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Film, Festivals

«Mann mit rotem Schal, wir sind nur wegen dir hier» - Anke Engelke findet bei der Berlinale-Eröffnung passende Worte, schließlich ist es die letzte mit Festivaldirektor Dieter Kosslick.

07.02.2019 - 21:06:06

Filmfestival - Wehmut zum Auftakt: 69. Berlinale gestartet. Auch andere Prominente fühlen bei so viel Abschiedsstimmung Wehmut.

  • 69. Berlinale - Andie MacDowell - Foto: Kay Nietfeld

    Die US-Schauspielerin Andie MacDowell rauscht über den roten Teppich. Foto: Kay Nietfeld

  • Dieter Kosslick - Foto: Britta Pedersen

    Berlinale-Direktor Dieter Kosslick nimmt in diesem Jahr Abschied. Foto: Britta Pedersen

  • Auf dem roten Teppich - Foto: Jens Kalaene

    Auf dem roten Teppich in Berlin: Iris Berben (v.l.), Andie MacDowell und Heike Makatsch. Foto: Jens Kalaene

  • Eröffnungsgala - Foto: Kay Nietfeld

    Die Gäste kommen zur feierlichen Eröffnung der 69. Berlinale. Foto: Kay Nietfeld

  • Wörner und Maas - Foto: Gregor Fischer

    Bundesaußenminister Heiko Maas begleitet seine Freundin, die Schauspielerin Natalia Wörner. Foto: Gregor Fischer

  • Marius Müller-Westernhagen und Lindiwe Suttle - Foto: Gregor Fischer

    Marius Müller-Westernhagen mit Frau Lindiwe Suttle kommen zur Eröffnungsgala. Foto: Gregor Fischer

  • Sibel Kekilli - Foto: Christoph Soeder

    Sibel Kekilli schreibt Autogramme. Foto: Christoph Soeder

69. Berlinale - Andie MacDowell - Foto: Kay NietfeldDieter Kosslick - Foto: Britta PedersenAuf dem roten Teppich - Foto: Jens KalaeneEröffnungsgala - Foto: Kay NietfeldWörner und Maas - Foto: Gregor FischerMarius Müller-Westernhagen und Lindiwe Suttle - Foto: Gregor FischerSibel Kekilli - Foto: Christoph Soeder

Berlin - Die letzte Berlinale mit Festivaldirektor Dieter Kosslick ist gestartet. Bei der feierlichen Gala im Festivalpalast am Potsdamer Platz ehrten die zahlreichen Prominenten am Donnerstagabend die Arbeit des 70-Jährigen, der die Filmfestspiele seit 2001 leitet.

Das schönste Kompliment komme aus den langen Reihen derer, die stundenlang vor den Ticketschaltern anstünden, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

Das Festival wurde am Abend mit der Premiere des Dramas «The Kindness of Strangers» der dänischen Regisseurin Lone Scherfig eröffnet. Der Wettbewerbsbeitrag erzählt die tragische Geschichte einer Mutter, die mit ihren beiden kleinen Söhnen vor ihrem gewalttätigen Mann flieht und sich mittellos in New York durchschlagen muss. «The Kindness of Strangers» ist der erste von 17 Filmen, die im diesjährigen Wettbewerb um die Hauptpreise konkurrieren.

Die Gala wurde gewohnt unterhaltsam von der Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke moderiert. Mit ihrem bekannten Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch amüsierte sie die Premierengäste wie Fatih Akin, Iris Berben, Andie MacDowell, Wim Wenders, Heike Makatsch, Marius Müller-Westernhagen und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), der zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Natalie Wörner kam. Das letzte Jahr sei so schnell vorbeigegangen, sagte Engelke - «acht neue Star-Wars-Filme», «zwölf Rücktritte von Seehofer».

Im Mittelpunkt des Abends stand aber auch der Abschied von Kosslick. «Mann mit rotem Schal, wir sind nur wegen dir hier», sang Engelke im Eröffnungsduett mit Max Raabe. Für den Sänger Marius Müller-Westernhagen war es ebenfalls ein wehmütiger Abend. «Es geht so eine Ära zu Ende in Berlin.»

Die Stadt sei für ihn immer durch zwei prägnante Persönlichkeiten repräsentiert worden: den früheren Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Kosslick als Gesicht der Berlinale. Auch Iris Berben würdigte den Festivalleiter. Kosslick habe es geschafft, die Berlinale «aus dem Tiefschlaf» zu wecken, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Er habe auch dem deutschen Film wieder eine Plattform gegeben.

Und Kosslick selbst? Der 70-Jährige gab sich wie stets fröhlich. Ob er schon Wehmut spüre? «Wehmut kommt in zehn Tagen. Wenn wir dasselbe nochmal machen zum Schluss», sagte er vor Beginn der Gala in einem Fernsehinterview, bei dem er wie gewohnt mit Hut und rotem Schal auf dem roten Teppich stand. Momentan sei er einfach nur gespannt. «Nee nee, noch kein Wehmut.» Nach seinen vielen Jahren als Festivaldirektor würde er sagen: Mission erfüllt. «Es hat alles gut geklappt.» Es gehe darum, den Leuten Lust zu machen, ins Kino zu gehen.

@ dpa.de