.

Die Kölner Mundartband Cat Ballou empfängt "aspekte" in ihrem Tonstudio und präsentiert "Oh wie schön" von ihrem neuen Album "Alles bunt".

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