Brauchtum, Fastnacht

In Südbaden ticken die Uhren offenbar ein bisschen anders als im Rest der Republik.

05.03.2017 - 15:58:06

Tradition - Zehntausende bei Bauernfastnacht in Südbaden. Dort hat die Fastenzeit nach Aschermittwoch noch nicht begonnen.

Weil am Rhein - Närrische Nachzügler: Vier Tage nach Aschermittwoch haben Zehntausende Menschen in Südbaden den Höhepunkt der traditionellen Bauernfastnacht gefeiert.

Den größten Umzug bildeten am Sonntag mehr als 4000 Narren aus Baden-Württemberg und der Schweiz im badischen Weil am Rhein. Rund 150 Cliquen und Zünfte beteiligten sich an der Veranstaltung, sie marschierten in einem kilometerlangen Zug durch die Innenstadt. Nach Angaben der Organisatoren und der Polizei verfolgten 30 000 bis 40 000 Zuschauer das Spektakel in der Stadt vor den Toren Basels.

Auch in anderen Orten Südbadens wurde Bauernfastnacht gefeiert. In Sulzburg im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald kamen am Nachmittag laut Organisatoren mehr als 120 Narrenzünfte und Musikgruppen mit insgesamt rund 3000 Teilnehmern zusammen.

Das Narrentreiben im südlichen Baden ist das letzte Aufbäumen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht vor der Fastenzeit. Im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet, vor allem im Markgräflerland sowie im Landkreis Lörrach, ticken die Uhren der Narren anders: Sie feiern erst nach dem Aschermittwoch und damit später als alle anderen, weil sie sich an einem älteren Kalender orientieren. Die Bauernfastnacht wird daher auch alte Fastnacht genannt. Ein weiterer Höhepunkt ist der traditionelle «Morgestraich» am Montagfrüh in Basel.

@ dpa.de

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