Gesellschaft, Leute

Ihre Mutter ist eine «beste Freundin», die Umarmungen des Vaters sind «die besten der Welt».

15.05.2018 - 09:04:06

Die liebe Verwandtschaft - Meghan Markles Familie in den USA und Mexiko. Hinter den Kulissen von Meghan Markles Familie ist nicht alles rosig, aber zumindest mit den nach Windsor anreisenden Eltern soll am großen Hochzeitstag alles sitzen.

Los Angeles/Mexiko-Stadt - Thomas Markle hat seine Hausaufgaben gemacht. Der Vater von Meghan Markle wurde schon Anfang April im mexikanischen Badeort Rosarito fotografiert, als er einen Bildband über die schönsten Landschaften und Bauwerke Großbritanniens studierte.

Bereits auf einer der ersten Seiten von «Images of Britain» ist Windsor Castle abgebildet, wo seine Tochter Prinz Harry nächsten Samstag das Jawort geben will. Boulevardmedien lästerten später, die Schnappschüsse seien mit Einverständnis des Brautvaters gestellt worden. Ob das stimmt, war aber nicht zu klären.

Etwas Hintergrundwissen wird aber kaum schaden, wenn Markle zum großen Tag seiner Tochter nach Great Britain reist und dort erstmals Harry und die königliche Familie trifft. In der St.-George's-Kapelle in Windsor wird er seine Tochter auch zum Traualtar führen - sie dürfte dankbar sein, wenn er undihre Mutter Doria Ragland eine gute Figur abgeben. Beide sollen zum Kennenlernen mit den Royals samt Queen Elizabeth II. in den kommenden Tagen aus Mexiko beziehungsweise Kalifornien anreisen. Bei der Hochzeit hätten beide «eine wichtige Rolle», heißt es aus dem Kensington-Palast.

Markles Familiengeschichte führt nach Los Angeles. Dort studierte ihre Mutter Doria Ragland an der University of Southern California soziale Arbeit und arbeitete auch als Yogalehrerin und Visagistin. Thomas Markle, den aus Pennsylvania stammenden Kameramann und Oberbeleuchter für TV-Produktionen, lernte sie am Set zur Krankenhausserie «General Hospital» kennen. Er arbeitete auch bei der Serie «Eine schrecklich nette Familie» mit und gewann einen Emmy.

Die 1979 geschlossene Ehe der beiden hielt nicht lang - sie ließen sich scheiden, als Meghan sechs Jahre alt war. Der Vater hielt offenbar immer den Kontakt zum einzigen gemeinsamen Kind, auch wenn das Verhältnis mitunter angespannt gewesen sein soll. Kurz bevor sich Harry und Meghan 2016 bei einem Blind Date kennenlernten, gratulierte die Schauspielerin ihm auf Instagram zum Vatertag. «Bis zum heutigen Tag sind deine Umarmungen die besten der Welt. Ich liebe dich», schrieb sie zu einem alten Foto. Über manche Tiefpunkte von früher dürfte sie heute auch um der Harmonie willen hinwegsehen.

Das Verhältnis zur Mutter, die sich alleinerziehend um Meghan kümmerte, schien dagegen stets eng. «Wir haben so viel Spaß zusammen und trotzdem spendet ihre Unterstützung mir so viel Trost», schrieb Markle 2017 im «Glamour»-Magazin. Das Verhältnis sei mit dem zu einer «besten Freundin» zu vergleichen. Markle blickt zu ihr auf, 2014 beschrieb sie ihre Mutter als einen «Freigeist» mit Dreadlocks und Nasen-Piercing. Ragland nennt ihr einziges Kind liebevoll «flower» - «Blume», schreibt das Magazin «Town & Country».

Im März flog Markle Berichten zufolge nach Kalifornien, um die Hochzeitspläne mit ihrer Mutter zu besprechen. Die hat auch bereits den Segen vom künftigen Schwiegersohn: «Ihre Mum ist großartig!», sagte Harry über Ragland, die er schon mehrfach getroffen hat. Trotz des ganzen Hochzeits-Wirbels arbeitet sie weiter als Beraterin für Drogenabhängige im Raum Los Angeles. Wie ihr Wiedersehen mit ihrem Ex-Mann Thomas in Europa abläuft, bleibt abzuwarten.

Wenig bis keinen Kontakt hat Meghan Markle der britischen Presse zufolge zu ihren zwei Halbgeschwistern aus der ersten Ehe ihres Vaters. Für ihren Halbbruder Thomas Markle junior ist das aber längst kein Grund, ihn vom großen Fest auszuschließen. Der britischen «Daily Mail» sagte er: «Ich gehöre zur Familie, zerstritten oder nicht.» Er lebt mit Frau und zwei Kindern im US-Westküstenstaat Oregon und arbeitet als Fenster-Monteur. Seine Halbschwester sah er das letzte Mal 2011 bei der Beerdigung der gemeinsamen Großmutter Doris.

Als belastet bis schwierig gilt auch das Verhältnis zur Halbschwester Samantha Markle, die auch als Samantha Grant bekannt ist. Sie lebt in Florida und versuchte sich wie ihre Schwester als Schauspielerin und auch als Drehbuchautorin, allerdings mit weniger Erfolg. Das letzte Wiedersehen der beiden soll zehn Jahre her sein. Auf eine Einladung zu den Feierlichkeiten wartet auch sie seit Wochen vergebens.

Das hält die 17 Jahre ältere Halbschwester nicht davon ab, die berühmteste der Markles öffentlich anzugreifen - vor allem dafür, ihre Familie im royalen Rausch vernachlässigt zu haben. «Was sie an einem Wochenende ausgeben könnte, würde Dad sehr helfen, das sollte Priorität haben», sagt Samantha. Thomas Markle, der zurückgezogen in Rosarito an der mexikanischen Pazifikküste lebt, hatte dem Markle-Biografen Andrew Morton zufolge in den USA 750 000 Dollar im Lotto gewonnen, laut britischen Medien inzwischen aber Bankrott erklärt.

Als «Alptraum im wirklichen Leben» betitelt die Zeitschrift «Cosmopolitan» die kritikfreudige Halbschwester. Neuen Zunder dürfte im Klatsch über deren Beziehung auch das Buch bieten, das Samantha Markle derzeit plant. Titel: «The Diary of Princess Pushy's Sister», auf Deutsch etwa: «Tagebuch der Schwester von Prinzessin Aufdringlich».

Auch Halbbruder Thomas schien zuletzt noch einmal Dampf ablassen zu wollen. «Dies ist der größte Fehler in der Geschichte königlicher Hochzeiten», schrieb er handschriftlich in einem vom Magazin «In Touch» veröffentlichten Brief an Prinz Harry. Meghan Markle sei eine «abgestumpfte, oberflächliche, eingebildete Frau, die dich und das königliche Familienerbe lächerlich» machen werde. Und: Sie sei «ganz eindeutig nicht die richtige Frau». Man darf zweifeln, ob der Bräutigam sich von diesen Zeilen noch umstimmen lässt.

@ dpa.de