Gesellschaft, Buntes

Heidi Klum sucht von Donnerstag an wieder «Germany's next Topmodel».

04.02.2018 - 16:36:07

Styling und Stöckelschuhe - Trainieren für «Miss Germany». Gleichzeitig trainieren junge Frauen für «Miss Germany». Sie eint die Lust am Laufsteg - auch wenn vor dem Glanz viel Arbeit steht.

Rust - Die Frisur muss sitzen, das Lächeln aber auch. Gleichzeitig sollte der Gang mit High Heels über den Laufsteg ohne ein Stolpern verlaufen - und möglichst elegant aussehen. 22 junge Frauen aus ganz Deutschland wollen «Miss Germany» werden.

Am Wochenende kamen sie zu einem ersten Treffen zusammen, am Dienstag fliegen sie auf die spanische Insel Fuerteventura in ein zehntägiges Trainingscamp. Titel und Siegerkrone locken. Laufsteg und Scheinwerferlicht ziehen die Damen in ihren Bann.

«Wir brauchen jetzt Konzentration», sagt der Fotograf und rückt die 22 jungen Frauen, die erstmals zusammen sind, ins rechte Licht. Der Ort des ersten Treffens ist bewusst gewählt: In der großen Halle des Europa-Parks in Rust bei Freiburg, in der es sonst Konzerte und Messen gibt, wird am 24. Februar die diesjährige «Miss Germany» gewählt. Die Kandidatinnen stehen seit wenigen Tagen fest, mit ihnen starten hier nun die Vorbereitungen.

Der Fotograf achtet auf die Optik. «Doch mit Aussehen alleine wird niemand Miss Germany», sagt Organisator Max Klemmer (21). Er vertritt die dritte Generation des Familienunternehmen mit Sitz in Oldenburg, das den Schönheitswettbewerb veranstaltet: «Ausstrahlung, ein sicheres und überzeugendes Auftreten, gutes Benehmen und die richtigen Worte sind entscheidend, um Publikum und Jury zu überzeugen.» Daher stünden im Trainingscamp Rhetorikseminare und Benimmkurse ebenso auf dem Programm wie Fotoaufnahmen und Kameratraining.

Gewählt wird «Miss Germany» seit 91 Jahren. «Wir sind die älteste aller Castingshows», sagen die Veranstalter. Das Spektrum der Kandidatinnen ist groß, auch dieses Jahr. So hoffen Schülerinnen und Studentinnen ebenso auf den Titel wie eine Rettungssanitäterin, eine Unternehmensberaterin, eine Kinderkrankenschwester und eine Musical- Darstellerin. In deutschlandweit 137 Vorentscheiden haben sich laut Klemmer insgesamt 5263 Frauen um den Einzug ins Finale bemüht. 22 von ihnen haben es geschafft. Sie präsentieren sich der Jury, die über Sieg und Niederlage entscheidet, im Abendkleid und in Bademode.

Miss-Wahlen haben eine längere Geschichte als die TV-Sendungen. Vom Boom der Castingshows im Fernsehen haben Schönheitswettbewerbe aber profitiert, sagt Seniorchef Horst Klemmer (81). Doch «Miss Germany» versuche, sich auch abzugrenzen: «Die Konzentration auf nackte Haut, inszenierte Zickenkriege oder Intrigen, um Aufmerksamkeit zu erregen, wollen wir nicht.» Deshalb habe «Miss Germany» auch gesellschaftliche Feminismus- oder Sexismus-Debatten seit Jahrzehnten überstanden.

«Sie treffen auf uns einfach nicht zu», sagt Klemmer. Zu den Regeln gehöre, dass Nacktaufnahmen tabu sind. Wer sich hüllenlos präsentiert oder präsentiert hat, darf bei «Miss Germany» nicht mehr antreten: «Und eine spätere Karriere als Model versprechen wir auch nicht.»

Doch die Grenzen sind fließend - auch zu Heidi Klums ProSieben-Show «Germany's next Topmodel» (GNTM), die diesen Donnerstag wieder beginnt. Das Transgender-Model Giuliana Farfalla, das vor einem Jahr bei GNTM und zuletzt im Dschungelcamp von RTL dabei war, sitzt nun in der Jury von «Miss Germany». Moderiert wird die Miss-Wahl von Rebecca Mir. Sie war 2011 Zweitplatzierte in Klums TV-Show und steht als Moderatorin nun an der Seite von Alexander Mazza.

Ob Fernsehsendung oder Schönheitswettbewerb: Teilnehmer von öffentlichen Castings suchen Aufmerksamkeit, meint Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler an der Universität Tübingen. Er hat vor Jahren das Buch «Die Casting-Gesellschaft» geschrieben und zu dem Thema geforscht. Castings, sagt er, seien ein Phänomen des modernen Medien- und Internet-Zeitalters und gelten vielen als selbstverständlich.

In der Kritik stehen vor allem Fernsehsendungen wie GNTM oder die RTL-Show «Der Bachelor», bei der Frauen um die Gunst eines Mannes buhlen. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen warnt davor, ahnungslos an solchen Sendungen teilzunehmen, wie eine Sprecherin des Verbandes sagt. Es bestehe die Gefahr, vorgeführt und öffentlich in ein schlechtes Licht gerückt zu werden. Zudem vermittle etwa «Der Bachelor» ein fragwürdiges Frauenbild.

@ dpa.de

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