Außenpolitik, Gesellschaft

Demokratie-Forum Hambacher Schloss: Warum Krieg?

11.11.2021 - 14:21:47

Demokratie-Forum Hambacher Schloss: Warum Krieg?. Mainz - Gäste im "Demokratie-Forum Hambacher Schloss": Amira Mohamed Ali, Daniela Schwarzer und Ekkehard Brose / Mittwoch, 17.11.2021, 19 Uhr im Live-Stream auf SWR.de / Sonntag, 21.11.2021, 10:15 Uhr im SWR Fernsehen und der ARD Mediathek

Die prekäre Lage an der polnisch-belarussischen Grenze wird immer öfter als hybrider Angriff benannt. Über Krieg, Krisen, Terror und Leid zu sprechen, fällt meist schwer. Kann es Argumente geben, die einen Krieg legitimieren? Ist eine Welt ohne Krieg nur Utopie? Moderator Michel Friedman diskutiert zum Thema "Warum Krieg?" mit der Co-Fraktionschefin der LinkenAmira Mohamed Ali, derPolitikwissenschaftlerin Daniela Schwarzer und dem Botschafter Ekkehard Brose.

Herausforderungen im Bereich Sicherheitspolitik

Im Jahr 2020 gab es weltweit 29 Kriege und bewaffnete Konflikte. Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung. Der Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik und frühere Botschafter im Irak, Ekkehard Brose, weist darauf hin, dass Intervention oft gleichgesetzt werde mit militärischer Intervention - dabei gebe es von der Diplomatie über wirtschaftliche Maßnahmen viele Möglichkeiten auf ein anderes Land einzuwirken. "Ich glaube, der neuen Bundesregierung ist bewusst, dass im Bereich Sicherheitspolitik Herausforderungen auf Deutschland zukommen. Die Zahl der Krisen um uns herum - in Afrika, in Nah- und Mittelost etwa - ist groß und sie berühren unsere Interessen: Stabilität, unser Wertefundament, Terrorismus und Migration", so Brose.

Reaktionen auf aggressive Geopolitik

Für die Co-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag Amira Mohamed Ali habe jeder, der angegriffen wird, das Recht sich zu verteidigen. Was jedoch zu beobachten sei, seien militärische Interventionen aus geostrategischen Motiven, die zur humanitären Mission umgedichtet würden. "Das vollständige Scheitern in Afghanistan zeigt, dass Krieg nicht das richtige Mittel ist, um langfristig für die Einhaltung von Menschenrechten zu sorgen, sondern im Gegenteil die Lage verschlimmern kann." Krieg selbst sei die größte Menschenrechtsverletzung. Nur mithilfe von umfassender humanitärer Hilfe und konsequenter Diplomatie lasse sich erreichen, dass sich nachhaltige und tragfähige demokratische Strukturen aus der Gesellschaft herausbilden.

Nach Afghanistan-Einsatz alles neu denken?

Lange Zeit profitierte Europa von der Schutzmacht USA. Das hat sich mittlerweile geändert. Aber was bedeutet das langfristig für die weltweite Sicherheitsarchitektur? Wie soll sich Deutschland, wie Europa positionieren? Die Direktorin der Open Society Foundations in Europa und Eurasien, Daniela Schwarzer, sagt, dass Europa noch die Chance habe, im globalen Wandel nicht zum Spielball zu werden, sondern mitzugestalten. "Es kann seine außen- und sicherheitspolitische Rolle deutlich ausbauen, (...) es kann seine Marktmacht noch stärker einsetzen, um globale Standards mit zu definieren, die unserem Wirtschafts- und Demokratiemodell entsprechen", schreibt Schwarzer in ihrem Buch "Final Call - Wie Europa sich zwischen China und den USA behaupten kann".

"Demokratie-Forum Hambacher Schloss: Warum Krieg?"

Mittwoch, 17.11.2021 ab 19 Uhr im Live-Stream auf SWR.de

Sonntag, 21.11.2021 ab 10:15 Uhr im SWR Fernsehen, in der ARD Mediathek und im SWR Youtube-Kanal

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