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Brände, Leute

Es gehört momentan zum guten Ton unter Prominenten, über die Buschbrände in Australien zu sprechen.

08.01.2020 - 14:12:05

«Australien, ich liebe dich» - Promis spenden für die Opfer der Buschbrände. Die Spenden fließen in Millionenhöhe. Aber es gibt auch Skepsis.

  • Prinz Charles - Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa

    Der britische Prinz Charles sprach den Australiern Mut zu. Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa

  • Heavy-Metal-Band Metallica - Foto: Sven Hoppe/dpa

    James Hetfield (l) und Kirk Hammett von Metallica. Die Band will Opfern der Buschbrände 750 000 Dollar spenden. Foto: Sven Hoppe/dpa

  • Elton John - Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

    Elton John bei der Golden Globe Verrleihung. Auch er versprach Hilfe. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Prinz Charles - Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpaHeavy-Metal-Band Metallica - Foto: Sven Hoppe/dpaElton John - Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Canberra - Ob Prinz Charles, Elton John oder die Stars bei den Golden Globes: Momentan gehört es in der VIP-Welt zum guten Ton, wegen der Buschbrände ein Herz für Australien zu zeigen.

Viele Prominente danken den Feuerwehrleuten, prangern die Folgen des Klimawandels an oder werben um Spenden. Und sie machen auch selbst Hunderttausende locker - wie etwa US-Popstar Pink, die Heavy-Metal-Band Metallica oder die Australierinnen Kylie Minogue und Nicole Kidman.

Gerade hat der Schauspieler Chris Hemsworth («Thor») in einem Video seine Millionenspende verkündet. Der Australier rief auch dazu auf, selbst tief in die Tasche zu greifen. Auf Instagram folgen Hemsworth 39 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Australien hat etwa 25 Millionen Einwohner. Auf die Spenden haben Prominente offensichtlich einen enormen Einfluss. Als Spitzenreiterin gilt die australische Komikerin Celeste Barber, die für die Feuerwehrleute umgerechnet fast 30 Millionen Euro zusammentrommelte.

Nach der Queen, Prinz Harry und Meghan meldete sich erneut das britische Königshaus zu Wort. Diesmal war es ein emotionaler Prinz Charles in einer Videobotschaft via Instagram und Twitter. Der Thronfolger sagte darin, dass seine Frau Camilla und er in dieser «unglaublich schweren Zeit» sehr viel an die Australier dächten. Beide blickten demnach «mit Verzweiflung» auf die Feuer, die seit Monaten auf dem Kontinent toben. Am Ende des Videos wurde ein Spendenaufruf für das Rote Kreuz eingeblendet.

Unter den Hollywoodstars kommt ohnehin eine ganze Reihe aus Australien. Das wurde bei den Golden Globes deutlich. Der Schauspieler Russell Crowe nutzte seine Dankesrede für einen Appell zur weltweiten Klimapolitik. «Die Tragödie in Australien basiert auf dem Klimawandel», ließ Crowe von Laudatorin Jennifer Aniston bei der Preisverleihung verlesen. Sie erklärte, er sei wegen der Buschbrände bei seiner Familie geblieben. Crowes australische Kollegin Cate Blanchett sagte: «Wenn ein Land vor einer Klima-Katastrophe steht, stehen wir alle vor einer Klima-Katastrophe.»

Und auch die einflussreiche Talkshow-Größe Ellen Degeneres dürfte in den USA mit dafür gesorgt haben, dass die Amerikaner nach «Down Under» gucken. «Australien, ich liebe dich», verkündete sie bei den Globes. Was noch passierte: Fernsehstar Kim Kardashian schrieb bei Twitter, dass der Klimawandel wirklich da sei. Und es gibt sogar Frauen wie Kaylen Ward, die im Internet Nacktbilder gegen Spenden anbietet.

Die Brände zeigen: Trotz der großen Entfernung ist der australische Kontinent vielen Menschen in den USA und Europa emotional sehr nah. Das enorme Ausmaß der Feuer, die Fotos verkohlter Kängurus und die Klimawandel-Debatte wecken verstärktes Interesse. Und im Vergleich zu vielen Naturkatastrophen in anderen Teilen der Welt scheinen sie derzeit enorm viele Prominente zum Spenden zu motivieren.

Skepsis angesichts des Verhaltens der Stars und anderer einflussreicher Menschen klingt hingegen bei dem Wirtschaftswissenschaftler Terry Rawnsley durch. Der Experte aus Melbourne sieht etwa einen Ruf-Schaden für Australien. «Man sieht die Prominenten, wie sie Solidarität zeigen und Spenden sammeln», sagte Rawnsley der Deutschen Presse-Agentur. Man sehe sie auch dabei, wie sie Fotos und Karten von betroffenen Feuergebieten teilten, obwohl die meisten davon unbewohntes Gebiet seien. Das streue Zweifel bei den Leuten daran, ob Australien zum Leben, Arbeiten oder Reisen sei.

@ dpa.de