Gesellschaft, Celebrities

München - Die geplanten Themen:

25.11.2022 - 15:20:35

ttt - ACHTUNG: ergänzter Beitrag zum Tod von Hans Magnus Enzensberger / am Sonntag, 27. November 2022, 23:35 Uhr

Radikalisierung der Klimabewegung?

Die Apokalyptiker von "Letzte Generation" und ihre Moral. Der Paradigmenwechsel von Selbstverwirklichung (frühere Revolten, 68er) zu Selbsterhalt. Berührt sind dabei folgende Fragen: Legitimität, Demokratieverständnis und Moral. Wie radikal darf Klima-Protest sein? Gibt es Grenzen? Wo liegen diese? Ist Gewalt legitim? - "ttt" versucht eine Einordnung der aktuellen gesellschaftlichen Ruptur und hat deshalb Protagonisten befragt, deren Kritiker, und den Vordenker der neuen Bewegungen.

Ken Burns

Der einflussreichste lebende Dokumentarfilmer im Portrait. Neben Robert Flaherty (gestorben 1951) gilt Ken Burns als einflussreichster Dokumentarfilmer aller Zeiten. Warum? Die Auswahl seiner Themen ist spektakulär: Muhammad Ali, Vietnam, die Brooklyn Bridge, der amerikanische Bürgerkrieg ("Civil War"). Ken Burns hat eine ganz eigene Erzählweise etabliert, eine literarische, fast poetische Herangehensweise, sehr musikalisch, Stimme und Sound sind nicht nur zufälliges Beiwerk. Zwei seiner Dokumentationen wurden für einen Academy Award und sechs seiner Arbeiten für einen oder mehrere Emmy Awards nominiert. Er gewann insgesamt drei Emmy Awards für The Civil War, für Baseball und für Unforgivable Blackness oder seine neueste Dokuserie: "The US and the Holocaust", bei der er die USA beschuldigt, die Juden im Stich gelassen zu haben. Das Credo von Ken Burns lautet: "The big mistake is that history is back down and the past is gone. History is right now, history is is, not was."

Vera Lentz - unterwegs in den Anden

Vera Lentz lässt am Fenster die spektakuläre Anden-Landschaft auf sich wirken - so wie schon einmal vor mehr als 30 Jahren. Damals - in den 90ern, während des grausamen Bürgerkriegs in Peru - fuhr sie auf der Ladefläche eines LKW in die Anden und stieg in der Provinz Ayacucho aus. Als sie damals in dem Dorf Socos ankam, schoss sie mit ihrer Spiegelreflex-Kamera Schwarzweiß-Fotos, die bis heute das Gedächtnis des Grauens in Peru darstellen. Dort waren zuvor Bauern und Kinder ermordet worden von der maoistischen Guerilla "Leuchtender Pfad". Ihre Fotos erscheinen in Newsweek, Time und im Spiegel.

Jetzt hat sich ARD Korrespondent Matthias Ebert für "ttt" auf Spurensuche mit der bekanntesten Fotografin des peruanischen Bürgerkrieges begeben. Auf ihrer Reise trifft sie jetzt auf Menschen von früher. Veras Fotos von Massakern und Überlebenden, Massengräbern, zerstörten Dörfern und Flüchtlingen helfen der Kommission für Wahrheit und Versöhnung zur Aufarbeitung des 15 Jahre währenden Terrors in Peru, bei dem 70.000 Menschen starben.

"Vandana Shiva - Ein Leben für die Erde"

Wie wurde die eigensinnige Tochter eines Waldhüters aus dem Himalaya zum schlimmsten Albtraum von Monsanto? Ein Dokumentarfilm erzählt die bemerkenswerte Lebensgeschichte der gandhistischen Öko-Aktivistin Dr. Vandana Shiva, wie sie sich gegen die Konzerngoliaths der industriellen Landwirtschaft behauptete, in der Bewegung für Ernährungsgerechtigkeit zur Berühmtheit aufstieg und einen internationalen Kreuzzug für Veränderungen inspirierte. Kinostart am 1. Dezember 2022.

Ernsthaft?! - Albernheit und Enthusiasmus in der Kunst

"Melde gehorsamst, dass ich blöd bin", so untertitelte George Grosz, der große Maler und Karikaturist der Weimarer Republik, seine Karikatur eines Soldaten, in der er mit beißendem Humor den Uniformdünkel seiner Zeit kritisierte. Auf der einen Seite sehr ernst, auf der anderen Seite ausgesprochen komisch beleuchtet die gesamte Ausstellung die enthusiastische Peinlichkeit in der modernen und zeitgenössischen Kunst, die auch vor dem Albernen, dem Unvernünftig-Dummen nicht zurückschreckt. Werke von rund 100 Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt sind hier ausgestellt vom 16. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart. In der Moderne geraten die Autoritäten arg ins Wanken. Die Schau kokettiert mit dem Humor der Katastrophe, dem schlechten Geschmack, dem Camp-Ansatz, der B-Movie-Kultur, Science-Fiction und Horror, aber auch mit der Unreife, der Idiotie, der Intuition und natürlich der Leidenschaft - und nicht zu vergessen mit dem Enthusiasmus. Bundeskunsthalle Bonn.

Hans Magnus Enzensberger

Einen wie ihn hat es kaum je gegeben. Er hat für frische Luft gesorgt in der Literatur der alten Bundesrepublik, war Aufklärer, Anstifter, Kritiker - vor allem aber einer der großen Dichter des Landes. Immer mit Geist und Witz, pointiert, stets den Schalk im Nacken, ein Großmeister der kleinen Beobachtung. Ein eleganter Plauderer, dessen Leichtigkeit ihn über den Dingen schweben ließ. Hans Magnus Enzensberger ist am Donnerstag im Alter von 93 Jahren in München gestorben.

Moderation: Max Moor

"ttt - titel thesen temperamente" ist am Sendetag ab 20:00 Uhr in der ARD-Mediathek verfügbar.

Im Internet unter www.DasErste.de/ttt

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Redaktion: Franz Xaver Karl (BR)
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